CeBIT-Aussteller nehmen neuen Anlauf ins mobile Internet-Zeitalter
HighTech soll endlich flügge werden

Auch in diesem Jahr wird die Computermesse CeBIT in Hannover alle Dimensionen sprengen: Mit 8 015 Ausstellern und 422 000 Quadratmetern Ausstellungsfläche sieht die Messegesellschaft auch bei den Besucherzahlen neuen Rekorden entgegen. Schon im vergangenen Jahr drängten sich bereits 782 000 Menschen auf dem Messegelände auf dem Kronsberg.

afp HANNOVER. "Mega Trend" ist in diesem Jahr wie schon vor zwölf Monaten das mobile Internet. Nach dem Fehlstart mit den mageren WAP-Diensten im vergangenen Jahr nimmt die Telekommunikationsbranche nun einen neuen Anlauf für den Sprung ins mobile Multimedia-Zeitalter.



Seit einer Woche wird in Hannover mit Hochdruck am Aufbau der größten Computer- und Telekommunikationsmesse der Welt gearbeitet. Hunderte Arbeiter setzen aus chromblitzenden Steckverdingungen und Sperrholz die Stände der Aussteller zusammen. Diese rühren schon seit Monaten kräftig die Werbetrommel. Wie üblich ist viel von "Revolution" die Rede. Was wirklich Bahn brechend und was maßlos übertrieben ist, wird sich wieder erst zeigen, wenn die Messe begonnen hat. Und selbst dann ist nicht sicher, ob sich eine Neuheit im Massenmarkt wirklich durchsetzen kann: Die Internet-fähige Mikrowelle, die beim Publikum zum Hit der vorletzten CeBIT wurde, findet sich bis heute nur in wenigen Haushalten.



Vor allem in der Handy-Branche geht es hoch her. Von einem Ende des Booms bei der herkömmlichen Sprachtelefonie bedroht, hoffen die Anbieter auf multimediale Datendienste. Handy-Bauer wie Motorola stellen neue Geräte für den schnellen Übertragungsstandard GPRS vor. Dieser macht erstmals Angebote möglich, bei denen die Kunden ständig online und im Internet bleiben können, ohne dass wie bei WAP Minute für Minute der Gebührenzähler tickt.



Allerdings nutzen die neuen GPRS-Handys noch lange nicht alle Möglichkeiten der Technik und gehen meist erst einmal mit halber Geschwindigkeit ins Netz. Experten raten deshalb trotz dröhnender Werbetrommeln zum Abwarten. Ab Sommer dürften Geräte zu kaufen sein, die eine Ausnutzung der versprochenen Übertragunsraten von 40 Kilobit pro Sekunde - etwa zwei Drittel eines herkömmlichen ISDN-Hausanschlusses - auch per Handy ermöglichen.



Hohe Erwartungen in "Bluetooth"-Technik



Trotz der technischen Anlaufschwierigkeiten bei GPRS deutet sich auf der diesjährigen CeBIT an, dass das Handy wie es heute in den Vitrinen der Telefonläden liegt über kurz oder lang verschwinden wird. Wohin die Reise geht, zeigen die populären Personal Digital Assistants (PDAs) von Herstellern wie Palm. Heute noch elektronische Notizbücher und Kalender ohne direkten Internet-Anschluss, werden auch sie zunehmend online gehen - und dabei mit dem Handy verschmelzen. Als erster Herrsteller in die Tat umgesetzt hat Mitsubishi das neue Konzept. Das bislang noch nicht käufliche Trium "Mondo" ist das erste GPRS-Gerät bei dem die gesamte Oberfläche aus einem LCD-Display besteht. Auch die Eingabe erfolgt über den Bildschirm.



Geschwindigkeit ist auch bei den herkömmlichen Internetanschlüssen ein Thema. Nachdem jahrelang nur die Telefonleitung zur Verfügung stand, zeichnen sich für die nächsten Jahre vielfältige Möglichkeiten ab, sich von zu Hause ins weltweite Datennetz einzuklinken. Firmen wie der Stromkonzern RWE wollen nun den schon im vergangenen Jahr angekündigten Zugang über die Steckdose ermöglichen. Auch beim in anderen Ländern längst intensiv genutzten Fernsehkabel tut sich einiges: Die Deutsche Telekom arbeitet mit der KirchGruppe an einem neuen Decoder, der das TV-Gerät im Wohnzimmer zur universellen Schnittstelle für die neue Multimedia-Welt machen soll.



Was die großen Netze vormachen, soll bald auch im Kleinen die Computerwelt revolutionieren. Im Mittelpunkt steht dabei das magische Wort "Bluetooth". Die Technik verspricht vor allem ein Ende des leidigen Kabelsalats am heimischen oder Firmen-PC. Über Funkwellen werden Daten künftig vom Rechner zum Drucker im Nebenraum übertragen, und die Stereoanlage im Wohnzimmer holt sich drahtlos über den Rechner im Arbeitszimmer die neuesten Hits aus dem Netz.

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