CeBIT-Reportage
Wohnzimmer der Zukunft

Wie lange sitzen Sie täglich vor Ihrem Fernseher? Nicht lange genug. Das glauben zumindest die Hersteller von Unterhaltungselektronik. Sie präsentieren auf der CeBIT "Zukunftsmusik", die es Ihnen noch schwerer machen soll, Ihr Sofa mal wieder zu verlassen.

Bei der Loewe AG zum Beispiel heißt das Zauberwort "Wireless Home Automation": "Ladies and Gentlemen, attention please!" Eine Dame - passend gekleidet zum beige-braunen Messestand von Loewe - betritt die "Wohnung der Zukunft". Die Wohnung, das ist ein Breitbild-Multimedia-Fernseher von Loewe, ein Telefon, eine Sitzgelegenheit, eine kissenüberhäufte Schlafgelegenheit und ein weiterer Breitbild-Multimedia-Fernseher von Loewe - im Schlafzimmer.

Die Dame erklärt, sie werde uns - einem Häuflein staunender und halbwegs des Englischen mächtiger Passanten - jetzt präsentieren, wie sich der Multimedia-Fernseher von Loewe in die Zentrale eines vernetzten Hauses verwandele. Dann könnten Licht, Fenster und Türen per Knopfdruck gesteuert und E-Mail, Internet und digitale Medien über den Fernseher abgerufen werden.

So erkenne das Fernsehgerät automatisch die begleitend zum Programm ausgestrahlten Internet-Adressen. Dabei handelt es sich nicht nur um Zukunftsmusik. Denn auf Basis der von Loewe und dem ZDF entwickelten Technologie "zap2web" kann man auch heute schon Fernsehen und Internet kombinieren - sofern man einen Internet-Fernseher von Loewe sein eigen nennt. Die Zuschauer zeigen verhaltene Begeisterung.

Umso begeisterter zeigt sich die Dame in beige. Als Festplatte sei der Fernseher der Zukunft nämlich ebenso zu gebrauchen. Egal ob digitale Fotos oder Musik im MP3-Format, der Fernseher übernimmt die Speicherung und Verwaltung der Medien. Und auch E-Mails könnten künftig am Fernseher empfangen und geschrieben werden. Um dies zu verdeutlichen, bettet sie sich auf die kissenüberhäufte Schlafgelegenheit. Alle dreißig Sekunden werde das elektronische Postfach automatisch abgefragt und der Posteingang auf dem Bildschirm gemeldet. Offen bleibt dabei die Frage, wer im Schlafzimmer wohl gerne die E-Mails des Chefs empfängt.

Doch schon geht?s weiter: Es klingelt. Statt aufspringen und die lästigen drei Schritte zur Tür gehen zu müssen, öffnet die Loewe-Dame per Knopfdruck ein Unterfenster in ihrem Bildschirm. Dort sieht sie ihren Gast und kann übers Telefon abklären, warum er vorhat, sie in ihrer Multimedia-Erlebniswelt zu stören.

Das ist aber noch nicht alles, denn der Fernseher der Zukunft, so die beige-farben gekleidete Dame, könne auch Jalousien öffnen und Lampen ausschalten. Jalousien sind gerade keine da, dafür aber drei Leuchtstrahler. "Stellen Sie sich vor, Sie sitzen im Wohnzimmer und wollen das Licht im dritten Stock ausschalten", fordert sie die Zuschauer auf. Wieder ein Knopfdruck - und die Lichter gehen aus. Tosender Applaus belohnt die Anstrengungen der Dame. Und wohl auch die hellseherische Gabe, die ihr einflüsterte, dass die Lichter im dritten Stock überhaupt eingeschaltet waren.

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