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Celanese im Quartal mit geringerem Umsatz und Ebitda

Der Chemiekonzern Celanese hat im dritten Quartal weniger umgesetzt und verdient und hält sich mit Prognosen für 2002 angesichts der unsicheren Konjunkturlage zurück. Die Umsätze im abgelaufenen Quartal seien im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um drei Prozent auf 1,233 Mrd. Euro gefallen, teilte das Unternehmen am Dienstag mit.

Reuters KRONBERG. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) ohne Sonderaufwendungen sei um 17 % auf 88 Mill. Euro zurückgegangen. Analysten sagten, das Ergebnis sei nicht so schlimm wie befürchtet. Für das Gesamtjahr bekräftigte Celanese seine Ebitda-Prognose ohne Sonderposten von 400 Mill. Euro ohne einen Ausblick auf das kommende Geschäftsjahr zu geben.

Der Aktienkurs des im MDax gelisteten Unternehmens fiel in einem schwachen Gesamtmarkt um 0,56 % auf 15,96 Euro.

Der Umsatzrückgang sei vor allem auf niedrigere Preise in den Segmenten Acetylprodukte und Chemische Zwischenprodukte sowie geringere Absatzmengen bei dem Geschäft mit technischen Kunststoffen (Tiscona) zurückzuführen, teilte Celanese weiter mit. Vor allem Tiscona belaste das Ergebnis nach wie vor stark, da die Nachfrage der US-Automobilindustrie und der globalen Telekommunikationsindustrie weiterhin schwach ausfalle.

Das Betriebsergebnis im dritten Quartal habe sich dennoch auf minus 16 Mill. Euro im Vergleich zu einem Fehlbetrag von 47 Mill. Euro im Vorjahreszeitraum ermäßigt. Der Verlust je Aktie habe sich im dritten Quartal dementsprechend auf 0,08 Euro von minus 0,35 Euro im Vorjahresquartal verbessert. Zur Verlustreduzierung hätten geringere Vertriebs-, allgemeine und Verwaltungskosten beigetragen, hieß es.

Die Celanese AG, in der die Chemiegeschäfte des früheren Hoechst-Konzerns zusammengefasst sind, bekräftigte ihr Ende August reduziertes Ebitda-Ziel ohne Sonderaufwendungen für das laufende Geschäftsjahr von 400 Mill. Euro. Der Verlust pro Aktie aus fortzuführenden Aktivitäten ohne Sonderaufwendungen werde zwischen 0,40 und 0,60 Euro liegen, hieß es weiter.

"Mit unserem Ausblick für das Jahr 2002 bleiben wir derzeit zurückhaltend", sagte Finanzvorstand Perry Premdas laut der Pressemitteilung. Das Unternehmen werde jedoch seine Anstrengungen zur Kostensenkung weiter intensivieren, hieß es.

Analysten werteten die Zahlen im großen und ganzen als im Rahmen ihrer Erwartungen. Der Rückgang beim Ebitda sei sogar geringer ausgefallen als befürchtet, hieß es von mehreren Analysten. Die weitere Geschäftsentwicklung sei aufgrund der Restrukturierung und der globalen Wirtschaftslage derzeit jedoch schwer einschätzbar. "Ich glaube nicht, dass sich die Zahlen im vierten Quartal verbessern werden", sagte Analystin Petra Meyer von Sal. Oppenheim, die Celanese mit "Neutral" bewertet. Die Erholung werde sich nach wie vor auf das nächste Jahr verschieben.

Gleichzeitig mit der überraschenden Korrektur der Geschäftsaussichten im August hatte der Chemiekonzern eine umfassende Restrukturierung sowie den Abbau von 850 Stellen angekündigt. Zum Ende des dritten Quartals waren bei Celanese den Angaben zufolge noch 12 700 Mitarbeiter beschäftigt. Ende August beschäftigte Celanese noch 13 100 Angestellte.

Im Rahmen der Restrukturierung sollten zudem kostenintensive Standorte geschlossen und Verwaltungsstrukturen vereinfacht werden, teilte der Chemiekonzern weiter mit. Im laufenden Geschäftsjahr entstünden Sonderaufwendungen von mindestens 260 Mill. Euro, von denen elf Mill. Euro im dritten Quartal für die beabsichtigte Schließung der Acetatfilament-Produktion am belgischen Standort Lanaken an.

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