Centgenaue Euro-Umstellung
Konsumflaute lässt Edeka im Wonnemonat kalt

Der Einzelhandelskonzern Edeka hat im Mai nach eigenen Angaben einen deutlichen Umsatzschub verbucht, nachdem das Geschäft in den ersten Monaten dieses Jahres wegen der Euro-Umstellung noch schwach war. Nach dem jüngsten Futtermittelskandal im Ökolandbau hält der nach der Metro-Gruppe und Rewe drittgrößte deutsche Lebensmittelkonzern nun allerdings Rückschläge bei Bio-Produkten für möglich.

Reuters HAMBURG. Von Januar bis April steigerte Edeka seinen Umsatz um 1,7 Prozent verglichen mit einem Plus von 4,7 Prozent im Vergleichszeitraum des Vorjahres, wie das Unternehmen am Montag bekannt gab. Die Höhe der Erlöse bezifferte Vorstandschef Hermann J. Ruetz bei der Vorstellung des Jahresabschlusses in Hamburg jedoch nicht. Er sagte lediglich, damit knüpfe Edeka wieder an Vorjahreswerte an. 2001 hatte die Lebensmittelgruppe ihren Einzelhandelsumsatz einschließlich Kooperationspartner den Angaben zufolge um fast fünf Prozent auf 32,8 Milliarden Euro gesteigert. Beim Gewinn habe Edeka dabei das seit vielen Jahren beste Ergebnis erzielt, sagte Finanzvorstand Gerhard Peter, er bezifferte den Gewinn allerdings nicht.

Keine Euro-Aufschlag

Ruetz betonte, Edeka habe die Preise für alle Produkte zu Jahresbeginn "centgenau" auf Euro umgestellt; gleichzeitig seien die Preise von mehreren hundert Artikeln gesenkt worden. "Die Einführung des Euro-Bargeldes hat somit den Lebensmitteleinkauf bei Edeka in keiner Weise verteuert, wie dies die pauschale Politiker-Schelte und Teuro-Berichte in den Medien in jüngster Zeit glauben machen wollen", sagte der Edeka-Chef. Er räumte ein, dass in der Umstellungsphase andere Lebensmittelunternehmen jedoch besonders "preisaggressiv" agiert hätten. Einzelne Marktteilnehmer hätten dabei "vielleicht Fehler" gemacht.

Ruetz sagte weiter, der bei Edeka durch Preiseerhöhungen bedingte Umsatzanstieg habe zwischen Januar bis April bei 1,3 bis 1,4 Prozentpunkten gelegen. Damit blieb der bereinigte Umsatz zum Vorjahreszeitraum nahezu stabil. Den Preisanstieg führte Ruetz vor allem auf Effekte durch die Tierseuchen des vergangenen Jahres zurück, in deren Folge Mitte 2001 auch die Preise für Milchprodukte angezogen hätten. Auch hätten höhere Gemüsepreise von Lieferanten zu Buche geschlagen. Letztere seien teilweise "heftig" gestiegen.

Boom der Bio-Produkte

Das Sortiment an Bio-Produkten erhöhte Edeka im vergangenen Jahr um 50 Prozent. Mit drei Prozent ist der Anteil am Gesamtumsatz aber immer noch relativ klein. Dieser Bereich werde auch künftig zweistellig wachsen, wenn auch nicht mehr in diesem Tempo, sagte Ruetz. Zur Dämpfung der Nachfrage könnte der jetzt bekannt gewordene Futtermittelskandal im Ökolandbau beitragen. Offenbar haben zahlreiche Öko-Betriebe Geflügel mit Weizen gefüttert, der mit einem Krebs erregenden Pflanzenschutzmittel belastet war. Ruetz kündigte an, dass Edeka deshalb die Qualitätsvorgaben an Lieferanten erhöhen und mehr Personal zur Kontrolle einstellen werde. Ganz sicher vor solchen "Unfällen" könne man allerdings nie sein, sagte Ruetz.

Den Jahresüberschuss steigerte Edeka nach Worten von Finanzchefs Peter im vergangenen Jahr deutlich. "Da müssen wir lange zurückblicken, um ein ähnliches Ergebnis zu finden", sagte Peter. 2002 solle die mit der eingeleiteten Strukturreform einhergehende Effizienzsteigerung dazu beitragen, dass das Ergebnis stabil bleibe. "Toppen" werde man das Ergebnis von 2001 in diesem Jahr wegen der Kaufzurückhaltung der Verbraucher in den ersten Monaten voraussichtlich aber nicht.

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