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Cewe will Kodak und Fuji übertrumpfen

Die größte europäische Fotolaborgruppe, Cewe Color Holding AG, Oldenburg, will ihren euroweiten Marktanteil von derzeit mehr als 20 % auf mindestens 30 % ausbauen und sich damit von seinen Wettbewerbern Kodak und Fuji absetzen.

beu HAMBURG. Dabei setzt das im SDax notierte Unternehmen nach den Worten des Vorstandsvorsitzenden Hubert Rothärmel als Wachstumstreiber auf die digitale Fotografie. Derzeit erzielt die 1961 von Heinz Neumüller gegründete Firmengruppe 2 bis 3 % des Umsatzes von 436,9 Mill. Euro (+8,4 %) mit digitalen Produkten. Bis zum Jahr 2005 soll sich dieser Anteil auf 15 % erweitern. Um hierfür gerüstet zu sein, hat Cewe im Jahr 2001 38,7 Mill. Euro vorwiegend in die digitale Fotografie investiert. Gleichzeitig wurden aber die Investitionen gegenüber dem Vorjahr um 17,6 % gesenkt, um die Finanzmittel für die digitalen Drucker anzusparem, die erst im Frühjahr 2003 lieferfähig sind.

Seine Zuversicht gründet Rothärmel, der auf der Hauptversammlung am 20. Juni als Vorsitzender in den Aufsichtsrat wechselt, auf die Ergebnisse der jüngsten Unternehmensstudie über die Nutzung von Digitalkamers mit 3300 Befragten. Danach werden Digitalkameras immer mehr zu privaten Anlässen genutzt, mehr als 60 % der Fotografen legen Wert auf auf Papierabzüge ihrer Aufnahmen, wobei die Anforderungen an die Qualität steigen, die Zufriedenheit mit Preis und Qualität von Tintenstrahlausdrucken abnimmt. So kostet der Ausdruck auf Fotopaier im format 10x15 mit Tintenstrahldurcker pro Abzug 0,50 Euro, über das Internet 0,30 Euro und über ein Terminal im Fachgeschäft 0,19 Euro. Hinzu kommt: die Befragten nutzen die Digitalkameras nach eigener Einschätzung "sehr oft" und bestellen mehr als 30 Fotoabzüge monatlich.

Nach Rothärmels Einschätzung liefern Digitalkameras mit einer Auflösung von 2 bis 3 Mill. Pixeln fotoamateuren eine sehr gute Leistung. Der Durchschnittspreis für eine Digitalkamera mit 2 Mega Pixel beträgt in Deutschland derzeit 300 Euro, mit 3 Mega Pixel 500 Euro. Angesichts des schnellen Modellwechsels in der Fotobranche werde sich ihr Preis weiter verringern. Damit steige mittelfristig der Anteil der digitalen Bilder gegenüber den analogen Aufnahmen.

Die mit 4000 Beschäftigten in 25 Großlabors in 14 Ländern tätige Cewe-Gruppe erwartet in diesem Jahr, so Rothärmel eine Umsatzsteigerung auf 450 bis 460 Mill. Euro mit dem Ziel, das Vorsteuer-Ergebnis des Jahres 2000 (30 Mill. Euro) wieder zu erreichen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hatten 9 Mill. Euro Sonderbelastung für die Stillegung von drei Labors in Lourdes, Hamburg und Ulm das Ergebnis verhagelt. Cewe kann nach vorläufigen Zahlen nur 20,2 Mill. Euro als Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit und 9,9 (13,7) Mill. DM Jahresüberschuss ausweisen. Die Folge ist ein auf 10,50 Euro abgesackter Kurs. für Rothärmel eine "schwärende Wunde".

Nachfolger von Rothärmel als Vorstandsvorsitzender wird Rolf Hollander, 50, seit 1989 im Cewe-Vorstand.

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