Chairman des Medienkonzerns tritt seinen Job nicht an
Aktionäre gewinnen Machtkampf um ITV

Die Aktionäre haben den Machtkampf um die Führung des britischen Medienkonzerns ITV plc gewonnen. Gestern teilte der Vorstand von Carlton Communications mit, dass der ursprünglich für ITV vorgesehene Exekutiv Chairman Michael Green sein Amt nicht antreten wird. Stattdessen sei das Board bereit, einen nicht-exekutiven Chairman zu akzeptieren.

fs LONDON. Damit kam die Carlton-Führung einer ultimativen Forderung nach, die vom US-Fonds Fidelity ausging und der sich rund 35 % des Aktienkapitals anschlossen. Die Investoren hatten seit dem Zusammengehen der beiden Medien-Firmen Carlton und Granada gefordert, dass der amtierende Carlton-Chairman Green nicht an die Spitze der neuen Gesellschaft rückt.

Noch am Sonntag hatte der Carlton-Vorstand abgelehnt, über die Position Greens zu diskutieren. Doch mit der am Montag Abend gefällten Entscheidung des Fusionspartners Granada, die Aktionäre zu unterstützen, war Green nicht mehr zu halten. Die Aktionäre lasteten Green unter anderem den Flop des Bezahl-Fernsehens ITV Digital an. Auch galt die Zusammenarbeit zwischen ihm und seinem Chief Executive als potenzieller Störfaktor. Das Amt des CEO soll Charles Allen ausfüllen, der Chairman von Granada und damit bislang einer der schärfsten Konkurrenten von Greens Carlton. Allens Position bleibt von den Protesten unberührt.

Der Protest der Aktionäre ist bislang der Höhepunkt der Corporate Governance-Welle in Großbritannien. Institutionelle Investoren haben zuletzt - unter politischem Druck - immer stärker von ihrer Macht gegenüber dem Vorstand Gebrauch gemacht. Kritiker bemängelten dagegen auch gestern, dass Investoren zu stark in Entscheidungen eingreifen, die sie von außen nicht beeinflussen sollten.

Wer das Zusammengehen der beiden bislang schärfsten Konkurrenten ab 2004 als Chairman begleitet, ist noch unklar. Vor dem Rückzug Greens galt John Nelson, ein ehemaliger Investmentbanker bei Lazard und CSFB, als möglicher Kandidat. Die Kurse beider Unternehmen legten gestern nach dem Ende der Ungewissheit deutlich zu.

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