Champions League
Abend der Entscheidung für Bayer

Bayer Leverkusen kämpft heute gegen Tabellenführer Kiew um den Einzug ins Viertelfinale der Champions League.

HB LEVERKUSEN. Zwölf der bisherigen Saisonspiele konnte Bayer Leverkusen nach Rückstand noch drehen. Am Samstag beim 2:1-Sieg gegen den VfL Wolfsburg gerieten die Fußballer nach vier Minuten in Rückstand und schossen in der 89. Minute den Siegtreffer. Doch heute in der Champions League gegen Dynamo Kiew (20.45 Uhr, live bei SAT.1) wollen sich die Fußballer nicht auf ihre Fähigkeit verlassen, dass sie den Ball schon noch irgendwie ins Tor bugsieren werden.

"Das darf uns nicht passieren. Es wäre fatal, so einen Fehler zu machen", sagte Leverkusens Trainer Klaus Augenthaler vor dem letzten Vorrundenspiel in der Gruppe B, in dem sich entscheidet, ob Leverkusener (8 Punkte) ins Achtelfinale einzieht - oder ob den Deutschen als Dritte nur der Uefa-Cup bleibt. Dies wäre der Fall, wenn sie gegen Kiew (10) verlieren und Real Madrid (8) in Rom (1) mindestens ein Remis holt.

Im Hinspiel verlor Leverkusen in Kiew nach 2:1-Pausenführung noch 2:4, in der BayArena hingegen gewann das Team die bisherigen beiden Champions-League-Spiele deutlich, 3:0 nach einer brillanten Leistung gegen Real Madrid, 3:1 gegen AS Rom. "Wir haben eine große Chance, weil wir nur 1:0 gewinnen müssen, um ins Achtelfinale zu kommen", sagte Augenthaler, "und dazu haben wir 90 und mit Nachspielzeit 95 Minuten Zeit."

"Zuhause sind wir eine Macht", sagte Carsten Ramelow. Jeder wisse, was auf dem Spiel stehe: "Und entsprechend werden wir auftreten." Gewarnt sind die Leverkusener vor Kiew durchaus, dessen Nationaltorwart Alexander Schowskowskij in den letzten sechs Pflichtspielen nur zwei Tore zuließ.

"Es ist einfacher geworden, weil wir nur einen einfachen Sieg brauchen, um den Matchball zu verwandeln", sagte Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser. Denn die Höhe des Leverkusener Sieges ist egal. Dennoch sei es keine simple Aufgabe gegen Kiew, das für ihn die spielstärkste Mannschaft der Gruppe B ist: "Da muss uns schon ein Zauberschlag gelingen."

Dann würde der Verein so viel Geld einnehmen wie lange nicht mehr: Rund 6,7 Millionen Euro plus Einnahmen aus dem Werbe- und TV-Pool sind bereits sicher, weitere 2,5 Millionen werden beim Einzug in die Runde der letzten 16 fällig.

"Die Chance ist jetzt sehr groß, jetzt gibt sich hier keiner mehr mit dem Uefa-Cup zufrieden", sagte Augenthaler. Zumal sein Team schon im letzten Spiel bei Real Madrid (1:1) nah dran war, vorzeitig ins Achtelfinale einzuziehen. Doch die RealStars glichen Leverkusens Führung noch aus.

Fehlen wird bei Bayer heute der gesperrte Diego Placente, fraglich ist der Einsatz von Jacek Krzynowek (Wadenverletzung), der beim Heimspielsieg gegen Madrid ein Traumtor erzielte. Dies sollen heute andere schießen, Andrej Woronin zum Beispiel. Dynamo Kiew war einst der Wunschverein des Ukrainers, für den das Spiel "natürlich etwas Besonderes ist". Die politischen Wirren in seinem Land verdrängt er auf dem Spielfeld: "Wenn ich auf dem Platz stehe, denke ich nicht soweit." Außerhalb des Stadions hat er ständig Kontakt zu seiner Heimat. "Es wird wieder bessere Zeiten geben", hofft Woronin. Und meint damit nicht Siege auf dem Fußballfeld, sondern den Sieg der Demokratie.

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