Champions-League
DFB-Teams unter Zugzwang

Nach den Auftakt-Pleiten auf der ganzen Linie will das deutsche Champions-League-Triumvirat kollektive Wiedergutmachung betreiben.

HB/dpa HAMBURG. "Leverkusen und Bayern stehen unter Zugzwang", fasste Rudi Völler zwar die kritische Ausgangslage nach einem Vorrunden-Spieltag zusammen. Doch der DFB-Teamchef macht dem zum Start unterlegenen Trio Bayern München, Bayer Leverkusen und Borussia Dortmund auch Mut. «Der deutsche Vereinsfußball kann in den letzten Jahren sehr gute Erfolge vorweisen. Da braucht man keine Angst zu haben. Die drei Niederlagen sind eine Momentaufnahme», sagte Völler im "Premiere"-Interview.

Der angeschlagene "Vize" aus Leverkusen muss am Dienstag gegen Manchester United die 2:6-Scharte bei Olympiakos Piräus ebenso auswetzen wie Rekordmeister FC Bayern in Lens die 2:3-Heimschlappe gegen Deportivo La Coruna. Meister Borussia Dortmund steht am Mittwoch gegen AJ Auxerre ebenfalls unter Siegzwang, da das Auftakt- Match bei Arsenal London mit 0:2 verloren ging.

Die Lage ist schwierig, aber nicht hoffnungslos. Völler macht vor allem seinem Ex-Club Leverkusen Hoffnung, bei dem er vor seinem Engagement beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) erst als Spieler und dann als Sportdirektor tätig war. "In der Vergangenheit hat Bayer gerade gegen große Vereine herausragende Leistung gezeigt." Reiner Calmund baut auf die "Underdog"-Rolle. "Wir sind Außenseiter, aber vielleicht ist das ein psychologischer Vorteil", sagte der Bayer - Manager, der trotz des 2:3 in Bremen sein Team im Aufschwung wähnt. "Wir sind auf einem guten Weg. Jetzt müssen wir einen Schulterschluss zwischen jungen und alten Spielern, zwischen Team und Coach machen."

Trotz des Debakels in Griechenland und des Fehlens der Stammkräfte Juan, Placente und Sebescen gibt auch Trainer Klaus Toppmöller nicht auf. "Im direkten Vergleich mit Piräus könnte ein einziger Zähler gegen Manchester über den Einzug in die zweite Gruppenhase entscheiden. Und der muss her", fordert der 51-Jährige. Dabei wird er wohl wieder auf den Australier Frank Juric bauen, der als Torwart- Ersatz für den verbannten Jörg Butt in zwei Partien neun Treffer kassierte. "Wir hatten in Piräus und Bremen kein Torwartproblem."

Für den FC Bayern gilt in Lens das Motto: Verlieren verboten, Gewinnen verordnet. Mit dem Rücken zur Wand muss der Rekordmeister Stärke demonstrieren und seinen Frankreich-Komplex überwinden, um in der Meisterliga nicht früh alle Chancen zu verspielen. "Wer rechnen kann, weiß, dass wir gewinnen müssen", fordert Manager Uli Hoeneß einen Sieg beim ebenfalls zum Erfolg verdammten RC Lens. Trotz des Fehlstarts gegen La Coruna verlangte Hoeneß am Montag selbstbewusstes Auftreten von Ballack und Co.: "Wir haben ein Spiel nicht gewonnen, jetzt sollten wir uns nicht in die Hose scheißen."

Ottmar Hitzfeld baut darauf, dass die Bayern unter Druck oft den besten Fußball spielen. "Es hat sich in der Vergangenheit gezeigt, dass wir mit Druck umgehen können", betonte der Coach, der auf den Einsatz von Claudio Pizarro (Knieblessur) hofft. "Es ist noch lange nicht alles verloren. Natürlich reicht auch ein Unentschieden gegen Lens - aber wir spielen auf Sieg." Allerdings verlor der FCB von fünf Champions-League-Spielen in Frankreich vier. Beim heimstarken "Vize" Lens passte Joel Muller die Bayern-Startpleite gar nicht ins Konzept. "Das hat die Situation in unserer Gruppe verkompliziert", so der Coach, dessen Team sich beim 1:2 beim AC Mailand teuer verkaufte.

Borussia Dortmund hofft gegen AJ Auxerre auf das Comeback von Marcio Amoroso. Der BVB-Torschützenkönig der vorigen Saison hat seine Achillessehnenentzündung im linken Fuß auskuriert: "Er scheint hundertprozentig fit", erklärte Trainer Matthias Sammer am Montag. Amorosos persönlicher Arzt Nivaldo Baldo glaubt, dass der 28 Jahre alte Brasilianer "in Kürze wieder spielen» kann. Ob Amoroso jedoch bereits am Mittwoch eingesetzt wird, ließ Sammer offen: "Es hängt alles davon ab, wie sein Fuß die Trainingsbelastungen verkraftet."

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