Champions League Finale
Juventus und Milan versprechen Fußball-Fest

Für Franz Beckenbauer und Bobby Charlton ist Juventus Turin der Favorit, Diego Maradona sieht den AC Mailand im Vorteil - doch alle Fans erwarten ein großes Spektakel. "Es soll ein Fest des Fußballs werden", kündigt Turins Ehrenpräsident Umberto Agnelli vor dem ersten italienischen Final-Duell in der Champions League gegen Milan an, das die Tifosi aus beiden Lagern gleichermaßen in seinen Bann zieht.

HB/dpa MANCHESTER. Hunderttausende Kartenbestellungen lagen für die Partie am Mittwoch (20.45 Uhr/live Premiere und RTL) im 62 295 Zuschauer fassenden Old-Trafford-Stadion von Manchester vor, doch nur jeweils 20 000 Anhänger werden ihre Mannschaften begleiten können.

"Da stehen sich die beiden besten Teams in Europa gegenüber. Und beide spielen keinen Catenaccio", sagte Beckenbauer. Er setzt hohe spielerische Erwartungen in das Finale, in dem die Vorzeige-Clubs der Serie A unter den gestrengen Augen von Schiedsrichter Markus Merk den krönenden Schlusspunkt unter eine erfolgreiche Saison setzen wollen. Der Referee aus Kaiserslautern wurde am Montag von der Europäischen Fußball-Union (Uefa) mit der Leitung des 48. Landesmeister-Endspiels betraut. "Ich bin Juve-Fan. Die haben genauso viel gewonnen wie die Bayern", bekennt der "Kaiser" und liegt damit voll im Trend. Denn auch bei den italienischen Wettbüros gilt die "alte Dame", die 1996 im Finale gegen Ajax Amsterdam den letzten von zwei Titeln im Landesmeister-Wettbewerb erringen konnte, als Favorit.

Aber auch die Mailänder fliegen mit großem Selbstbewusstsein auf die Insel. "Ein Sieg würde eine Serie von großen Spielen einläuten. Wenn wir in Manchester triumphieren, hält uns niemand mehr auf", glaubt Clarence Seedorf, der nach seinen Champions-League-Siegen mit Ajax und Real Madrid zum dritten Mal die wertvollste Vereins-Trophäe gewinnen will, an den Beginn einer neuen großen Ära der "Rossoneri", die den Wettbewerb zuletzt 1994 und insgesamt fünf Mal gewannen. Nach dem 4:1 im ersten Pokal-Finale bei AS Rom winkt dem AC Mailand am Ende der Woche ein weiterer Titel. Beiden Finalisten sind rund 60 Mill. ? aus dem Prämien-Topf der Uefa schon jetzt sicher.

Juve will einen Endspielsieg auch dem gestorbenen Fiat-Boss Gianni Agnelli widmen. "Der avvocato wird uns von oben zusehen. Das ist ein Grund mehr, um alles zu geben", erklärte Trainer Marcello Lippi, den allerdings vor dem Spiel des Jahres ein großes Problem beschäftigt: Wer soll den nach einer Gelben Karte im Halbfinale gesperrten Spielmacher Pavel Nedved ersetzen?

"Ich habe meine Wahl getroffen, aber ich werde erst am Finaltag sagen, wie sie aussieht", ließ der 55-Jährige die Katze noch nicht aus dem Sack. Möglicherweise soll Mauro Camoranesi die Lücke schließen. In Italien wird Nedved schon mit Franco Baresi verglichen, der 1994 die Final-Teilnahme mit dem AC Mailand ebenfalls wegen einer Sperre verpasste. Gerüchte, wonach Real Madrid den Tschechen Nedved verpflichten wolle, bezeichnete Lippi indes als "reine Fantasie".

Während sich auch der englische Weltmeister Bobby Charlton ("Die gewinnen 2:1, weil sie besser strukturiert sind") in seinem Tipp auf den 27fachen Meister Juventus als Sieger festgelegt hat, verweigert Italiens oberster Trainer jede Prognose. "In einem solchen Landes- Derby kann alles passieren. Die kennen sich zu gut. Da kann niemand den anderen überraschen. Aber es ist alles drin für ein schönes Spiel", sagte der heutige National- und frühere Bayern-Coach Giovanni Trapattoni.

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