Champions-League
Ganz Dortmund hofft auf Amoroso

Die Hoffnung beim deutschen Meister trägt einen Namen: Marcio Amoroso. "Ganz Dortmund" setzt vor dem Champions- League-Heimspiel der Borussia am Mittwoch gegen AJ Auxerre auf den brasilianischen Fußball-Profi mit der eingebauten Tor-Garantie.

HB/dpa DORTMUND. 140 Tage nach seinem letzten Pflichtspiel im BVB-Trikot beim UEFA-Cup-Finale am 8. Mai bei Feyenoord Rotterdam (2:3) soll der lange an einer Achillessehnenentzündung leidende Amoroso die Trefferflaute schon gegen die Franzosen beenden und eine große Lücke im Personal-Puzzle von Trainer Matthias Sammer schließen.

Nicht nur Vereinspräsident Gerd Niebaum sehnt den 26-Millionen- Euro-Mann aus Brasilien herbei. "Wir brauchen einen kaltschnäuzigen Stürmer, der die Chancen verwertet", betonte der Clubchef, der allerdings nicht an einen Einsatz des 28-Jährigen von Beginn an glaubt: "Er ist zwar wieder gesund, hat aber keinerlei Praxis." Erst am Samstag kehrte der Bundesliga-Torschützenkönig (18 Treffer) von der Rehabilitation aus seiner Heimat nach Westfalen zurück und absolvierte am Sonntag seine erste Übungseinheit mit den Kollegen.

Mangelnde Spielpraxis seiner angeschlagenen Profis Amoroso, Tomas Rosicky (Beckenschiefstand), Christian Wörns (Knieprobleme) und Lars Ricken (Muskelbündelriss) ist auch für Sammer das größte Problem. Nach der 0:2-Auftaktniederlage vor einer Woche bei Gruppenfavorit Arsenal London braucht der Coach gegen die Franzosen zumindest am Anfang ein harmonisierendes Team. "Im Prinzip", so Sammer, könnten alle Rekonvaleszenten von Beginn an auflaufen. "Aber ich kann nicht so viele Spieler ohne Praxis auf einmal einsetzen", so der Meister- Trainer, der sich bis kurz vor dem Spiel alle Optionen offen hält.

"Nichts ist ausgeschlossen", kündigte Sammer an. Einen Einsatz von Spielmacher Rosicky bezeichnete er als "enge Kiste". Doch der Tscheche, beim 0:2 in London als Ideengeber schmerzlich vermisst, wird ebenso in der Anfangs-Elf erwartet wie Wörns. "Das muss alles der Trainer kurzfristig entscheiden", sagte Niebaum, der sich mit Sammer in Sachen Aufstellung ebenso einig ist wie bei der Zielvorgabe: "Wir müssen drei Punkte holen."

Nach dem Vorrunden-Aus vor einem Jahr ist das Erreichen der 2. Gruppenphase auch aus finanziellen Gründen Pflicht. Manager Michael Meier konnte die damaligen Verluste nur durch das Erreichen des UEFA - Cup-Finals ausgleichen und denkt schon jetzt an die Saison 2003/2004, die dann erstmals ohne Zwischenrunde stattfindet. Allein das Antrittsgeld für die sechs Partien der 2. Gruppenphase (306 775 Euro je Spiel) garantiert Einnahmen von rund 18 Mill. Euro pro Club.

Auxerre ist für Dortmund ein alter Bekannter: Im UEFA-Pokal 1992/93 qualifizierte sich der BVB mit einem 2:0-Heimsieg und einem 6:5-Auswärtserfolg im Elfmeterschießen für das Finale gegen Juventus Turin (1:3/0:3). Vor dem Champions-League-Triumph der Westfalen im Jahr 1997 lautete die Viertelfinal-Hürde der Dortmunder ebenfalls Auxerre (3:1/1:0). Die Mannschaft aus dem Burgund liegt in der französischen Meisterschaft nach acht Spieltagen punktgleich mit Tabellenführer OGC Nizza an zweiter Position. Die Generalprobe des Teams von Coach Guy Roux gegen CS Sedan endete beim 3:1 erfolgreich - für den 63-Jährigen war es das 784. Erstligaspiel als Trainer.

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