Champions-League
Leverkusen bläst zur Aufholjagd

Bayer 04 Leverkusen will nach dem ersten Champions-League-Sieg unbedingt aufholen und macht den Einzug in die Zwischenrunde zur Pflichtaufgabe.

HB/dpa NIKOSIA/ZYPERN. "Jetzt geht das Spiel erst richtig los. Für den weiteren Verlauf der Saison bin ich sehr optimistisch", sagte Chefcoach Klaus Toppmöller nach dem 2:0-Sieg gegen den siebenmaligen israelischen Meister Maccabi Haifa in Nikosia. Toppmöller hofft, dass seine Mannschaft mit dem zweiten Erfolgserlebnis nach dem 2:1 gegen Bayern München in der Bundesliga ihr Tief endlich überwunden hat.

Trotz der Auftaktniederlagen gegen Olympiakos Piräus (2:6) und Manchester United (1:2) ist Rang zwei in der Gruppe F hinter den mit drei Siegen an der Spitze rangierenden Engländern in greifbare Nähe gerückt. Leverkusens punktgleiche Konkurrenten spielen nun nacheinander in der BayArena: Haifa am 23. Oktober, Piräus am 29. Oktober. Am Einzug in die Zwischenrunde will bei Bayer niemand mehr zweifeln. "Wenn man die gute Konstellation sieht, ist das natürlich Pflicht", sagte Nationalspieler Bernd Schneider.

Boden gut machen will das wiedererstarkte, wenngleich nicht glänzende Bayer-Team ebenso in der Fußball-Bundesliga. Nächster Gegner ist auswärts der VfL Wolfsburg, der dem Vizemeister in der vergangenen Saison eine der wenigen Niederlagen (1:3) zufügte. "Vielleicht können wir das am Samstag wieder wettmachen. Wir wollen nachlegen und uns langsam hoch hangeln", erklärte Toppmöller, der bis zur Winterpause noch einiges vor hat und vom Tabellenende (Platz 14) weg will: "Wenn wir auf fünf, sechs Punkte an die Spitze rankommen, können wir in der Rückrunde mit Jens Nowotny angreifen." Noch sind es acht Zähler Rückstand auf Spitzenreiter Bayern.

Nicht nur auf der Rückkehr des Kapitäns nach einem Kreuzbandriss ruhen die Hoffnungen. Bereits nach der zweiwöchigen Länderspiel- Pause erwartet Toppmöller zum Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern am 19. Oktober die drei Abwehrstammkräfte Diego Placente, Juan und Zoltan Sebescen zurück. "Wenn die Mannschaft dann fast komplett ist, werden wir auch wieder tolle Spiele zeigen", versprach Toppmöller, der nur beim von Lucio verursachten und von Avishay Zano (44.) verschossenen Foulelfmeter ("Für mich unberechtigt") zittern musste.

Ansonsten hat sich seine 1b-Mannschaft mit den "jungen Wilden" Pascal Ojigwe, Hanno Balitsch, Jurica Vranjes und Marko Babic anständig geschlagen. Ins Rampenlicht rückte auf Zypern vor allem der 21 Jahre alte Reservespieler Babic, der eine großartige Leistung mit seinen ersten beiden Treffern (31./64.) für Bayer abrundete. Dennoch glaubt der Kroate nicht, den Durchbruch in die Stammelf geschafft zu haben. "Ich bin weiter nur Ersatzspieler, das wird sich auch nicht ändern", sagte Babic, der seit dem Jahr 2000 fast nur in der Regionalliga-Mannschaft der Leverkusener spielt und sie als "meine Familie" bezeichnet.

"Er hat gut Fuß gefasst und kann mit der Kugel gut umgehen", lobte Toppmöller das Talent. Auch Bayer-Manager Reiner Calmund zeigte sich erfreut über den Leistungssprung von Babic, der bei der Weltmeisterschaft bereits zum kroatischen Kader gehörte und in der 90. Minute des Champions-League-Finals am 15. Mai gegen Real Madrid eingewechselt wurde. "Es ist erfreulich, dass er aus der Not eine Tugend gemacht hat", sagte Calmund über den 1,86 Meter langen "Riesenbaum". Freuen konnte sich auch Torwart Jörg Butt, der noch gegen Manchester auf die Bank strafversetzt worden war. "Es war seine zweite Topleistung nach der Partie gegen die Bayern. So stelle ich mir ein Torwartspiel vor", meinte Toppmöller.

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