Champions-League-Spiel gegen Partizan Belgrad
Bayern München spielt für Hochwasseropfer

Trainer Ottmar Hitzfeld warnt zwar pflichtgemäß, trotzdem steht "Krösus" FC Bayern München gegen Partizan Belgrad vor einem geruhsamen Spaziergang ins Millionen-Geschäft Champions League.

HB/dpa MÜNCHEN Nach dem 3:0-Hinspielsieg gegen den jugoslawischen Meister macht der Fußball-Weltpokalsieger aus dem zweiten Duell am Dienstag (20.30 Uhr, live ARD) ein Benefizspiel. Die gesamten Zuschauer-Einnahmen gehen an die Opfer der Jahrhundertflut in Deutschland. "Wir garantieren einen Betrag von 200 000 Euro, und die Mannschaft gibt noch einmal 100 000 Euro dazu", sagte Bayern-Manager Uli Hoeneß am Montag.

Ottmar Hitzfeld hofft, dass noch andere Bundesligisten dem Beispiel folgen, so der Trainer am Montagnachmittag bei einer Pressekonferenz." Jeder ist gefragt. Ganz Deutschland muss seinen Beitrag leisten", begründete der gebürtige Görlitzer Jens Jeremies die "spontane" Spende der Mannschaft. Trotz der sportlich geringen Spannung soll der gute Zweck der Partie viele Fußball-Fans ins Olympiastadion locken. Der FC Bayern erwartet sogar 40 000 Zuschauer. Damit würde weit mehr als die Garantiesumme für die Hochwasser- Geschädigten zusammen kommen. Zudem gibt es 2 000 Freikarten für die Helfer in der Hochwasserregion Passau und Regensburg.

Hitzfeld warnt vor Überheblichkeit

 

Für die Bayern wird sich der Abend trotz der Hilfsaktion ebenfalls finanziell lohnen. Der deutsche Rekordmeister kassiert die üppigen TV-Gelder aus der Live-Übertragung, und der programmierte Einzug in die Vorrunde der Champions League garantiert den Münchnern weitere Einnahmen im zweistelligen Millionen-Bereich. In den vergangenen zwei Spielzeiten hatten die Bayern allein an Prämien fast 80 Mill. Euro in der "Königsklasse" des europäischen Vereinsfußballs erlöst.

"Wir sind - das kann man ohne Überheblichkeit sagen - mit diesem 3:0 qualifiziert", hatte Bayern-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge schon vor zwei Wochen jubiliert, nachdem die Bayern im Hexenkessel von Belgrad in einer feindseligen Atmosphäre kühlen Kopf bewahrt und durch die Tore von Tarnat, Jeremies und Pizarro gesiegt hatten. Trotzdem warnte Hitzfeld eindringlich vor Überheblichkeit: "Man muss immer aufpassen, dass im Fußball auch die Psyche eine Rolle spielt. Wenn Belgrad ein Tor schießt, kann man nervös werden."

Lizarazu feiert Saisondebüt

Ein Zeichen will der Coach selbst mit der Mannschafts-Aufstellung setzen. Hitzfeld wird kein B-Team auf den Platz schicken. Allerdings muss er auf den geplanten Einsatz von Mehmet Scholl verzichten. Wegen muskulärer Probleme soll sich der Offensivspieler, dem Hitzfeld ursprünglich eine Einsatzgarantie gegeben hatte, erneut einer Kernspintomographie unterziehen und danach "ein intensives Aufbautraining" absolvieren. Auch bei Willy Sagnol (Muskelzerrung) will Hitzfeld kein Risiko eingehen. Der Franzose gehört ebenfalls nicht zum Kader.

Sein Landsmann Bixente Lizarazu soll dagegen sein Saisondebüt feiern. Der französische Nationalspieler steht nach einem schweren Muskelfaserriss in der Vorbereitung vor seinem Comeback. "Er wird von Anfang an spielen", kündigte Hitzfeld vor dem Abschlusstraining an. Lizarazu könnte mit Neuzugang Ze Roberto das neue Prunkstück auf der linken Seite bilden.

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen

FC Bayern München: Kahn - Hargreaves, Kuffour, Robert Kovac, Lizarazu - Salihamidzic, Jeremies, Ballack, Ze Roberto - Pizarro, Elber (Zickler) Partizan Belgrad: Radakovic - Miskovic, Savic, Bajic - Trobok, Jeremic, Vukic, Ivic, Ilic - Lazovic, Iliev Schiedsrichter: Colombo (Frankreich)

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