Champions League-Teilnahme in Gefahr
BVB muss sich geschlagen geben

Für Borussia Dortmund ist die Aussicht auf Millionen-Einnahmen in der Champions League in Gefahr geraten. Die Westfalen verloren am Mittwoch das erste Qualifikations-Duell beim belgischen Meister FC Brügge mit 1:2 (0:2) und müssen im Kampf um den Einzug in die europäische Königsklasse nun auf das Rückspiel in zwei Wochen vor heimischer Kulisse hoffen.

HB/dpa BRÜGGE. Nach einer indiskutablen Vorstellung in der ersten Halbzeit erhielt erst Marcio Amorosos Anschlusstor (52.) die Dortmunder Chancen am Leben. Nastja Ceh (33.) und Gert Verheyen (44.) hatten die Belgier in Führung geschossen und vor 21 000 Zuschauern im Jan-Breydel-Stadion Erinnerungen an den 9. Dezember 1987 geweckt, als der BVB im UEFA-Pokal mit einer 5:0- Packung nach Hause geschickt worden war.

Vier Tage nach dem 4:0-Sturmlauf gegen den VfL Wolfsburg drohte den Dortmundern in Brügge eine böse Bauchlandung. Sebastian Kehl, in der Bundesliga wegen seiner Schiedsrichter-Attacke noch gesperrt, rückte für Otto Addo als Verstärkung der Defensive ins Team der Westfalen, die die Qualifikations-Hürde 1999 gegen FK Teplice und 2001 gegen Schachtjor Donezk jeweils übersprungen hatten. Doch die Vorsichtsmaßnahme von Trainer Matthias Sammer erwies sich als nahezu wirkungslos, denn 45 Minuten lang wurde ein passiver BVB von dem wie entfesselt aufspielenden belgischen Meister geradezu demontiert.

Dem Druck der Hausherren konnte der Bundesliga-Dritte des Vorjahres nicht lange Stand halten. Bereits in der 9. und 10. Minute kamen die Belgier durch Alin Stoica und Ceh zu Chancen, die die Verwundbarkeit der Dortmunder Abwehr dokumentierten. Folgerichtig ging der FC Brügge durch Ceh in Führung, der eine Flanke von Peter van der Heyden aus zwölf Metern einköpfte. Vorausgegangen war ein Ballverlust des erst vor einer Woche verpflichteten Norwegers Andre Bergdölmo. Auch beim zweiten Treffer durch Verheyen kurz vor der Pause machte die BVB-Hintermannschaft keinen geordneten Eindruck.

Im Spiel nach vorne ließen die Westfalen wie so oft in letzter Zeit auswärts viele Wünsche offen. Durch ihre hohe Fehlpassquote im Aufbau brachten die Dortmunder ihren Gegner immer wieder ins Spiel. Bis auf einen Freistoß von Tomas Rosicky (30.), den Brügges fast 40- jähriger Keeper Dany Verlinden zur Ecke lenkte, strahlten die Gäste vor der Pause keine Torgefahr aus. Entsprechend sauer reagierte Gerd Niebaum. "Das haben wir uns anders vorgestellt. Wir haben viel zu wenig getan und sind im Spiel nach vorne zu pomadig", schimpfte der Dortmunder Club-Präsident zur Halbzeit.

Doch mit der Hereinnahme von Addo nach der Pause für Bergdölmo kam frischer Wind in die Aktionen. Der wieder gefundene Schwung wurde schnell mit dem Anschlusstor von Amoroso belohnt, der nach einem von Verlinden zu kurz abgewehrten Jan Koller-Schuss zum 1:2 abstaubte. In der 64. Minute fehlten Addo nach spektakulärem Solo nur Zentimeter zum Ausgleich. Ein drittes Tor für Brügge verhinderte Roman Weidenfeller (72.), der einen Schuss des Peruaners Mendoza reaktionsschnell entschärfte.

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