Chance auf Aufstieg in den MDax
Fraport-Aktie debütiert verhalten

Trotz der hohen Nachfrage vor dem Börsengang haben die Aktien des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport bei ihrem Börsendebüt ihre Anfangsgewinne nicht halten können. Der Börsengang des nach dem Londoner Heathrow-Flughafen größten europäischen Flughafen zählt zu den umfangreichsten Emissionen in Europa in diesem Jahr. Fraport, der als erster deutscher Flughafenbetreiber den Gang an die Börse wagte, will die Einnahmen von brutto rund 800 Mill. ? vor allem in den Flughafenausbau stecken, gegen den rund zwei Dutzend Demonstranten vor der Börse protestierten.

dpa/rtr FRANKFURT. Gestartet war die Fraport-Aktie an ihrem ersten Handelstag zunächst mit einem Kursgewinn von mehr als einem Prozent, den sie bis zum Mittag jedoch wieder preis gab. Am Nachmittag fiel der Titel sogar vorübergehend unter die 35-Euro-Marke bis auf 34,63 ? zurück, was Händler auf Hedge-Fonds zurück führten, die auf Kursverluste spekulierten und Leerverkäufe tätigten. Zum Handelsende lag die Aktie dann nur noch bei 34,80 Euro.

Viele Anwohner erwarben Anteile

Das Land Hessen, der Bund und die Stadt Frankfurt halten auch nach dem Börsengang die Mehrheit. "Die Überzeichnung hat unsere Erwartungen sehr übertroffen", sagte Fraport-Chef Wilhelm Bender mit Blick auf die 8,5 fache Überzeichnung der Fraport-Aktien. Rund 193 Mill. Papiere seien nachgefragt worden, fast 13 % davon durch private Anleger. Knapp ein Drittel der privaten Orders seien aus dem Rhein-Main-Gebiet gekommen, was der Fraport-Chef als großen Vertrauensbeweis der Region wertete.

Auch Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig (SPD), der anlässlich des ersten Handelstages nach Frankfurt gekommen war, deutete die starke Nachfrage der Flughafen-Aktien als Beweis dafür, "welch hohes Interesse am Ausbau" des Flughafens bestehe. Durch den Börsengang seien die finanziellen Kapazitäten für den Bau der neuen Startbahn geschaffen worden. So könne Frankfurt am Wachstum des Weltluftverkehrs weiter teil haben. Der Bund wolle seine Anteile "mittelfristig" behalten, sagte Bodewig weiter.

Vor dem Frankfurter Börsengebäude, in dem die Pressekonferenz stattfand, hatten sich derweil gut 20 Demonstranten versammelt, die lautstark gegen den für 2006 geplanten Bau einer neuen Startbahn demonstrierten.

Chance auf den Aufstieg in den MDax

Die Zeichnungsspanne für die Fraport-Aktien hatte bei 32 bis 37 ? gelegen. (Das Bookbuilding-Verfahren). Private Frühzeichner hatten einen Preisabschlag von einem Euro erhalten. Interessenten aus dem Rhein-Main-Gebiet werden bei der Zuteilung der Aktien bevorzugt. Zuzüglich einer Mehrzuteilungsoption ("Greenshoe") von 3,4 Mill. Aktien, die nach Angaben von Konsortialführer Dresdner Kleinwort Wasserstein bereits am Montag voll ausgeübt wurde, bringt Fraport 26,1 Mill. Papiere in den Amtlichen Handel der Frankfurter Börse. Nach Ausübung der Mehrzuteilungsoption werden 29 % der Aktien in Streubesitz sein. Das Emissionsvolumen beläuft sich nach den Angaben inklusive des Greenshoe auf rund 914 Mill. ?. Da alle Papiere zum Handel zugelassen sind, beläuft sich die Marktkapitalisierung, also der Börsenwert, der Fraport AG auf rund 3,2 Mrd. ?, womit die Gesellschaft Branchenkennern zufolge gute Chancen haben dürfte, schon bald in den Nebenwerte-Index MDax aufzusteigen.

Der Frankfurter Flughafen ist mit jährlich knapp 50 Mill. Fluggästen hinter London-Heathrow und vor Charles-de-Gaulle in Paris der zweitgrößte Flughafen in Europa. Im vergangenen Geschäftsjahr erzielte Fraport bei einem Umsatz von gut drei Mrd. DM ein operatives Ergebnis von mehr als einer Milliarde DM. Im laufenden Jahr rechnet die Fraport AG nach Worten Benders auf Grund der weiter steigenden Flugverkehrszahlen mit einer positiven Geschäftsentwicklung. Er könne zwar noch keine genaue Prognose abgeben, sei aber für die Entwicklung des Nettoergebnisses 2001 "sehr optimistisch", sagte Bender.

Analysten rechneten mit einem Ausgabepreis von 34 Euro

Fraport-Analyst Uwe Weinreich von der Bankgesellschaft Berlin zeigte sich von der Höhe des Ausgabepreises ein wenig überrascht. "Ich hätte mir wie viele andere auch 34 ? gewünscht", sagte Weinreich. Andererseits zeige die 8,5-fache Überzeichnung, dass die Konsortialbanken und auch das Unternehmen "gute Arbeit" geleistet hätten und die "Equity Story" gut verkauft hätten. Insgesamt scheine die Marke von 35 ? eine Kompromisslösung zu sein. Zahlreiche Fondsmanager und Analysten hatten mit Blick auf das anhaltend schwache Marktumfeld erwartet, dass der Ausgabepreis der Fraport-Aktie die 34-Euro-Marke nicht überschreiten werde. Der nun etwas höher ausgefallene Emissionskurs könne auch als Signal für eine Besserung des "IPO-Geschäfts" - also der Börsengänge in Deutschland - gelten, sagte Analyst Weinreich.

Auf der Basis des Emissionspreises von 35 ? prognostiziert Weinreich für die Fraport-Aktie kurz- bis mittelfristig ein Kurswachstum von zehn Prozent. "Ich glaube nicht, dass die Aktie in den nächsten sechs bis zehn Monaten die zehn Prozent überschreiten wird. Dafür wird sie zu sehr vom konjunkturellen Umfeld überschattet", fügte der Analyst hinzu. Entscheidend für das Papier werde auch die weitere Diskussion um den Bau der neuen Startbahn am Frankfurter Flughafen sein. Fraport-Sprecher Busch sagte zu der neuen Startbahn: "Der Ausbau wird wie geplant 2006 kommen. Es gibt keinen logischen Anlass, der dagegen spricht. Alle wichtigen Entscheidungen zum Ausbau sind bisher positiv gefallen."

Der Frankfurter Flughafen ist mit jährlich knapp 50 Mill. Fluggästen hinter London-Heathrow und vor Charles-de-Gaulle in Paris der zweitgrößte Airport in Europa. Im vergangenen Geschäftsjahr erzielte Fraport bei einem Umsatz von gut drei Mrd. DM ein operative Ergebnis von mehr als einer Milliarde DM.

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