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Chance vertan

Über 27 Millionen Haushalte in Deutschland nutzen heute noch einen analogen Telefonanschluss der Deutschen Telekom. Der Regulierer hätte also besser daran getan, der Telekom keinen Spielraum für eine Anhebung der Endkundenpreise zu bieten.

Weit über 27 Millionen Haushalte in Deutschland nutzen heute noch einen analogen Telefonanschluss der Deutschen Telekom. Ab September erhöht der Konzern den Netto-Monatspreis für einen solchen Anschuss um satte 14 % auf 13,50 Euro. Die Preiserhöhung spielt dem Unternehmen pro Jahr mehr als 500 Mill. Euro zusätzlich in die Kasse. Der Telekom ist hier kein Vorwurf zu machen. Sie nutzt lediglich den Spielraum, den ihr der Regulierer einräumt. Der glaubt - trotz hoher Profitabilität der T-Com - Sparte - festgestellt zu haben, dass analoge Anschlüsse bislang von der Telekom unter den Kosten vermarktet wurden. Modellrechnungen zeigen aber, dass die monatlichen Anschlusskosten der Telekom durchschnittlich unter 10 Euro liegen.

Der Regulierer hätte also besser daran getan, der Telekom keinen Spielraum für eine Anhebung der Endkundenpreise zu bieten. Sinnvoller wäre es gewesen, wenn die Behörde im April bei der Anpassung der Verbindungsentgelte für die Wettbewerber einen Vorleistungspreis von deutlich unter 10 Euro festgesetzt hätte. Damit wären eine zusätzliche Belastung privater Haushalte vermieden und eine Wettbewerbsförderung im Festnetzmarkt erreicht worden. Diese Chance hat der Regulierer vertan. Vielleicht auch deshalb, weil es leichter ist, "Otto Normalverbraucher" zur Kasse zu bitten, als Entscheidungen zu treffen, die beim politischen Establishment auf Widerstand stoßen.

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