Chance zur Angebots-Nachbesserung
Airbus verschiebt Vergabe von Triebwerksauftrag

Der europäische Flugzeugbauer Airbus hat die Vergabe eines Triebwerksauftrags für den geplanten Militärtransporter A400M verschoben, um einem europäischen Konsortium die Chance zur Nachbesserung seines Angebots zu geben.

Reuters TOULOUSE. Das Angebot des kanadischen Herstellers Pratt & Whitney sei 20 % günstiger als das des europäischen Konsortiums Europrop International, sagte Airbus-Chef Noel Forgeard am Mittwoch. "Wenn wir heute wählen müssten, würden wir uns für Pratt entscheiden." Allerdings sei Airbus gebeten worden, die Entscheidung zu vertagen, die nun innerhalb einer Woche fallen solle. Ein Branchenanalyst sprach von einer guten Nachricht für Airbus und einer schlechten für die europäische Triebwerksbranche: "Airbus macht klar, dass es kein Wohltätigkeitsverein ist."

Der Unterschied zwischen den beiden Angeboten macht nach Airbus-Angaben mehrere hundert Mill. ? aus. Analysten schätzen das Gesamtvolumen auf mehr als drei Mrd. ?. Das europäische Konsortium wird gebildet aus der französischen Snecma und dem britischen Triebwerkshersteller Rolls-Royce, die mit der Daimler-Chrysler-Tochter MTU und der spanischen ITP kooperieren. Auf der anderen Seite steht Pratt & Whitney, ein Tochterunternehmen des US-Konzerns United Technologies.

Über die Finanzierung des A400M-Projekts hatte es jahrelang Streit gegeben. Vorgesehen ist nun der Bau von 180 Flugzeugen für Deutschland, Frankreich, Spanien, Großbritannien, Belgien, die Türkei und Luxemburg. In Deutschland fehlt allerdings noch der parlamentarische Beschluss, der in den kommenden Wochen erwartet wird. Der Flugzeugbauer Airbus, der zu 80 % zu EADS und zu 20 % der britischen BAE Systems gehört, kann mit dem Militärprojekt seine Abhängigkeit vom kommerziellen Luftverkehr verringern.

Im kommerziellen Bereich erwartet Airbus nach Angaben von Forgeard für 2004 in etwa die gleiche Zahl von Auslieferungen wie für das laufende Jahr, in dem die Firma 300 Flugzeuge ausliefern will. Ab 2005 werde die Zahl voraussichtlich wieder steigen.

Airbus gab zudem ein weiteres Kostensenkungspaket über rund eine Milliarde Euro bekannt. "Wir haben einen Kostensparplan über eine Milliarde Euro gestartet, um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein", sagte Forgeard. Das Programm sei zusätzlich zu den bereits vor einigen Monaten angekündigten Einsparungen in Höhe 1,5 Mrd. ? beschlossen worden. Man wolle Airbus damit auf eine mögliche weitere Verschlechterung der Marktbedingungen und mögliche Verzögerungen bei der Auslieferung bestellter Maschinen vorbereiten.

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