Chancen auf Bar-Abfindung
Bankgesellschaft Berlin: US-Investoren interessiert

Drei Kreuze dürften die Mitglieder des Berliner Senats machen, wenn die krisengeschüttelte Bankgesellschaft Berlin endlich verkauft ist. Mit BGB Capital Partners, einem Konsortium von Christopher Flowers und der Texas Pacific Group, und Lone Star setzt Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) inzwischen ausschließlich auf US-Investoren.

fmd BERLIN. Bei diesen Interessenten bestehen am ehesten Chancen, eine Bar-Abfindung zu erhalten. Bis Ende des Jahres will das Land eine Entscheidung treffen, an wen der 81 %-Anteil veräußert werden soll. Zwischenzeitlich hat auch die Norddeutsche Landesbank - mit knapp 11 % der zweitgrößte Anteilseigner - durchblicken lassen, sie werde einer Neuordnung nicht im Wege stehen. Allerdings könne man sich vorstellen, bereits bestehende Allianzen mit der Bankgesellschaft fortzuführen. Streit gibt es noch über die Nutzung des roten Sparkassen-Logos, das nach Ansicht des Sparkassenlagers für einen privaten Anbieter tabu ist.

Trotz der kräftigen Aufräumarbeiten bei der Bankgesellschaft, die unter dem neuen Vorstandsvorsitzenden Hans-Jörg Vetter stattfinden, wird das Institut immer wieder von seiner Vergangenheit eingeholt. So auch in der Auseinandersetzung um die korrekte Tätigkeit der Wirtschaftsprüfer. Dass die Bankgesellschaft dabei im Zweifelsfalle Schadensersatzforderungen geltend machen will, dürfte nachvollziehbar sein. Schließlich wurden Aktionäre und Steuerzahler bislang arg gebeutelt. Nur durch eine Finanzspritze von rund 2 Mrd. Euro entging das Institut 2001 der Insolvenz. Und in diesem Jahr war eine Bürgschaft des Landes über 21,6 Mrd. Euro erforderlich, um das Geschäft mit den Immobiliendienstleistungen abzusichern. Rund 300 Mill. Euro stehen für diesen Zweck im kommenden Etat bereit. Für diese gerade in jüngster Zeit stark kritisierte "Abschirmung" gab es aus Sicht des Senats keine Alternative. Jede andere Maßnahme hätte das Land noch stärker belastet.

Vorstandschef Vetter ist sich im klaren, dass die BGB im Kreditgeschäft jederzeit erneut von der Vergangenheit eingeholt werden kann. Dennoch bleibt er für das operative Geschäft verhalten optimistisch. Der Verlust, so sein Ehrgeiz, soll in diesem Jahr mindestens halbiert werden.

Zu den Ursachen und Folgen der Beinahe-Pleite der Bankgesellschaft lesen Sie: Bank Berlin: Wirtschaftsprüfer BDO in der Krise

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