Chancen auf Einigung nur gering
Metall-Arbeitgeber richten sich auf Streik ein

In der ostdeutschen Metall- und Elektroindustrie richten sich die Arbeitgeber nach dem Abbruch der Tarifverhandlungen auf einen Streik ein. Die Einführung der 35-Stunden-Woche im Osten lehnte Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser am Montagabend in Berlin erneut strikt ab.

HB/dpa BERLIN. Zugleich warnte er vor einem Arbeitskampf mit Auswirkungen weit über die Metallindustrie hinaus. "Einen Großkonflikt vor diesem wirtschaftlichen Hintergrund, das kann Deutschland nicht brauchen." Derzeit arbeiten die 310 000 Ost- Metaller drei Stunden länger als ihre West-Kollegen.

Die Chancen für eine Einigung noch vor der Urabstimmung der Gewerkschafter über einen Streik beurteilte der Chef des Metallarbeitgeberverbands skeptisch. "Wir sind zu jedem Gespräch über die Sache bereit", sagte Kannegiesser. "Aber wir werden uns nicht einschüchtern lassen." Falls sich die IG Metall für einen Arbeitskampf entscheide, würden die Arbeitgeber "diesen Weg mitgehen, wie lange der Konflikt auch dauert." Die Geschlossenheit innerhalb des Arbeitgeberlagers sei größer als bei normalen Tarif- Auseinandersetzungen.

Auch den Vorschlag der IG Metall, den Termin für die Einführung der 35-Stunden-Woche von der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der einzelnen Unternehmen abhängig zu machen, lehnte Kannegiesser ab. "Das klingt gut, aber es ist äußerst schwer umsetzbar. Außerdem löst dies das Grundproblem nicht." Die Arbeitgeber argumentieren, dass bei einer Verkürzung der Wochenarbeitszeit der letzte Kostenvorteil der ostdeutschen Metallindustrie verloren ginge.

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