Chancen für einen Dreiergipfel
Clinton will Millenniums-Gipfel für Nahost-Frieden nutzen

In intensiven Gesprächen mit Barak und Arafat, unternimmt der amerikanische Präsident einen weiteren Versuch, ein Friedensabkommen zwischen Israelis und Palästinensern zu sichern.

ap WASHINGTON. Der amerikanische Präsident Bill Clinton will den Millenniums-Weltgipfel der UN in der nächsten Woche zu einem neuen Anlauf nutzen, ein endgültiges Friedensabkommen zwischen Israelis und Palästinensern doch noch vor dem Stichtag 13. September zu erreichen. Wie am Dienstag aus palästinensischen und anderen diplomatischen Kreisen nach Clintons Treffen mit dem ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak in Kairo verlautete, plant Clinton intensive Gespräche mit dem israelischen Ministerpräösidenten Ehud Barak und dem palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat, die beide nach New York kommen. Diese könnten sich zu einem Dreiergipfel ausweiten, wenn die Voraussetzungen dafür gegeben seien.

Bei ihrem eineinhalbstündigen Treffen auf dem Flughafen von Kairo verpflichteten sich Clinton und Mubarak zu einer gemeinsamen Unterstützung des Nahost-Friedensprozesses. Die Zeit für ein Abkommen werde knapp, sagte Clinton. "Ich denke, dass alle Beteiligten einsehen, dass sie es ohne die Führung und Hilfe Ägyptens nicht schaffen können."

Der Berater Arafats, Nabil Schaath, sagte in Kairo, Clinton werde sich in New York mit Arafat und Barak zu getrennten Gesprächen treffen. Diese könnten möglicherweise zu einem neuen Dreiergipfel führen. Doch sagte der palästinensische Chefunterhändler Sajeb Erakat, es sei noch zu früh, von einem Dreiergipfel zu reden. Ein hoher Regierungsbeamter in Washington sagte, obwohl Clinton einen solchen Gipfel wolle, sei er der Meinung, dass die Positionen beider Seiten dafür noch zu weit auseinander lägen.

Clintons Nahost-Gesandter Dennis Ross, der am Dienstagabend nach Israel flog, um Barak über das Treffen Clintons mit Mubarak zu unterrichten, soll dazu ein Positionspapier ausarbeiten. Darin sollten alle Punkte aufgelistet werden, in denen nach amerikanischer Auffassung bereits in Camp David eine Annäherung erzielt worden sei, sagte der amtierende israelische Außenminister Schlomo Ben Ami. Dann sollen Israel und die Palästinenser um ihre Meinung dazu befragt werden. Reagierten die Palästinenser positiv auf das Papier, könne man darauf aufbauen, sagte Ben Ami. In einer Stellungnahme von Baraks Büro hieß es, die Chancen für ein Abkommen stünden 50 zu 50.

Der ägyptische Außenminister Amr Mussa sagte, Clinton habe keine neue Lösung mitgebracht, aber es gebe Vorschläge und Ideen, die eine Annäherung zwischen Israel und den Palästinensern vielleicht schon in den nächsten Tagen ermöglichen könnten. "Dazu werden aber große Anstrengungen nötig sein", betonte Mussa.



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