Chancen für Freightliner
Daimler-Chrysler sieht Licht am Ende des Tunnels

Für den gebeutelten Bereich Nutzfahrzeuge der Daimler-Chrysler AG, Stuttgart, ist möglicherweise Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Zumindest was den US-Markt betrifft ist Nutzfahrzeug-Vorstand Eckhard Cordes für die Daimler-Chrysler-Tochter Freightliner LLC einen Tick optimistischer als für die Gesamtsparte.

vwd STUTTGART. Anlässlich der Mid America Truck Show in Louisville/Kentucky, der größten US-Lkw-Show, sagte Cordes, er sehe "Licht am Ende des Tunnels". Bei vielen Kunden hätten sich Investitionen aufgestaut.

Inzwischen ist aber in den USA der Preis für Diesel-Kraftstoff stark gestiegen. Dies könnte erneut zu einem Hinausschieben der Neuanschaffungen bei Kunden führen. Dennoch soll Freightliner Ende 2002 im Zuge des Restrukturierungsprogramms die Gewinnschwelle erreichen. "Wir liegen bei Freightliner voll im Restrukturierungsplan", sagte Cordes. Im ersten Quartal 2002 lag der Absatz von Freightliner-Schwer-Lkw mit 23.100 Einheiten auf dem niedrigen Vorjahresniveau. Absatzziel für 2002 sind rund 150.000 Einheiten der US-Lkw-Klasse 8 (Schwer-Lkw). Vor zwei Jahren betrug die Absatzzahl noch 310.000 Einheiten. Ab Herbst gelten in den USA neue schärfere Abgasnormen, die zu einem Vorziehen der Bestellungen führen könnten.

Nachdem der erfolgreiche Mercedes-Transporter "Sprinter" aus dem Düsseldorfer Mercedes-Werk Ende vergangenen Jahres auf dem US-Markt unter dem Namen "Sprinter - Freightliner" eingeführt wurde, wird in den USA nun ein Standort für ein Sprinter-Produktionswerk gesucht. Im Gespräch sind Standorte in Georgia, South Carolina und Florida. Der potenzielle Markt für den Sprinter liege bei etwa 6.000 Stück pro Jahr.

Insgesamt ging allerding im ersten Quartal 2002 der Nutzfahrzeug-Umsatz erst nochmal um 6 % auf 6,121 Mrd Euro und der Absatz um 15 % auf 101 684 Einheiten zurück, davon in Westeuropa um 18 % auf 54 615 Mercedes-Nutzfahrzeuge. Nach den Worten von Cordes ist der Preisverfall bei Mercedes-Nutzfahrzeugen in Westeuropa jetzt an einem Punkt angelangt, den Daimler-Chrysler auch mit umfassenden Kostensenkungen und Preiszugeständnissen nicht mehr kompensieren kann. Auch die Mitbewerber seien zu dieser Erkenntnis gelangt, sagte Cordes.

Mittel und langfristig könnte der Mercedes-Lkw-Absatz in den Nahen und Mittleren Osten und den Rest der Welt mehr in den Vordergrund rücken. In Südostasien baue Daimler-Chrysler zusammen mit den Partnern Hyundai (10 % Beteiligung) und Mitsubishi Motor Corp (37,3 %) eine neue Marktstellung auf. Die Gespräche zwischen den drei Partnern seien noch nicht abgeschlossen.

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