Chancen für kleinere Entwicklerfirmen
Web-Services bringen die Softwareindustrie auf Trab

Volker Wawer verdankt den Web-Services einen unternehmerischen Schritt nach vorne. Der Geschäftsführer der Karlsruher Procad GmbH & Co KG hat seine Software Pro-File in ihrer neuen Version zukunftsfähig gemacht, hofft er. Denn sein Programm zum Produktdatenmanagement kann nun erstmals komplett über Web-Services angesprochen werden.

HB MÜNCHEN. Wawers Software lässt sich über herkömmliche Internet-Standards von anderen Softwarekomponenten nutzen und quasi wie in einem Baukastensystem kombinieren. Dahinter steckt eine Vision: In einer auf Web-Services aufbauenden IT- Landschaft kann ein Unternehmen jedes andere Unternehmen einfach mit Zugriffsrechten ausstatten.

Für Wawer heißt das zunächst, dass seine Software in die IT-Landschaften seiner Kunden mit sehr viel geringerem Integrationsaufwand und damit kostengünstiger zu implementieren ist. "Heute wird noch viel zu viel Geld für Integrationslösungen ausgegeben. Wir verbringen zu viel Zeit mit Dingen, die nichts mit den Kunden zu tun haben", sagt Wawer.

Doch die Softwareindustrie bessert sich: Den Web-Services wird von Experten ein revolutionäres Potenzial beigemessen. Bei der SAP AG genießt das Thema daher allergrößte Aufmerksamkeit. Auch im SAP Research Center CEC in Karlsruhe wird emsig darüber nachgedacht, welche Auswirkungen sich aus der neuen Technologie ergeben werden. "Das ist ein Paradigmenwechsel in der Software-Entwicklung", sagt Orestis Terzidis, Leiter des Forschungszentrums. "Wir beschäftigen uns mit den Konsequenzen, die daraus entstehen."

In diesem Jahr wird Terzidis seinem Vorstand Ergebnisse vorlegen. Eines ist schon sicher: Web-Services werden erhebliche Auswirkungen auf die Strukturen der Software-Industrie haben. In der Sprache der Informatiker lauten die Kernfragen: In welcher Granularität müssen die Komponenten vorliegen, um ein optimales Gesamtsystem zu bauen? Wie viel muss aus einer Hand kommen? Und inwieweit kann eine IT-Landschaft aus den besten am Markt verfügbaren Einzelbausteinen zusammengefügt werden? "Diese Schwelle wird jetzt mit den Web-Services neu definiert - und zwar mit betriebswirtschaftlichem Ansatz", meint Terzidis.

Die Entwicklungsgeschwindigkeit neuer Anwendungen könnte zunehmen - eine Chance für kleinere Programmierschmieden. Die Großen der Branche haben bereits Basis-Plattformen aufgebaut: Bei SAP heißt sie Netweaver, bei IBM Websphere und bei Microsoft Dot-net. Sie stellen die Infrastruktur für Web-Services zur Verfügung, kleinere Entwickler können noch besser zuarbeiten. So forciert SAP ein Partnerprogramm, mit dem Entwickler eingeladen werden, neue Lösungen - zum Beispiel branchenspezifische Ergänzungen der bestehenden Anwendungen - rund um den Netweaver zu entwickeln.

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