Chancen für qualifizierte Kräfte
Karrieresprungbrett Zeitarbeit

Das Geschäft mit geleastem Personal boomt. Rund 780 000 Zeitarbeitsverträge werden übers Jahr geschlossen. Seit Mitte der 90er Jahre hat sich die Zahl der Agenturen, die Arbeitskräfte für zwei oder auch zwölf Monate an Firmen verleihen, auf über 12 500 verdoppelt. Platzhirsche der Branche wie Adecco, Marktführer Randstad, Manpower oder DIS müssen sich mittlerweile strecken, um auf ihre Umsätze zu kommen.

DÜSSELDORF. Verdienen können die Unternehmen vor allem mit Premium-Personal. Qualifizierte Kräfte sind gefragt - und gut für die Reputation. Doch bislang schreckt das Bild vom Abzocker, der Hilfsarbeiter zu Dumpinglöhnen anheuert, um sie an Firmen teuer zu vermieten, vor allem Fach- und Führungskräfte ab. Zeitkräfte bekommen wie jeder andere Angestellte unbefristete Arbeitsverträge mit Kündigungsschutz, Sozialleistungen, bezahlten Urlaub und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Einziger Unterschied: Ihr Arbeitsplatz ist nicht bei Adecco, Randstad oder Manpower, sondern mal hier, mal dort in den Firmen, die sie gerade buchen.

Auch bei den Rahmenbedingungen tut sich was: Das von Arbeitsminister Riester initiierte JobAqtiv-Gesetz hat die Verleihdauer von ein auf zwei Jahre ausgedehnt, ab dem 13. Monat hat jeder Zeitarbeiter mittlerweile Anspruch auf gleichen Lohn wie sein fest angestellter Kollege im Leihbetrieb. Fachvermittlern wie dem Offenbacher DIS-Chef Dieter Paulmann, geht das neue Gesetz noch nicht weit genug. Gemeinsam mit sieben weiteren Zeitarbeitsfirmen hat Paulmann die Kampagne "Zukunftsvertrag Zeitarbeit" gestartet, die eine Lohnangleichung für Zeitkräfte schon nach sechs oder sogar drei Monaten Beschäftigung anstrebt. Für die IT-ler und Ingenieure, die zunehmend auch als Zeitarbeiter für Einzelprojekte angeheuert werden, sind Dumpinglöhne ohnehin kein Thema mehr.

Nicht nur Technikfreaks haben gute Karten auf dem gehobenen Zeitarbeitsmarkt. Manpower-Chef Reitz hat sogar schon Zahnärzte ausgeliehen. Hochgefragt sind zurzeit Vertriebs- und Kaufleute, Banker und vor allem Bürokräfte, die mehr können als nur tippen. Für Leute, die nach Jahren ungeliebter Arbeit oder längerer Auszeit, beispielsweise für die Familie, noch einmal neu starten wollen, sind befristete Zeit-Stellen der Königsweg. Hier können sie testen, welcher Job zu ihnen passt, Erfahrungen sammeln, Fachwissen aufstocken. Die Entleiherfirmen wiederum schätzen die Job-Nomaden vor allem wegen ihrer flexiblen Einsatzmöglichkeiten. Und nicht selten behalten die Unternehmen sie gleich da - unbefristet. Mehr als ein Drittel aller Zeitkräfte werden mittlerweile fest übernommen. Der Grund: Entleiherfirmen wissen bereits, was der Mitarbeiter leistet, kaufen die Katze also nicht im Sack.

Mehr dazu lesen Sie bei DMEuro.com und in der Mai-Ausgabe des DMEuro-Magazins, Heft Nr. 5.

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