Chancen für Rettung gestiegen
Komplettverkauf von Fairchild Dornier immer fraglicher

Bei der Suche nach einem Käufer für Fairchild Dornier favorisiert der Insolvenzverwalter inzwischen eine Abspaltung von Teilen des Konzerns. Die Interessenten, die den insolventen Flugzeugbauer komplett übernehmen wollen, sind aber noch nicht ganz aus dem Rennen: In den kommenden Wochen können sie ihre Angebote noch aufbessern.

Reuters MÜNCHEN. Insolvenzverwalter Eberhard Braun teilte am Dienstag mit, der Gläubigerausschusses habe eine positive "Leitentscheidung" zu Gunsten eines Konsortiums aus den US-Investoren Schreiber, Dimeling und Park und einem Schweizer Konzern getroffen. Im Ergebnis sehe diese Offerte die Übernahme aller Bereiche mit Ausnahme des noch in der Entwicklung steckenden 728/928-Projekts vor. Bei dem Schweizer Bieter handelt es sich nach Angaben aus Unternehmenskreisen um den Technologiekonzern Ruag. Sollte es zu der Lösung kommen, könnten bis zu 1300 der einst 3600 Konzernarbeitsplätze gerettet werden, hieß es in den Kreisen.

Mit den zwei präferierten Bietern könne das Geschäft in dem Umfang fortgeführt werden, wie es vor dem "im Ergebnis verhängnisvollen" Einstieg in die Entwicklung der Baureihen 728 und 928 betrieben worden sei, erklärte Braun. Es umfasse damit die Fertigung von Airbus-Komponenten sowie der 328-Serie, die Kundenbetreuung und die Wartung. Finanzielle Angaben zu den Offerten wurden nicht gemacht.

In Konzernkreisen hieß es, das amerikanisch-schweizerische Angebot sei deutlich höher ausgefallen als das der Bieter für eine Komplettübernahme. Hintergrund dürfte sein, dass ein Käufer des gesamten Konzerns massiv in die Fertigentwicklung der 70- bis 90-sitzigen 728/928-Flugzeugfamilie investieren müsste und deshalb einen Preisnachlass fordert. Bislang gibt es nur einen Prototypen der 728. Die hohen Entwicklungskosten für die Serie hatten wesentlich zur Pleite von Fairchild Dornier geführt.

Der Gläubigerausschuss will nun den Angaben zufolge in drei bis sechs Wochen einen abschlussfähigen Vertrag mit der amerikanisch-schweizerischen Bietergruppe erstellen. In dieser Zeit könnten die Interessenten für einen Komplettübernahme ihre Angebote noch nachbessern, hieß es. Bei ihnen handelt sich um ein russisches Konsortium um den Flugzeugbauer Irkut und den Aluminiumhersteller Basic Elements, sowie um die Alliance Aircraft Corp des ehemaligen Fairchild-Managers Earl Robinson. Darüber hinaus hat die Schweizer Aviation Finance Consulting (AFC) eine Offerte abgegeben, die aber den inhaltlichen Anforderungen des Insolvenzverwalters bislang nicht genügt.

Die nächste Sitzung des Gläubigerausschusses ist für den 2. Dezember angesetzt. In Unternehmenskreisen wird nicht ausgeschlossen, dass dann bereits eine endgültige Entscheidung über den Verkauf fällt. Braun strebt eigenen Angaben zufolge einen Abschluss bis zum Jahreswechsel an.

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