Archiv
Chancen für Voicestream-Kauf durch Telekom offenbar gestiegen

In Washington hat der US-Senat eine Initiative aus den zur Abstimmung anstehenden Haushaltsvorlagen gestrichen, die die Übernahme faktisch für mindestens zwölf Monate verhindert hätte.

rtr WASHINGTON. Die Chancen für die Übernahme des US-Mobilfunkunternehmens Voicestream durch die Deutsche Telekom haben sich offenbar erhöht. Nach Worten des republikanischen Mehrheitsführers im US-Senat, Trent Lott, am Mittwochabend in Washington wurde eine Initiative aus den zur Abstimmung anstehenden Haushaltsvorlagen gestrichen, die die Übernahme faktisch für mindestens zwölf Monate verhindert hätte. Lott sagte, nach seinem Verständnis sei die Initiative des demokratischen Senators Ernest Hollings nicht mehr in den Budgetplänen enthalten.

Hollings wollte verhindern, dass die Deutsche Telekom als mehrheitlich noch im Staatsbesitz befindliches Unternehmen den US-Mobilfunker VoiceStream übernehmen darf. Dazu hatte Hollings in die Haushaltsvorlagen eine Bestimmung eingefügt, die der Wettbewerbsbehörde FCC (Federal Communications Commission) eine Ausnahmegenehmigung der Übernahme verboten hätte. US-Telekomunternehmen dürfen von ausländischen Konzerne mit mehr als 25 % Staatsbesitz nur dann übernommen werden, wenn dies im öffentlichen Interesse liegt. Diese Ausnahmemöglichkeit wollte Hollings streichen lassen. Der deutsche Staat hält direkt und indirekt noch 58 % an der Telekom.

Sprung in den US-Markt für 28 Milliarden Dollar

Die Telekom will Voicestream nach derzeitigen Kursen für 28 Mrd. $ kaufen und dadurch den Sprung auf den US-Markt schaffen. Voicestream selbst will zudem den Konkurrenten Powertel übernehmen und in die Fusion einbringen. Das US-Justizministerium billigte den geplanten Zukauf der Telekom bereits. Die Übernahme unterliegt jedoch noch der Genehmigung durch die US-Wettbewerbsbehörde FCC, durch den Ausschuss für Auslandsinvestitionen (CFIUS) und der mehrheitlichen Zustimmung durch die VoiceStream-Aktionäre. Auch die europäischen Kartellbehörden müssen das Geschäft noch absegnen.

Gegen die Hollings-Initiative, die den als strategisch wichtig eingeschätzten Markteintritt der Telekom in den USA zumindest deutlich verzögert hätte, hatte es breiten Widerstand gegeben. Neben dem US-Präsidialamt hatten sich auch Vertreter der Wettbewerbsbehörde FCC, des Justizministeriums und des Büros für Handelsangelegenheiten in Anhörungen gegen die Initiative ausgesprochen. Einzelne Parlamentarier hatten bei Annahme der Initiative neue Beschränkungen des Welthandels befürchtet. Die EU hatte bereits entsprechende Konsequenzen angedroht. Auch VoiceStream-Vorstandschef John Stanton hatte sich ausdrücklich gegen die Hollings-Initiative gewandt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%