Chaos programmiert
Argentiniens Rentner sollen ihr Geld bei Polizei abholen

Wegen der Schließung der Banken in Argentinien sollen sich die Rentner und Sozialhilfeempfänger des Landes ihre monatlichen Bezüge bei der Polizei oder der Post auszahlen lassen. Das meldete die Nachrichtenagentur DyN am Dienstagabend (Ortszeit) unter Berufung auf die staatliche Rentenbehörde Anses.

dpa BUENOS AIRES. Die Maßnahme dürfte ab diesem Mittwoch für ein Chaos sorgen, da weder die Polizeistationen noch die Postämter für den Ansturm hunderttausender Menschen vorbereitet waren.

Schon in normalen Zeiten müssen die älteren und oft gebrechlichen Menschen oft stundenlang bei Wind und Wetter vor den Banken Schlange stehen, weil die Renten nur in bar ausgezahlt werden. Jeder Rentner muss sich dabei an einem ganz bestimmten Tag bei einer ganz bestimmten Bankfiliale einfinden.

Die Banken weigerten sich nach Angaben von Anses, für die Auszahlung der Renten an diesem Mittwoch zu öffnen. Unbestätigten Berichten zufolgen hatten sie befürchtet, Sparer könnten mit Hilfe von Richtern die Öffnung der Tresore und die Auszahlung der seit Anfang Dezember gesperrten Guthaben durchsetzen.

Kurz zuvor war Wirtschaftsminister Jorge Remes Lenicov zurückgetreten, weil die von ihm zur Rettung der Banken betriebene Umwandlung von Sparguthaben in staatliche Wertpapiere im Parlament auf unüberwindbaren Widerstand gestoßen war. Lohn- und Gehaltszahlungen waren wegen der Bankenschließung seit Montag weiter blockiert und auch die meisten Geldautomaten waren leer.

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