Chaos unter Ermittlern
Flughafen-Zwischenfall war nur Sicherheitstest

Die Überraschung und der Ärger bei Bundesgrenzschutz, Lufthansa, Polizei und Staatsanwaltschaft hätten kaum größer sein können. Erst nach einer knappen Woche Ermittlungsarbeit hat das Bundesverkehrsministerium einen ernsten Zwischenfall an der Lufthansa-Maschine LH 686 von Frankfurt nach Tel Aviv als Sicherheitscheck dargestellt.

HB/dpa FRANKFURT/MAIN. "Das wird noch auf höherer Ebene zu klären sein", ärgert sich ein hochrangiger Polizist aus Frankfurt, der sich "schon sehr verwundert" über die Mitteilung aus Berlin zeigte.

Zwei Männer hatten einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" zufolge am vergangenen Samstagmorgen auf dem Vorfeld des Frankfurter Flughafens versucht, mit Schusswaffe und Messer bewaffnet den Lufthansa-Airbus zu betreten. Erst direkt am Flugzeug wurden sie von einem Mitarbeiter des privaten Sicherheitsunternehmens "Renful" aufgehalten, der eine Pistole und ein großes "Rambo-Messer" entdeckte. So schnell wie sie gekommen waren, verschwanden die bis heute Unbekannten mit zwei Begleitern in einem Wagen des Flughafenunternehmens Fraport. Zuvor hatten sie noch einen Polizeiausweis gezückt und von einer "Routinekontrolle" gesprochen.

Der sofort mit den Ermittlungen beauftragte Bundesgrenzschutz (BGS) hielt sich vor allem an den einzigen Zeugen, den Sicherheitsmann, der sofort von einem "Realtest" berichtete, wie sie für die Mitarbeiter der Passagierkontrollen durchaus üblich sind. Die Pistole sei ein Spielzeug gewesen, sagte laut Polizei der Mann, dem niemand glauben wollte. Denn sämtliche in Frage kommenden Behörden verneinten einen Test, berichteten Fraport, BGS und Lufthansa am Freitag übereinstimmend. Nach mehreren Verhören wurde der Sicherheitsmann als Wichtigtuer eingestuft, zumal sich keine Zeugen und Belege für seine Version finden ließen.

Noch am Mittwoch ging die Lufthansa laut Staatsanwaltschaft von einer schweren Straftat aus und stellte Anzeige gegen unbekannt, die am Donnerstag bei der Staatsanwaltschaft landete. Die Frankfurter Polizisten hatten am Flughafen auch bei US-amerikanischen und israelischen Behörden nachgefragt, dort aber ebenfalls nur die Auskunft erhalten, man habe nicht getestet. In Sicherheitskreisen wurde am Freitag aber der israelische Geheimdienst als wahrscheinlichster Urheber des Zwischenfalls gehandelt.

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