Charisteas erzielt entscheidenden Treffer
Rehhagels Griechen schaffen Sensation

Auch bei ihrem vierten Auftritt bei dieser EM konnten die Franzosen ihr Phlegma nicht ablegen - und bekam dafür die Quittung: Der krasse Außenseiter warf im Viertelfinale den Titelverteidiger aus dem Turnier.

HB BERLIN. Mit Griechenland steht der zweite Halbfinalteilnehmer bei der Fußball-Europameisterschaft in Portugal fest. Das Team des deutschen Trainers Otto Rehhagel besiegte im Viertelfinale überraschen Titelverteidiger Frankreich mit 1:0 (0:0). Den entscheidenden Treffer vor 45.000 Zuschauern im Estádio José Alvalade in Lissabon erzielte Angelos Charisteas per Kopf (65.). Für die Franzosen war dies erst die zweite Niederlage unter der Ägide von Nationalcoach Jacques Santini, der nach der EM zurücktritt. Im Halbfinale treffen die Griechen am kommenden Donnerstag auf den Sieger der Begegnung zwischen Tschechien und Dänemark.

Auch bei ihrem vierten Auftritt bei dieser EM konnten die Franzosen ihr Phlegma nicht ablegen. Das Team trat nicht als Mannschaft auf. Ihr Spiel wurde allein von Einzelaktionen bestimmt. Von einem flüssigem Kombinationsspiel, das die französische Mannschaft in den letzten Jahren ausgezeichnet hatte, war kaum einmal etwas zu sehen. Statt dessen hatte Griechenland 90 Minuten lang mehr vom Spiel. Trainer Otto Rehhagel hatte seine Mannschaft bestens eingestellt. Die griechischen Spieler ließen die Franzosen nie ins Spiel kommen.

Und die Griechen hatten auch die besseren Chancen. Ein Schuss von Konstantinos Katsouranis, der an den Innenpfosten geprallt war, konnte Fabien Barthez nur mit Mühe auf der Linie festhalten (17.). Auch bei seinem zweiten Versuch konnte der griechische Mittelfeldspieler den französischen Schlussmann nicht bezwingen (27.). Bei einem Heber von Panagiotis Fyssas lenkte Barthez den Ball über die Latte (38.).

Die Franzosen kamen erst nach 24 Minuten durch Thierry Henry zu ihrer ersten echten Torchance. Der Kopfball ging aber am Tor vorbei. Die nächste gute Möglichkeit hatte der Stürmer erst nach der Pause. Doch aus diesmal brachte Henry den Ball nicht aufs Tor (50.). Die Franzosen drückten weiter auf das griechische Tor. Michalis Kapsis und Theodoros Zagorakis mussten jeweils in höchster Not klären (57./58.).

Mitten in dieser Drangphase der Franzosen fiel der Führungstreffer für die Griechen. Nach einer Flanke von Kapitän Zagorakis setzte sich Stürmer Charisteas vom deutschen Double-Gewinner Werder Bremen im Kopfballduell durch. Gegen den wuchtigen Kopfball aus sechs Metern hatte Torhüter Barthez keine Abwehrchance.

Die erwartete Schlussoffensive der Franzosen blieb trotz des Rückstandes aus. Die Angriffe wurden meist von Einzelaktionen eingeleitet. Im Abschluss zeigten sich die französischen Stürmer aber viel zu harmlos. Die größte Chance vergab erneut Henry, der im Fünfmeterraum frei zum Kopfball kam, den Ball aber erneut neben den Pfosten setzte (87.).

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%