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CHART-KOLUMNE: Ausbildung neuer Konsolidierungsphasen

FRANKFURT - Technischer Marktkommentar vom 04. Juni 2004

FRANKFURT - Technischer Marktkommentar vom 04. Juni 2004

ALLGEMEINE BEURTEILUNG

Wichtigste technische Entwicklungen vom letzten Donnerstag im Überblick:

(ÖL-PREIS)

- nach der bisherigen Preisspitze im Öl am letzten Dienstag, gaben dieNotierungen auch am gestrigen Donnerstag weiter nach; Brent Crude Oil verlor 1.5Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Mittwoch, im WTI Cushing Spot stand einMinus von 3.63 Prozent zu Buche;

- aus technischer Sicht setzt sich damit im kurzfristigen Blickwinkel eineReaktion fort, die sich bereits in den letzten beiden Handelswochen ankündigteund eine jähe Zwischenunterbrechung zur Wochenmitte erfuhr; strategisch gesehenist der übergeordnete Aufwärtstrend dagegen unverändert intakt;

- auffallend ist weiterhin der deutliche Rückgang an Schwungkraft undDynamik, was auf eine weiterhin nachlassende Stabilität und Zuverlässigkeit desAufwärtstrends hinweist;

- als charttechnisch wichtige Marken gelten weiterhin: der Bereich um 39.46/ 39.50 USD als Widerstand im Brent Crude Oil, als potentiellesUnterstützungsniveau definieren wir die 35.75 USD; im WTI Cushing Spotdefinieren wir als aktuell gültiges Widerstandsniveau den Bereich um 41.88 /42.33 USD, Unterstützung erwarten wir um 38 USD.

(AKTIEN-INDIZES)

- auf der Aktienseite sahen wir im Tagesverlauf vom letzten Donnerstag einnervöses Handelsverhalten der Marktteilnehmer, verbunden mit einer kurzen Rallyein den Futures FDAX und FESX in den letzten Handelsstunden;

- beurteilen wir alle Kursverlaufskurven auf Tagesbasis, müssen wir für dieinternational wichtigsten Aktienindizes mittlerweile feststellen, dass dieAusbildung neuer Konsolidierungsphasen aktuell wohl das dominante Element ist;

- diese Aussage stellt jedoch auch fest, dass sich der jüngste, aufwärtsausgerichtete Bewegungsimpuls, ausgehend von der Reaktion zur Wochenmitte, "totläuft"; das, was wir in den letzten Tagen gesehen haben ist nicht dasBewegungsverhalten eines dynamikaufbauenden Aufwärtstrends, sondern Zeicheneiner hohen Unsicherheit der Marktteilnehmer;

- grundsätzlich definieren wir die Aktienindizes zum aktuellen Zeitpunkt undim kurzfristigen Zeitfenster wieder als so genannte Trading-Märkte und halten anunserer Aussage fest, strategische Positionierungen auch weiterhinzurückzustellen; die markttechnische Bewertung der derzeit relevantenKursentwicklung lässt kaum eine sinnvolle Erwartungshaltung mit Blick auf die"Ausbruchsrichtung" aus den aktuell sich ausbildenden Konsolidierungszonen zu;zumindest mit den von uns genutzten Beurteilungskriterien können dieKonsolidierungszonen in den europäischen Aktienindizes sowohl trendbestätigendenals auch trendumkehrenden Charakter tragen.

- in der Konsequenz halten wir die "Bälle flach";

- auffallend ist das Reaktionsverhalten in den US-Aktienindizes; zeigten siebisher innerhalb ihrer jüngsten Aufwärtsimpulse eine hohe innere Stärke, setztsich seit zwei Tagen auch dort ein Reaktionsverhalten durch, welches mit einersich abschwächenden Markttechnik einher geht; aus der Beurteilung desReaktionsverhaltens der US-Aktienindizes heraus versprechen wir uns eineIndikation für eine mögliche Ausbruchsrichtung der europäischen Aktienindizes;

- konkret: reagieren die US-Aktienindizes nun auch nur um ihr errechnetesminimales Korrekturpotential und stabilisieren sich dann, um den (noch)übergeordneten Aufwärtsimpuls wieder aufzunehmen, sollte dies auch stützendeWirkung auf Europas Börsen haben;

- zur Orientierung berechnen wir für die von uns beurteiltenUS-Aktien-Indizes folgende Reaktionspotentiale:^Dow Jones:

10166 / 10147 (Minimumkorrektur)10103 (Normalkorrektur)10059 / 10041 (Maximumkorrektur)

S&P 500 Index:

1111 / 1109 (Minimumkorrektur)1103 (Normalkorrektur)1097 / 1095 (Maximumkorrektur)

NASDAQ 100

1446 / 1440 (Minimumkorrektur)1432 (Normalkorrektur)1422 / 1418 (Maximumkorrektur)°

- in den beiden beurteilten asiatischen Aktien-Indizes haben wir aktuell einähnliches Kursverhalten wie an den US-Börsen; auch hier begann am letztenDonnerstag eine etwas weiterführende Reaktion, ausgehend von einem, bisherstabilen tertiären Aufwärtsimpuls und einer ausgebildeten Schiebezone amBewegungshoch vom Monat Mai;

- auch hier legen wir nun unser Augenmerk auf Ausmaß und Ablauf der jungenReaktion, um Schlüsse für Europas Börsen ziehen zu können;

- interessant ist hierbei, dass der japanische Nikkei 225 bereits amDonnerstag sein errechnetes minimales Reaktionspotential, bezogen auf denjüngsten Aufwärtsimpuls, ausschöpfte; setzt auch hier nicht umgehend und rascheine Wideraufnahme des Aufwärtsimpulses ein, wäre dies als weiterer kritischerFakt im Zusammenhang mit einem vorläufigen, allgemeinen Ende derAufwärtsbewegungen innerhalb der aktuell vorliegenden tertiären Aufwärtstrendszu bewerten.

(BUND-FUTURE)

- im Bund-Future (Juni-Kontrakt) schob sich das abwärts ausgerichteteImpulstief im Tagesverlauf vom letzten Donnerstag auf 112.59 und erreichte damitfast punktgenau die definierte untere Begrenzung der Konsolidierungszone mit denpotentiellen Begrenzungen um 112.54 / 112.46 (untere Begrenzung) und 113.39 /113.49;

- das sich per Donnerstag Schlusskurs ausgebildete Kursmuster ist derKategorie eines "weißen Hammers" zuzuordnen und sollte damit eine gute Chancebieten, einen Impulswechsel pünktlich vor der unteren Bereichsbegrenzungeinzuleiten; wurden taktische Long-Positionen in diesem Zusammenhang aufgebaut,sollten diese engmaschig per Stop-Kurs abgesichert werden;

- als potentielles Kursziel auf der Oberseite definieren wir nun wieder dieobere Bereichsbegrenzung der Konsolidierungszone bei etwa 113.39 / 113.49.^DAX

Widerstände: 3940 / 3945 (u), 3970 (u), 4094 (O); Unterstützungen: 3856 (u), 3808 (u), 3710 / 3692 (u)°

Sehen wir uns den deutschen Aktienindex DAX zum Wochenende hin unterstrategischen Gesichtspunkten an, bleiben die Kernaussagen unverändert zuunseren vorangegangenen Ausführungen. Auf Wochenbasis beurteilt, befindet sichder DAX weiterhin innerhalb einer breit gefassten Konsolidierungszone, derenBegrenzungen unverändert in den Bereichen um 3700 / 3690 als untere Begrenzungund 4150 / 4170 als obere Begrenzung definiert sind. Hervorzuheben bleibt jedochdie Tatsache, dass der aktuell laufende Aufwärtsimpuls auf Wochenbasis, derzumindest analytisch gesehen keine übergeordneten Widerstandshürden bis 4150 /4170 zu überwinden hätte, im Vergleich zu den vorangegangenen Sekundärtrendsinnerhalb der Konsolidierungszone deutlich weniger Kraft und Dynamik aufweist.In der Konsequenz müssen wir somit ein gesteigertes Risiko unterstellen, dassder laufende Aufwärtsimpuls möglicherweise nur als "Zwischenreaktion" anzusehenist und das übergeordnete Risiko auf der Unterseite bestehen bleibt.

Konkret bedeutet dies: noch befindet sich der DAX innerhalb einerBewegungsphase auf Wochenbasis die durchaus eine positive und optimistischeErwartungshaltung erlauben könnte. Die sich deutlich eintrübende Markttechniksignalisiert jedoch, dass das Risiko eines Trendabrisses nachhaltig steigt.Sollte dies eintreten, möglicherweise getrieben durch weitere Kursanstiege imÖl-Preis oder ähnlichem, stünde erneut der Bereich um 3700 / 3690 zurDisposition. Würde dieser unterschritten, müssten wir zumindest mit Blick aufdie klassische Formationslehre ein analytisches Abwärtspotential bis in denBereich um 3250 / 3200 unterstellen.

Um eine klarere Indikation für eine kommende Bewegungsrichtung zu bekommen,sehen wir uns jetzt den Tageschart des DAX an. Hier fällt eine neue potentielleAusbildung einer Schiebe- / Konsolidierungszone im Anschluss an den jüngstenKursaufschwung auf. Die Begrenzungen dieser jungen Konsolidierungsphase,eingebettet in den breit gefassten Konsolidierungsbereich auf Wochenbasis,definieren wir aktuell in den Bereichen um 3856 und 3940 (im FDAX definieren wirdie Begrenzungen in den Bereichen um 3858.5 und 3947).

Diese junge Konsolidierungsphase führt jedoch zu einem weiteren Verlust anSchwungkraft und damit zu einer immer "neutraler" zu interpretierendenMarkttechnik. In der Konsequenz wird der Kursverlauf des DAX damit immerinstabiler und unberechenbarer mit Blick auf heftige Kursausschläge. In derKonsequenz steigt damit die Wahrscheinlichkeit von Ausschlägen in beideRichtungen. Gelänge dem Index kurzfristig ein kraftvoll geführter Ausbruch überdie 3940 / 3945, könnten wir eine Fortsetzung des jüngst auf Wochenbasisausgebildeten Aufwärtsimpulses unterstellen und weiterhin an der analytischdefinierten, strategisch betrachteten Zielzone um 4150 / 4170 festhalten. Fälltder DAX dagegen unter die 3856, wird es auf der Unterseite dünn. In jenem Fallemüssten wir unterstellen, dass der jüngste Kursanstieg von Mitte Mai nur nocheine technische Gegenbewegung zum vorangegangenen abwärts ausgerichtetenSekundärtrend wäre und sich ein strategisches Abwärtspotential in Richtung 3250/ 3200 eröffnen würde.

Als Fazit können wir demnach festhalten: unter strategischen Gesichtspunktensteht der DAX an einem Scheideweg und ist kurzfristig so lange als neutral zuinterpretieren, wie er sich innerhalb der genannten Begrenzungen auf Tagesbasisaufhält. Strategische Neupositionierungen sollten so lange zurückgestelltwerden, bis sich eine neue strategische Bewegungsrichtung abzuzeichnen beginnt.^EUROSTOXX 50

Widerstände: 2767 (u), 2822 / 2828 (u), 2841 (u), 2905 / 2919 (O), 2965 (u);Unterstützungen: 2710 (u), 2683 (u), 2630 (u), 2530 (O)°

Ähnlich dem DAX liegt uns nun auch im EUROSTOXX 50 Index ein sich jungausbildender Konsolidierungs- / Staubereich vor. Die Begrenzungen definieren wirin den Bereichen um 2710 (untere Begrenzung) und 2767 (obere Begrenzung).

Innerhalb dieser Begrenzungen definieren wir den EUROSTOXX 50 ebenfalls alsneutralen Markt mit Trading-Charakter. Strategisch interessant wird der Indexerst bei Über- / Unterschreiten einer der Begrenzungen, wobei wir auch hier eingesteigertes Risiko auf der Unterseite erwarten.

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