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CHART-KOLUMNE: DAX - Noch dominiert intakter Abwärtsrend

FRANKFURT - Technischer Morgenkommentar vom 14. Mai 2004

ALLGEMEINE BEURTEILUNG

Wichtigste technische Entwicklungen vom Donnerstag letzter Woche imÜberblick:

(RENTEN-FUTURES)

- im Bund-Future und in beiden beurteilten Futures auf den 10 und 30jährigen US-T-Bond markierten am Donnerstag neue Bewegungstiefs, in denUS-T-Bond-Futures wurden sogar neue Jahrestief markiert; damit setzt sich derübergeordnete Abwärtstrend weiter fort; auffallend ist, dass die jeweils neuenTiefs am Donnerstag im laufenden Trend nicht mit ausgeprägten Tageskörpernmarkiert wurden, sondern dass uns eher Doji bzw. Kreisel Kursmuster vorliegen;diese Entwicklung signalisiert zumindest keine deutlich anwachsendeBewegungsdynamik auf der Unterseite, was zumindest die Chancen auf einemögliche, weiterführende Stabilisierung ansteigen lässt; grundsätzlich bleibenwir aber dabei: noch liegt uns ein intakter Abwärtstrend vor, der sowohl imBund-Future, als auch in den US-T-Bond-Futures chart- und markttechnisch alleGültigkeitskriterien erfüllt; in der Konsequenz stellen wir weiterhinstrategische Neupositionierungen auf der Long-Seite zurück;

(US-DOLLAR)

- mit einer deutlichen Kontinuität setzt der US-Dollar in der Vorwochegegenüber dem japanischen YEN seinen Anstieg fort und markiert auch zumWochenende hin ein neues Bewegungs- und Jahreshoch; markttechnisch auffallendist hier der weitergehende Anstieg der kurzfristig relevanten Schwungkraft desKursanstieges; hinweisen wollen wir aber auch auf die Tatsache, dass dieserAnstieg der Schwungkraft jedoch an Momentum verliert, somit liegt uns zwar einunverändert intakter Aufwärtstrend des USD gegenüber dem YEN vor, die Stabilitätdes Anstiegs ist allerdings als rückläufig zu bewerten; in der Konsequenz giltmehr denn je: bestehende Long-Positionen sollten unbedingt per engmaschigemStop-Kurs abgesichert werden;

- gegenüber dem EURO zeigt sich der USD aktuell zwar ebenfallsvergleichsweise stark, kann sich jedoch nicht wie im YEN entfalten; der zur Zeitgültige Unterstützungsbereich bleibt weiterhin das seit Ende April definierteNiveau um 1.1764 USD; unter strategischen Gesichtspunkten wäre das derzeit zupräferierende Entwicklungsszenario die Ausbildung einer Konsolidierungszone mitden technisch definierten Begrenzungen in den Bereichen um 1.1764 USD auf derUnterseite und 1.2179 USD auf der Oberseite; sollte der USD die 1.1764 dochunterschreiten, wäre dieses Szenario hinfällig und wir hätten eine Wideraufnahmedes Aufwärtstrends des USD gegen EURO vorliegen;

- unter spekulativen Gesichtspunkten sollte durchaus zu überlegen sein, obin einer fortgesetzten Stabilisierung des EURO auf aktuellem Niveau, nicht derKauf von EURO gegen USD sinnvoll ist; dies macht Sinn, wenn eine fortgesetzteStabilisierung / Konsolidierung des EURO unterstellt wird und wirberücksichtigen, dass auf Grund der unmittelbaren Nähe des aktuellen Kurses zur1.1764 USD Marke, bei einem engen Stop-Kurs-Management, ein sinnvolles Chance /Risiko Verhältnis vorliegt.

(AKTIEN-INDIZES)

- auf der Aktienseite sahen wir am Donnerstag Reaktionen in Europa auf denbeeindruckenden Impulswechsel vom Mittwoch in den US-Märkten; dennoch, bisherhält sich die Begeisterung in Grenzen, noch liegen uns sowohl in den beurteiltenUS-amerikanischen Aktienmärkten intakte, übergeordnete Abwärtstrends vor, aberauch in Europa und in den beiden asiatischen Börsenbarometern Hang Seng Index und Nikkei-225-Index ; der zur Zeit ausgebildetsteStabilisierungsansatz innerhalb eines übergeordneten Abwärtstrends, zeigt sichin beiden NASDAQ-Indizes, womit zumindest eine gute Chance auf eine fortgesetzteKonsolidierung unterstellt werden kann, was auch stützend auf Europa wirkensollte;

- konkret heißt dies: wir unterstellen zum Wochenende hin durchaus eineakzeptabel hohe Chance, dass wir in den nächsten Tagen keine neuenBewegungstiefs sehen werden, sondern dass sich mindestens eine Konsolidierungoberhalb der jüngst ausgebildeten Bewegungstiefs etabliert; dieseErwartungshaltung begründen wir mit dem Verweis auf die sich deutlichverlangsamende Abwärtsbewegung in den US-Wachstumswerte-Indizes, sowie dernachlassenden Schwungkraft in den Abwärtstrends in Europa;

- in der praktischen Konsequenz liegt unser Augenmerk somit derzeit auf denjüngsten Bewegungstiefs der Aktienkursverläufe; bestehende strategischeShort-Positionen behalten wir zwar bei, eine engmaschigere Anpassung derStop-Kurse könnte aber durchaus angedacht werden (wir werden im Bezug auf denFDAX noch näher darauf eingehen); Long-Positionierungen werden ebenfalls wiederinteressant (besonders mit Blick auf die derzeitige Nähe der Kurse zu ihrenBewegungstiefs, bei denen sich die jeweiligen Stop-Kurse platzieren ließen);

- beachten wir dennoch grundsätzlich: (ERSTENS) noch dominierenübergeordnete Abwärtstrends das Bild; (ZWEITENS) noch erfolgten innerhalb deraktuell laufenden Abwärtstrends keine Kurskorrekturen, welche von ihrem Ausmaßher das errechnete minimale Reaktionspotential ausschöpfen konnten; (DRITTENS)klare Kaufsignale liegen uns ebenfalls noch nicht vor; somit sollten alleaufwärts ausgerichteten Bewegungsschübe weiterhin nur als Reaktionen angesehenwerden, denen wir allerdings eine zunehmende Stabilität und Zuverlässigkeitbeimessen; abwärts ausgerichtete Bewegungsschübe bleiben vorerst dieimpulsgebenden Kursentwicklungen; in der praktischen Konsequenz sindLong-Positionierungen aktuell lediglich hochspekulativ und mit Kursziel undStop-Kurs zu handeln.

^DAX

Widerstände: 3902 (O), 3945 / 3970 (u), 4094 (O), 4151 / 4175 (ü); Unterstützungen: 3692 (u)

Aktuelle Korrekturpotentiale, bezogen auf den jüngsten Abwärtsimpuls:

3854 / 3867 Minimumkorrektur3899 Normalkorrektur3930 / 3943 Maximumkorrektur°

Im Zusammenhang mit einem Ausreißversuch am Donnerstag von etwa 17:30 bis17:45 Uhr, erreichte der DAX Future (FDAX) an diesem Tag zwar fast seinMittwochshoch, konnte dieses jedoch nicht halten und rutschte wieder knappdreißig FDAX-Punkte zurück.

Grundsätzlich gehen wir jedoch von folgender Ausgangslage zum Wochenende hinaus:

(1) noch immer dominiert im DAX ein intakter Abwärtstrend; dieserSachverhalt lässt sich charttechnisch belegen und wird auch aus Sicht derMarkttechnik weitestgehend bestätigt;

(2) orientieren wir uns an den bisherigen Chartmarken, so liegt die nächsttiefere Unterstützungsebene bisher im Bereich um 3692 und resultiert aus demJahrestief Ende März her; Widerstände auf der Oberseite erwarten wir in denBereichen um 3902 und 3945 / 3970, wobei zu beachten gilt, dass dem Bereich um3902 aus unserer Sicht heraus nur Orientierungscharakter beigemessen werdenkann;

(3) kann sich der Kursverlauf des DAX jetzt tatsächlich kurzfristigstabilisieren, fügen wir mit hoher Wahrscheinlichkeit ein neuesUnterstützungsniveau im Bereich um 3776 / 3769 in den Kursverlauf mit ein;

(4) weiterhin unterstreichen wir, dass wir innerhalb des laufendenAbwärtstrends bisher noch keine Reaktion sahen, die von ihrem Ausmaß her dieerrechnete Minimumkorrektur überbieten konnte;

Somit gilt: bei Feststellung dieser Fakten, müssen wir noch immer davonausgehen, dass der DAX nach Abschluss seiner laufenden Konsolidierung mit einerWahrscheinlichkeit von über 60 Prozent seinen Abschwung in Richtung 3700fortsetzen sollte.

Dem stehen jetzt Indizien gegenüber, welche eine Stabilisierung jedoch immerwahrscheinlicher werden lassen. Hier verweisen wir jetzt auch auf dieEntwicklung des USD, der tendenziell zulegen sollte, wir verweisen aber auch aufdie Stabilisierungsansätze in beiden NASDAQ´s. Sehen wir uns zudem denKursverlauf des DAX an, so lässt sich auch hier eine aktuell einsetzendeKonsolidierung ausmachen. Betrachtet man den Kursverlauf des DAX (auch FDAX) alsLinienchart, zeichnet sich ein minimaler Doppelboden ab, der im Index mitÜberschreiten der 3850 (3867 im FDAX) im Sinne der Definition vollendet wäre.

Somit wäre unsere aktuelle Erwartungshaltung wie folgt zu beschreiben:

- wir erwarten im Kursverlauf des DAX eine beginnende Stabilisierung, diemindestens einer Konsolidierung entsprechen sollte (d.h., der Bereich um 3776 /3769 sollte vorerst nicht mehr unterschritten werden);

- übersteigt der DAX / FDAX das jeweilige Reaktionshoch und damit auch dieSpitze des kleinen Doppelbodens, steht auch die errechnete Minimumkorrektur zurDebatte; dann sollte sich zeigen, ob wir tatsächlich nur mit einerKonsolidierung rechnen müssen, oder ob sich hier mehr zusammenschiebt; scheitertder DAX an der 3850 bzw. stoppt im berechneten Feld der Minimumkorrektur, dürfenwir das verbleibende Risiko auf der Unterseite nicht unterschätzen;

- schöpft der DAX mehr als die Minimumkorrektur aus, steht die 3900 auf demFahrplan, verbunden mit einem Rückgang der Wahrscheinlichkeit einer abwärtsausgerichteten Trendfortsetzung auf etwas mehr als 50 Prozent.

Die auf dieser Seite enthaltenen Angaben stellen keine Anlageberatung dar.Alle Meinungsaussagen geben die aktuelle Einschätzung des Verfassers wieder, dienicht notwendigerweise der Meinung der S-T entspricht. AlleMeinungen können ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Für dieRichtigkeit, Vollständigkeit oder Angemessenheit der auf dieser Seiteenthaltenen Angaben oder Einschätzungen wird keine Gewähr übernommen.

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