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Chart-Kolumne: Der Öl-Preis belastet die Aktienindizes

Hamburg (S-T Systemtrade) - Allgemeine Beurteilung

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ÖL-Preis

Mit einem Donnerstagshoch bei 46.46 Dollar markierte Brent Crude Oil ein neues Mehrjahreshoch und überwand auch auf Basis des Schlusskurses die "letzte" Widerstandshürde, die sich noch aus einem Doppelhoch von Anfang / Mitte August herleiten ließ. Aus analytischer Sicht heraus lassen sich im Kursverlauf der Öl-Preis-Entwicklung jetzt kaum noch wirklich sinnvolle Widerstände herleiten.

Sehen wir uns den Kursverlauf des Brent Crude Oil auf Wochenbasis an, liegt uns ein absolut intakter, primärer Aufwärtstrend vor, der sowohl chart-, wie auch markttechnisch bestätigt wird. Eine gleiche Beurteilung können wir für den WTI Cushing Spot geben, mit dem einzigen Unterschied, dass uns hier noch wenige Cent von einem neuen Mehrjahreshoch trennen.

Grundsätzlich können wir festhalten: der steigende Öl-Preis, der sich erst im Laufe der letzten Handelstage aus einer temporären Schiebezone heraus wieder in Richtung neuer Bewegungshochs aufschwang, wird vorerst auch weiterhin eine hohe psychologische Belastung auf die Aktienmarkt-Teilnehmer ausüben. Solange sich hier keine wirkliche Entspannung abzuzeichnen beginnt, wird die Unsicherheit auf den Aktienmärkten, die sich aktuell in einer technischen Reaktion befinden, lasten.

Aktien-Indizes

Auf der Aktien-Seite setzte sich im Handelsverlauf vom letzten Donnerstag der Abschwung mit ungebremster Schwungkraft und Kontinuität fort. Im Ergebnis näherten sich (bzw. erreichten) die ersten Indizes ihre errechneten minimalen Korrekturpotentiale. Absolut hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang der Dow Jones, der mittlerweile auch sein normales Korrekturniveau unterschritten hat und in Richtung Maximumreaktion marschiert.

Somit kommen wir in den Börsenbarometern in eine technisch interessante Entwicklungsphase hinein. Denn jetzt sollte sich bald entscheiden, ob wir weiterhin strategisch optimistisch bleiben können, oder ob ein Umdenken erforderlich wird.

Fassen wir in diesem Zusammenhang unsere Überlegungen kurz zusammen:

(1) unter mittelfristigen Gesichtspunkten liegen uns überwiegend noch immer (charttechnisch definierte) intakte, aufwärts ausgerichtete Sekundärtrends vor. Auffallend ist, dass hier die meisten der beurteilten Europa-Indizes (mit Ausnahme des spanischen Ibex 35) die stabilste Trendentwicklung aufweisen.

(2) hierzu zählen wir in erster Linie Dax, Eurostoxx 50, MIB 30, CAC 40, Ftse 100, beide Nasdaq´s, sowie den HSI.

(3) in diesen Indizes bleiben wir vorerst strategisch optimistisch. Diese Einschätzung behält ihre Gültigkeit, solange das jeweils errechnete minimale Korrekturpotential und / oder das jüngste Reaktionstief nicht unterschritten wird.

(4) sollte dies der Fall sein (siehe Dow Jones), sinkt die statistische Wahrscheinlichkeit einer raschen Wiederaufnahme des Aufwärtstrends im laufenden Bewegungsfraktal deutlich ab und wir werden unsere strategische Einschätzung neu diskutieren müssen.

(5) wichtig ist hierbei, dass sich der Markt nach Abschluss einer "moderaten" Reaktion auch rasch erholen müsste, um ein Festhalten an der optimistischen Erwartungshaltung zu rechtfertigen.

Grundsätzlich kritisch ist die Entwicklung im Dow Jones und im japanischen Nikkei 225 einzuschätzen. Beide Indizes weisen nicht nur einen intakten Abwärtstrend mit hoher Schwungkraft auf, sondern schöpften bereits mehr als ihre jeweiligen normalen Reaktionspotentiale aus. Nehmen wir diese beiden Indizes als Beispiel für potentielle Vorreiter, wird das verbleibende Risiko in den übrigen Indizes unterstrichen.

Somit verweisen wir an dieser Stelle noch einmal eindringlich auf praktische Konsequenzen: wir bleiben vorerst neutral (!!), da wir uns mit hoher Wahrscheinlichkeit in den meisten Indizes noch in der Reaktion befinden und Long-Positionen geschlossen sein sollten. Neu-Positionierungen auf der Long-Seite stellen wir zurück, bis sich das Chance- / Risikoverhältnis abzeichnet, unter dem wir nach Abschluss der Reaktion stehen. Aktuell warten wir an der Seitenlinie ab und konzentrieren uns bestenfalls auf intraday-Positionierungen. ^ Dax

Widerstände: 4 000 (u), 4 099 (u), 4 156 / 4 175 (u); Unterstützungen: 3 928 (u), 3 911 / 3 899 (u), 3 836 (u), 3 778 (u);

Aktuelle Korrekturpotentiale, bezogen auf den jüngsten Aufwärtsimpuls im Dax Index:

3 874 / 3 855 Minimumkorrektur 3 810 Normalkorrektur 3 765 / 3 746 Maximumkorrektur°

In seinem Donnerstagstief rutschte der Dax auf 3 895 Indexpunkte ab und liegt damit nur noch gut 20 Indexpunkte oberhalb der errechneten Minimumkorrektur. Diese erstreckt sich, bezogen auf die bisherige Wegstrecke des jüngsten, übergeordneten Sekundärtrends, über die Kursniveaus um 3 874 / 3 855 Indexpunkte.

Ordnen wir die bisherige Trendentwicklung in das Gesamtbild ein, können wir zum Wochenende hin folgende Grundeinschätzung abgeben:

Rein charttechnisch gesehen befindet sich der Dax unverändert innerhalb eines intakten Aufwärtstrends. Auffallend ist hierbei zwar die Tatsache, dass dieser die bisher gültige Trendbegrenzungslinie unterschritten hat, streng genommen führt dieser Sachverhalt in der Regel jedoch nur zu einer Anpassung der Trendlinie. Kritisch im technischen Sinne wird es erst, wenn der Dax sein jüngstes Reaktionstief bei 3 836 unterschreiten würde, bzw. bereits wenn er das errechnete minimale Reaktionspotential unterschreitet, welches aktuell in etwa im Bereich um 3 874 / 3 855 liegt.

Sehen wir uns den Kursverlauf an, rutschte der Dax im Handelsverlauf vom letzten Donnerstag auf das derzeit gültige Unterstützungsband bei etwa 3 911 / 3 899 und konnte sich dort per Schlusskurs behaupten. Könnte sich der Index hier stabilisieren, läge die statistische Wahrscheinlichkeit für eine Wiederaufnahme des Trendverlaufes zur Zeit bei etwa 68 Prozent.

Markttechnisch fällt der Schwungkraftrückgang auf, wodurch es für den Index zunehmend schwerer werden sollte, nachhaltig seinen noch gültigen Aufwärtstrend wieder aufzunehmen. Somit wird deutlich: neben der charttechnisch definierten Voraussetzung für eine Wiederaufnahme des Aufwärtstrends, spielt auch die Zeitkomponente eine wichtige Rolle. Je länger sich eine Korrektur / Reaktion hinzieht, auch wenn die charttechnisch definierten Schlüsselmarken nicht unterschritten werden, desto kritischer ist die Stabilität und Zuverlässigkeit des Trendverlaufes zu betrachten.

In der Konsequenz bleiben wir dabei: solange oben genannte Fakten zur Einschränkung des Aufwärtstrends nicht eingetreten sind, bleiben wir optimistisch. Dennoch, neue Long-Positionierungen bieten sich erst wieder an, wenn sich eine Stabilisierung des Kursverlaufes oberhalb der errechneten Minimumkorrektur abzuzeichnen beginnt. Sollte das minimale Reaktionspotential bei 3 874 / 3 855 nachhaltig unterschritten werden, bieten sich unserer Ansicht nach eher Short-Positionierungen an, und zwar im Anschluss an die dann folgenden Aufwärtsreaktionen.

Die auf dieser Seite enthaltenen Angaben stellen keine Anlageberatung dar. Alle Meinungsaussagen geben die aktuelle Einschätzung des Verfassers wieder, die nicht notwendigerweise der Meinung der S-T entspricht. Alle Meinungen können ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Angemessenheit der auf dieser Seite enthaltenen Angaben oder Einschätzungen wird keine Gewähr übernommen.

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