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Chart-Kolumne: Erneuter Erholungsversuch an den Aktienmärkten

Hamburg - Wichtigste technische Entwicklungen vom letzten Donnerstag im Überblick:

Hamburg - Wichtigste technische Entwicklungen vom letzten Donnerstag im Überblick:

ÖL-Preis

Mit einem erneuten Kursanstieg von 2.67 % im Brent Crude Oil, beendete der Öl-Preis am Donnerstag vorerst seinen erst jüngst eingeleiteten Reaktionsansatz.

Aus dieser Entwicklung heraus ergeben sich für uns folgende Aspekte:

(1) vom Ausmaß der jüngsten Reaktion her betrachtet, war diese bisher nur überaus marginal, d.h. wir haben es allem Anschein nach noch immer mit einer sehr hohen Bewegungsdynamik im Aufwärtstrend zu tun.

(2) charttechnisch ist der laufende, übergeordnete Aufwärtstrend des Öl-Preises bisher in seinem Bestand nicht gefährdet und kann zumindest bisher auch weiterhin als absolut intakt angesehen werden. Ein Ende des Aufwärtstrends im Sinne seiner bisherigen Definition unterstellen wir, wenn der Kursverlauf das Tagestief vom Dienstag bei 43.83 $ unterschreitet.

(3) im Ergebnis des Kursverlaufes vom Donnerstag unterstellen wir in der Preis-Entwicklung im Brent Crude Oil die Ausbildung einer möglichen Schiebezone. Indikativ definieren wir hier die jetzigen, potentiellen Zonengrenzen in den Bereichen um 43.83 $ auf der Unterseite und 45.88 $ auf der Oberseite.

In der Konsequenz bleibt das grundsätzliche Risiko eines hohen Öl-Preises unverändert bestehen und wird somit vorerst auch weiterhin ein hoher psychologischer Belastungsfaktor sein.

Renten-Futures

- Auf der Rentenseite setzt sich dagegen bis zum aktuellen Zeitpunkt die jüngst eingeleitete Schiebephase fort. Im Bund-Future definieren wir die Begrenzungen dieser Schiebezone weiterhin in den Grenzen um 115.27 auf der Unterseite und 115.96 auf der Oberseite.

- Eine ähnliche Entwicklung sehen wir in den Futures auf die US-T-Bonds mit Laufzeiten von zehn und 30 Jahren. Auch hier liegt uns jeweils die Ausbildung einer Schiebezone innerhalb eines unverändert intakten, übergeordneten Aufwärtstrends vor. Zur Indikation definieren wir auch hier die Begrenzungen der aktuell gültigen Schiebezonen: im zehn jährigen US-T-Bond-Future liegen diese in den Bereichen um 112*00 auf der Unterseite und um 113*17 / 113*20 auf der Oberseite. Im 30 jährigen T-Bond-Future definieren sich die Begrenzungen um 110*02 auf der Unterseite und 111*26 / 111*30 auf der Oberseite.

- Grundsätzlich ist in allen drei beurteilten Kursverläufen der Renten-Futures jedoch die übergeordnete Aufwärtstendenz noch immer präsent. Bezogen auf den Bund-Future September-Kontrakt sollten somit eventuell bestehende Trading-Long-Positionen beibehalten und per Stop-Kurs knapp unterhalb der unteren Begrenzung (bei 115.27) der laufenden Schiebezone abgesichert werden.

Euro / Dollar

- Im Wechselkursverhältnis Euro / Dollar tritt der Kursverlauf seit etwa fünf Handelstagen weitestgehend auf der Stelle. Dennoch bleibt dieser eingebettet in einen sekundären Aufwärtsimpuls, der wiederum Bestandteil einer übergeordneten Konsolidierungszone ist. Die Begrenzungen dieser Konsolidierungszone auf Wochenbasis definieren wir in etwa in den Bereichen um 1.2434 / 1.2460 $ auf der Oberseite und 1.1967 / 1.1955 $ auf der Unterseite.

- In unserer letzten Euro / Dollar Beurteilung gingen wir von einem Kursziel im Bereich der oberen Bereichsbegrenzung aus, eine Erwartungshaltung, die sich bisher nicht bestätigte. Dennoch, chart- wie markttechnisch überwiegen unserer Ansicht nach die Indizien, welche ein Festhalten an dieser Meinung rechtfertigen sollten.

- In der Konsequenz ziehen wir den Stop-Kurs für eventuelle Trading-Long-Positionen auf das Tagestief vom Mittwoch bei 1.2287 $ nach. Kurs-Ziel bleibt der Bereich um 1.2434 / 1.2460 $.

Aktien-Indizes

- Europas Aktien-Indizes markierten im Handelsverlauf vom Donnerstag neue Reaktionshochs, womit sich ihre statistischen Wahrscheinlichkeiten auf eine Wiederaufnahme der vorangegangenen, übergeordneten Abwärtstrends reduzierten. Dennoch bleibt ein Restrisiko, da der letzte Donnerstag einmal mehr zeigte, dass die notwendige Dynamik und Schwungkraft der laufenden Reaktion derzeit alles andere als hoch ist.

- Ein Festhalten an einer strategisch optimistischen Erwartungshaltung mit Blick auf eine Stabilisierung der Kurse, möglicherweise sogar einer Reaktionsfortsetzung, begründen wir mit Verweis auf die ausgebildeten Lunten in den Tages-Candles in den von uns beurteilten US-Indizes. Hervorzuheben sind hier besonders die US-Standardwerte-Indizes Dow Jones und S & P 500 Index, die sich im jüngsten Handelsverlauf von ihren Tiefstkursen wieder deutlich ablösen konnten.

- Ebenso stützen die jüngsten Tagesentwicklungen in den beiden beurteilten asiatischen Indizes (Nikkei 225 und Hang Seng Index) eine verbleibend optimistische Erwartungshaltung. Achten Sie hier besonders auf den japanischen Nikkei 225, der einen unmittelbaren Bruch der oberen Trendbegrenzungslinie des seit Juli charttechnisch gültigen Abwärtstrends zu durchlaufen scheint. Markttechnisch baut sich hier eine deutliche Verbesserung der Ausgangslage auf, wobei sich Schwungkraft und Dynamik zu Gunsten einer sich stabilisierenden Marktverfassung entwickeln.

- Grundsätzlich bleiben wir somit weiterhin strategisch optimistisch, soll heißen, wir rechnen nicht mit neuen Bewegungstiefs im laufenden Bewegungsfraktal. In der praktischen Konsequenz nutzen wir potentielle Einstiegsmöglichkeiten auf der Long-Seite aggressiver aus, als Short-Positionierungen. Dennoch, strategisch ausgerichtete Positionen stellen wir unverändert zurück und konzentrieren uns auf taktische Ausrichtungen, versehen mit Stop- und Zielkurs. Wir werden kurzfristig entscheiden müssen, ob aus einer eventuell profitabel verlaufenden Trading-Position eine strategische Ausrichtung werden soll.

^ DAX

Widerstände: 3749 (O), 3899 / 3911 (ü), 4099 (u), 4156 / 4175 (u); Unterstützungen: 3618 (u), 3576 (O), 3423 (O), 3202 (O);

Aktuelle Korrekturpotentiale, bezogen auf den jüngsten Abwärtsimpuls im DAX Index:

3715 / 3729 Minimumkorrektur 3764 Normalkorrektur 3798 / 3813 Maximumkorrektur°

Ordnen wir die jüngste Entwicklung des DAX ins Gesamtbild des Kursverlaufes ein, ergibt sich für uns folgendes Bild:

- Noch immer dominiert ein übergeordneter Abwärtstrend, der charttechnisch im Bereich um 3780 durch eine obere, abwärts ausgerichtete Trendlinie begrenzt wird.

- Die jüngste (im Grunde noch laufende) Reaktion wird auf der Oberseite durch ein potentielles Widerstandsniveau um 3749 / 3750 "gedeckelt", auf der Unterseite leiten wir ein mögliches Unterstützungsniveau im Bereich um 3618 her.

- Die 3750 wurde am Donnerstag kurz überschritten, konnte sich zum Handelsende hin jedoch behaupten. Interessant ist weiterhin, dass wir im DAX-Index, bezogen auf die Wegstrecke der jüngsten Abwärtsbewegung (bisher letzter Abwärtsimpuls), im Donnerstagshoch fast das errechnete normale Korrekturpotential ausschöpften.

- In der analytischen Konsequenz sehen wir damit das statistische Risiko einer weiterführenden Kursabschwächung in Verbindung mit der Ausbildung eines neuen Bewegungstiefs bei etwa 50 % und damit deutlich tiefer, als wir es noch am Mittwoch sahen (da waren es noch 67 % Trefferquote).

- Markttechnisch gesehen, hellt sich die Verfassung des DAX auf. Über die Trendfolger wird in Kombination zueinander kein short-set-up mehr ausgewiesen. Auf Tagesbasis ist somit der Abwärtstrend vorerst beendet, zumindest über die Definition mit Trendfolgern. Schwungkraft und Dynamik, bezogen auf den Abwärtstrend, gehen zurück.

In der Konsequenz werden wir auch weiterhin die Long-Seite aggressiver als die Short-Seite handeln, strategische Neu-Positionierungen jedoch zurückstellen. Im Mittelpunkt stehen Trading-Positionierungen, welche wir gegebenenfalls im Erfolgsfalle ausbauen werden. Hierzu halten wir Sie auf dem Laufenden, wenn es soweit ist.

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