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CHART-KOLUMNE: Inselbildung erschwert Trendprognose

FRANKFURT - Technischer Marktkommentar vom 11. Juni 2004

FRANKFURT - Technischer Marktkommentar vom 11. Juni 2004

ALLGEMEINE BEURTEILUNG

Wichtigste technische Entwicklungen vom letzten Donnerstag im Überblick:

(Aktien-Indizes)

- sehen wir uns die Kursverläufe der europäischen Aktienindizes an, fälltdas Konsolidierungsverhalten in der zu Ende gehenden Handelswoche auf; besondersim Entwicklungsverlauf der Index-Futures sind so genannte "Inselbildungen"innerhalb ihrer noch immer gültigen sekundären Aufwärtstrends ein markantesErscheinungsbild der letzten Tage; lediglich der japanische Nikkei 225 weist unseinen unverändert intakten Aufwärtstrend mit marginalem Reaktionsverhalten auf;in den US-Aktienindizes korrigierten die Kurse am Mittwoch und stabilisiertensich am Donnerstag erneut;

Aktuell ist es uns kaum möglich, eine klare Erwartungshaltung dahingehend zuformulieren, ob die aktuell laufenden Konsolidierungszonen ("Inseln")trendbestätigenden oder-umkehrenden Charakter tragen. Mit jedem weiteren Tag,den die Kurse in ihren eng gefassten "Kursinseln" verharren, schwächt sich dieKraft des übergeordneten Bewegungsimpulses ab und macht den Kursverlauf imGanzen anfällig für plötzliche und möglicherweise heftig verlaufendeBewegungsschübe. Grundsätzlich sind beide Bewegungsrichtungen hierbei möglich.

Tragen wir jedoch die Indizien zusammen, die für eine möglicherweise zupräferierende Bewegungsrichtung sprechen, so würden wir derzeit dieWahrscheinlichkeit für eine Trendfortsetzung, also einem Kursausbruch auf derOberseite, als höher einschätzen, als die Gefahr eines nachhaltigenRichtungswechsels. Wir begründen diese Erwartungshaltung mit folgenden Punkten:

(1) die laufenden Konsolidierungszonen bzw. "Kursinseln" sind Bestandteileiner Korrektur / Konsolidierung des Kursverlaufes innerhalb eines intaktenAufwärtstrends; das Ausmass dieser Korrektur / Konsolidierung entsprach innahezu allen beurteilten Indizes in etwa dem jeweils errechneten minimalenKorrekturpotential, bezogen auf den jüngsten, vorangegangenen Aufwärtsimpuls;somit spricht hier schon einmal eine statistische Auswertung von Folgebewegungennach Konsolidierungen für eine Trendfortsetzung, somit für ein Verlassen derKonsolidierungszonen auf der Oberseite;

(2) sehen wir uns die beiden asiatischen Aktienindizes an, fällt diepositive Tendenz innerhalb der gültigen Aufwärtstrends auf; eine Korrelationzwischen dem, was im japanischen Nikkei 225 passiert und dem, wie darauf EuropasAktienbörsen reagieren, ist bei weitem nicht mehr in dem Masse ausgeprägt, wiedas noch in den 80ger und 90ger Jahren der Fall war, dennoch fällt hin undwieder eine "Vorreiterrolle" des Nikkei 225 auf; diesen Erfahrungswert imHinterkopf behaltend, sollte ebenfalls als Indiz für eine höhereAusbruchswahrscheinlichkeit auf der Oberseite gelten;

(3) ein Blick auf den Kursverlauf des US-Dollar lässt kurzfristig einweiteres, leichtes Erstarken der amerikanischen Währung erwarten; gegenüber demEURO rechnen wir mit einer Abschwächung der Europa-Währung, mittelfristigdurchaus wieder in Richtung 1.1800 USD, gegenüber dem japanischen YEN scheintsich im USD ein Boden im Bereich um 109 YEN auszubilden, der mindestens Platzbis in den Bereich um 112 eröffnen sollte;

Halten wir grundsätzlich fest: erfahrungsgemäss sind Konsolidierungszonen,wie wir sie als "Inselbildungen" aktuell in Europas Börsen vorfinden, sowohltrendbestätigend, als auch-umkehrend. Statistiken zeigen, dass beideAusbruchsrichtungen über den gewählten Betrachtungszeitraum von etwa 10 Jahrenin etwa gleichmässig verteilt waren. Ziehen wir nun die oben genannten Indizienbei der Formulierung einer erwarteten Ausbruchsrichtung heran, spricht unsererAnsicht nach aktuell jedoch mehr für einen Ausbruch auf der Oberseite.

In der Konsequenz beachten wir somit folgende Fakten:

- existieren strategisch ausgerichtete Long-Positionen, bleiben diese imMarkt; der Stop-Kurs sollte jeweils knapp unter dem errechneten minimalenReaktionspotential liegen;

- innerhalb der jeweiligen Konsolidierungszone gelten die Märkte alsneutral;

- erst ein Ausbruch aus der Konsolidierungszone heraus, sollte entsprechendhandelstechnisch in Ausbruchsrichtung umgesetzt werden;

(Bund-Future)

- im Tagesverlauf vom letzten Donnerstag rutschte der Bund seiner unterenBereichsbegrenzung entgegen; diese hielt jedoch Stand, so erholte sich derSeptember-Kontrakt wieder;

- im Kursverlauf des Bund-Future gelten für uns somit weiterhin dieChartmarken um 112.03 / 111.82 auf der Unterseite als untere Zonenbegrenzung,sowie die 112.92 auf der Oberseite als obere Zonenbegrenzung;

- wir halten auch weiterhin an unserer Kernaussage fest, dass derBund-Future innerhalb der laufenden Konsolidierungszone als Trading-Markt gilt,markttechnisch als neutral beurteilt werden kann und strategisch erst mit einemAusbruch aus dieser Zone interessant wird;

DAX ^ Widerstände: 4029 / 4040 (u), 4094 (O), 4156 / 4175 (u); Unterstützungen: 3990 (u), 3970 (u), 3945 / 3940 (u), 3856 (u), 3808 (u); °

Aktuelle Korrekturpotentiale, bezogen auf den jüngsten Aufwärtsimpuls:^3980 / 3971 Minimumkorrektur 3949 Normalkorrektur 3926 / 3917 Maximumkorrektur° Das aktuelle Konsolidierungsverhalten im DAX fällt am ehesten im Kursverlaufdes Futures auf den DAX (FDAX) auf. Hier "riss" der Kursverlauf am letztenMontag eine Kurslücke (ein so genanntes Gap) und pendelte die Folgetage oberhalbder Kurslücke um die 4000 FDAX-Punkte herum. Im Ergebnis bildete sich eine"Kursinsel" aus, die sich aktuell in den Bereichen um 4045 auf der Oberseite und3988 auf der Unterseite begrenzt.

Im DAX-Index grenzt sich dieser Konsolidierungsbereich aktuell in denBereichen um 3990 auf der Unterseite und 4029 / 4040 auf der Oberseite ab.

Ordnen wir diese Entwicklung in das Gesamtbild ein, verlaufen DAX und FDAXweiterhin innerhalb eines intakten sekundären Aufwärtstrends, der wiederumBestandteil einer, auf Wochenbasis ausgebildeten Konsolidierungszone ist. Diesersekundäre Aufwärtstrend wird aktuell markttechnisch weitestgehend bestätigt.

Grundsätzlich gilt auch im DAX das oben gesagte. Konkret: wir können auchhier nicht klar definieren, wohin der nächste Ausbruch gehen wird. Wir könnenallerdings auch hier Indizien zusammentragen (siehe oben), die zumindest einehöhere Wahrscheinlichkeit für einen Ausbruch auf der Oberseite erwarten lassen.

EUROSTOXX 50 ^Widerstände: 2813 (u), 2822 / 2828 (u), 2841 (u), 2905 / 2919 (O);Unterstützungen: 2783 (u), 2767 (u), 2710 (u), 2683 (u), 2630 (u), 2530 (O);° Aktuelle Korrekturpotentiale, bezogen auf den jüngsten Aufwärtsimpuls:^2778 / 2773 Minimumkorrektur 2761 Normalkorrektur 2748 / 2743 Maximumkorrektur°

Im EUROSTOXX 50 definiert sich aktuell die Konsolidierungszone im Bereich um2813 auf der Oberseite und 2783 auf der Unterseite. Auch diese ist Bestandteileines übergeordneten, sekundären Aufwärtstrends, der wiederum Bestandteil einerbreit gefassten Konsolidierungszone auf Wochenbasis ist.

Im FESX definiert sich diese Schiebezone im Bereich um 2814 auf derOberseite und 2776 auf der Unterseite. Ähnlich wie im FDAX, liegt uns auch imFESX eine "Inselbildung" vor, deren bisheriges Korrekturausmass in etwa dererrechneten Minimumkorrektur des vorangegangenen Bewegungsimpulses entspricht.In der Konsequenz lassen sich somit für den EUROSTOXX 50 / FESX die gleichenArgumente heranziehen, die für eine mögliche Trendfortsetzung sprechen.

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