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CHART-KOLUMNE: Konsolidierungtendenz an den Börsen dominiert

Technischer Marktkommentar vom 17. Juni 2004

Technischer Marktkommentar vom 17. Juni 2004

Allgemeine Beurteilung

Wichtigste technische Entwicklungen vom letzten Mittwoch im Überblick:

(Öl-Preis)

- der Rückgang im Öl-Preis nimmt möglicherweise einen weiteren Anlauf; sehenwir uns den Kursverlauf des WTI Cushing Spot auf Tagesbasis an, steht die untereTrendbegrenzungslinie des seit September 2003 gültigen Aufwärtstrends im Sinneihrer Definition zur Disposition; markttechnisch setzt sich zudem die Entfaltungnegativer Schwungkraft fort; kommt es zu einem nachhaltigen Kursrutsch unter37.35 USD, eröffnet sich ein analytisches Abwärtspotential in Richtung 34 USD,dem Reaktionstief von Anfang April;

- im Kursverlauf des Nordsee-Öls Brent Crude Oil liegt uns im Tagescharteine ähnliche markttechnische Verfassung vor, somit steigt auch hier dieWahrscheinlichkeit einer mittelfristigen Fortsetzung des Preisrückganges; nächsttiefer liegende, übergeordnete Unterstützung wäre das Kursniveau um 30.87 USD;

(Aktien-Indizes)

- auf der Aktienseite sahen wir in den Indizes im Handelsverlauf des letztenMittwoch einen eher moderaten Tagesverlauf; nach zwei vergleichsweise heftigenVortagen, beruhigte sich am Mittwoch der Bewegungsimpuls;

- hervorzuheben ist hierbei, dass es lediglich dem italienischen MIB 30gelang, mit einem Tageshoch bei 28427 Indexpunkten auch ein neues Bewegungshochinnerhalb des seit Mai gültigen Aufwärtstrends zu markieren;

- alle übrigen beurteilten Indizes weisen weiterhin Konsolidierungs- /Stabilisierungscharakter auf;

- ausgeprägtestes Trendverhalten liegt uns weiterhin im japanischen Nikkei225 vor, dessen Reaktionen bisher, im Vergleich zu seinen vorangegangenenAufwärtsimpulsen, weitestgehend im Rahmen der jeweils berechnetenMinimumkorrektur verliefen; hinzu kommt eine vergleichsweise stabileMarkttechnik; somit ist der Nikkei 225 einer der wenigen Indizes, der ausstatistischer Sicht aktuell unverändert die grösste Chance hat, seinenAufschwung fortzusetzen;

Als allgemeines Fazit auf der Aktienseite können wir jedoch hervorheben,dass sowohl im strategischen Zeitfenster (jeweiliger Wochenchart), als auch imtaktischen Zeitfenster (Tageschart) derzeit eine Konsolidierungstendenzdominiert. Sehen wir uns die Kursverläufe auf Wochenbasis an, fallen in nahezuallen von uns beurteilten europäischen und US-amerikanischen Aktienindizes breitgefasste Konsolidierungszonen auf, wobei bereits im Januar diesen Jahres in etwadie oberen Begrenzungen abgesteckt wurden. Gemeinsam ist allen diesenstrategischen Konsolidierungszonen eine markttechnisch gesehene Eintrübung derBewegungsqualität. Konkretestes Beispiel ist hier eine allgemein rückläufigeSchwungkraft.

Verengen wir den Betrachtungszeitraum auf Tagesbasis und sehen uns hier dieEntwicklungen der letzten Handelssitzungen an, kann ebenfalls ein neuesKonsolidierungs- / Stabilisierungsverhalten unterstellt werden. Wir erlebtenzwar zu Wochenbeginn einen Ausbruch aus den engen Schiebezonen der Vorwoche, diezudem mit der erwarteten Heftigkeit verliefen (wir wiesen in der Vorwoche aufein solches Entwicklungsszenario hin), eine grundsätzliche Richtungsänderungsetzte sich jedoch nicht durch. Mit Blick auf die jeweils ausgeschöpftenReaktionspotentiale halten wir aktuell somit weiterhin an einem weiterhinverlaufenden Konsolidierungsszenario fest.

Mit Blick auf die strategische Ausgangslage verweisen wir jedoch noch auffolgende Aspekte, die aus unserer Sicht heraus mittelfristig durchaus noch vonRelevanz sein sollten:

(1) bei der Betrachtung des äusseren Umfeldes steht zunächst die hoheWahrscheinlichkeit einer weiteren Öl-Preis Abschwächung im Vordergrund, wasmittelfristig positiven Einfluss auf die Aktienseite haben sollte;

(2) auf der Renten- und Währungsseite liegen uns aktuell fortgesetzteKonsolidierungstendenzen vor; der Bund-Future, aber auch die beurteiltenUS-T-Bond-Futures auf die 10 und 30 jährigen T-Bonds, bewegen sich zur Zeitinnerhalb begrenzbarer Konsolidierungszonen und tragen somit strategischneutralen Charakter; gleiches gilt für den Wechselkurs USD / YEN, der innerhalbeiner, seit Ende Mai gültigen Konsolidierungs- / Schiebezone verläuft; lediglichim Wechselkursverhältnis EURO / USD ist ein aktuell zu unterstellendesKonsolidierungsverhalten nicht klar zu begrenzen;

(3) sehen wir uns nach "innen" hin die Kursverläufe der Aktien-Indizes an,bleiben die grundsätzlich aufwärts ausgerichteten Bewegungstendenzen(Sekundärtrends) auffällig, auch wenn diese auf Tagesbasis zum einen meistcharttechnisch als gebrochen angesehen werden können, zum anderen sichmarkttechnisch kritisch entwickeln;

DAX ^ Widerstände: 4029 / 4040 (u), 4094 (O), 4156 / 4175 (u); Unterstützungen: 3945 / 3940 (u), 3856 (u), 3808 (u); °

Aktuelle Korrekturpotentiale, bezogen auf den jüngsten Abwärtsimpuls:^3972 / 3977 Minimumkorrektur 3989 Normalkorrektur 4002 / 4006 Maximumkorrektur°

Mit einem Tageshoch am Mittwoch im DAX-Index bei 4014 Punkten, überschrittDeutschlands Börsenbarometer die errechnete Maximumkorrektur, bezogen auf denvorangegangenen Abwärtsimpuls vom Montag. Damit "pendelt" sich der Kurs aktuellaus, die für uns derzeit relevanten Chartmarken sind die Bereiche um 4029 / 4040auf der Oberseite und 3945 / 3940 auf der Unterseite. Betrachten wir diederzeitige Entwicklung unter den Gesichtspunkten "Markttechnik" und "jüngstesReaktionsverhalten", halten wir es aktuell für das wahrscheinlichsteEntwicklungsszenario, dass sich der DAX auch in den nächsten Tagen zwischen obengenannten Chartmarken bewegt.

Versuchen wir eine Erwartungshaltung zu formulieren, wohin dieKursentwicklung in den nächsten Tagen und Wochen nach Beendigung der aktuelllaufenden Konsolidierung gehen könnte und stützen uns dabei auf dieRahmenbedingungen, welche wir im vorangegangenen Abschnitt des heutigenMorgenkommentars beschrieben haben, wäre eine strategisch aufwärts ausgerichteteTendenz wohl das präferierte Szenario. Praktisch ist es aktuell aber nichthandelbar, hierzu verweisen wir auf das geringe Chance / Risikoverhältnis. Beachten Sie bitte, dass auf Grund der sich weiter abschwächenden Markttechnik,der Kursverlauf im DAX (und auch in den meisten anderen Index-Kursverläufen) insich immer instabiler wird, was ihn "anfällig" macht für plötzlicheRichtungswechsel und kräftige Bewegungsschübe in beide Bewegungsrichtungen.Einen Vorgeschmack bekamen wir am Montag zu sehen, als der Index seineKonsolidierungszone verliess.

In der praktischen Konsequenz bleiben wir unter strategischenGesichtspunkten neutral, zumindest solange, bis wieder eine klarereBewegungstendenz Gestalt annimmt. Unser aktuelles Augenmerk liegt derzeitweiterhin auf kurzfristig ausgerichteten Handelsaktivitäten.

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