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CHART-KOLUMNE: Mangelnde Qualität der TrendverläufeDPA-Datum: 2004-07-04 10:07:02

Technischer Morgenkommentar vom 01. Juli 2004

Technischer Morgenkommentar vom 01. Juli 2004

ALLGEMEINE BEURTEILUNG

Erwartungsgemäß erhöhte die US-amerikanische Notenbank am Mittwoch Abend die Leitzinsen von 1 auf 1,25 Prozent. Die Märkte reagierten in den USA entspannt auf diese Entscheidung, alles andere hätte wahrscheinlich eher für Unruhe gesorgt.

(AKTIEN-INDIZES)

- während Europas Aktienindizes am Mittwoch "die Reaktion probten" und sich wieder ihren unteren Begrenzungslinien der weiterhin gültigen sekundären Aufwärtstrends näherten, markierten nach der Zinsentscheidung die US-Wachstumswerte-Barometer NASDAQ-100-Index < NDX.X.IND > und NASDAQ Comp. < COMPX.IND > neue Bewegungshochs innerhalb der seit Mai laufenden Aufwärtstrends;

- der NASDAQ Comp. näherte sich mit seinem Tageshoch bei 2055 Punkten dem avisierten Zielniveau bei 2060 an, der NASDAQ 100 drang nahezu problemlos in das herleitbare, potentielle Widerstandsband im Bereich um 1508 / 1525 ein (Schlusskurs Mittwoch lag hier bei 1520);

- weit verhaltener im Ergebnis, aber ebenfalls mit Zugewinnen, beendeten die US-Standardwerte-Indizes den Handelstag; dennoch, im Gegensatz zu den beiden NASDAQ´s und zu den europäischen Vergleichsindizes, gelang es Dow Jones Industrial Average (DJIA) < INDU.IND > und S & P-500-Index < INX.IND > bisher nicht, ihre jeweils gültige und noch immer intakte Konsolidierungsphase zu überwinden; noch immer unterstellen wir hier eine dynamikarme, technisch gesehen neutrale Marktentwicklung, die bisher keine strategischen Neupositionierungen zulässt;

- die asiatischen Märkte schlossen sich am Donnerstag dieser positiven Tendenz weiter an; hervorzuheben ist hier der japanische Nikkei-225-Index < NI225.FX1 > , der mit 11988 ebenfalls ein neues Bewegungshoch im laufenden Sekundärtrend markierte und damit die chart- wie markttechnisch definierte Spitzenposition beibehält; gegenüber dem Nikkei 225 gilt unverändert die Aussage der Vorwochen: in Richtung 12200 lassen sich keine weiteren Widerstandsniveaus aus historischen Kursverläufen sinnvoll herleiten.

Fazit: Wir halten weiterhin an unserer strategisch optimistischen Erwartungshaltung für die international wichtigsten Aktien-Indizes fest. Die niedrige Bewegungsdynamik gilt weiterhin als markttechnisch kritisches Element und signalisiert einen niedrigen Stabilitätsgrad der laufenden Aufwärtstendenz, dennoch unterstellen wir höhere Kurse auf absehbare Zeit.

Mit Verweis auf diese niedrige Bewegungsdynamik und der daraus resultierenden mangelnden Qualität der Trendverläufe, sollte strategischen Positionen jedoch auf jeden Fall kurzfristig ausgerichtete Trading-Aktivitäten mit enger Stop- und Ziel-Kurs-Definition beigemischt werden.

(ÖL-PREIS)

- im Brent Crude Oil sahen wir am Mittwoch eine heftige Reaktion im Kursverlauf; mit einem Plus von 4.13 Prozent, korrigiert es die Kursverluste der letzten Handelstage;

- im bisherigen Reaktionshoch erreichte das Brent Crude Oil die 33.79 USD und liegt damit oberhalb der errechneten Minimumkorrektur von 33.49 / 33.65 USD; die Normalkorrektur berechneten wir mit 34.03 USD; wir haben keine konkreten statistischen Auswertungen vorliegen, welche uns (wie auf der Aktienseite) klare Aussagen liefern, mit welcher Wahrscheinlichkeit / Trefferquote wir mit einer Wideraufnahme des übergeordneten Trends rechnen können, wenn eine Reaktion unterschiedlichen Ausmaßes ihren Abschluss fand; doch unterstellen wir, dass sich hier die Ergebnisse in etwa im gleichen Rahmen bewegen, sollte jetzt mit der jüngsten Kurserholung die Wahrscheinlichkeit auf eine unmittelbar bevorstehende Trendfortsetzung auf etwas über 50 Prozent gesunken sein; dies begründen wir mit der Annahme, dass die jüngste Reaktion diesen Ausmaßes ein Indiz für eine nachlassende / niedrige Dynamik auf der Unterseite ist und somit kaum Kontinuität und Stabilität in den Kursverlauf kommt;

Fazit: In der Öl-Preisentwicklung rechnen wir jetzt kurzfristig eher mit einer beginnenden Stabilisierung des Kursverlaufes.

(BUND-FUTURE)

- bereits vor Wochen wiesen wir auf allgemeine Stabilisierungstendenzen und eine sich schrittweise verbessernde Markttechnik in den Renten-Futures hin; konkret bezogen wir uns auf den Bund-Future September-Kontrakt, als auch auf beide US-T-Bond-Futures, bezogen auf den 10 und 30 jährigen US-Bond;

- diese strategisch optimistische Erwartungshaltung unterstreichen wir weiterhin, besonders mit Blick auf die T-Bond-Futures; sowohl im 10 wie im 30 jährigen T-Bond-Future setzte sich per Mittwoch die positive Tendenz durch / fort und führte im Zusammenhang mit der jüngsten Kursstabilisierung zu einem neuen Bewegungshoch; in beiden T-Bond-Futures sind die oberen Bereichsbegrenzungen der jüngst ausgebildeten Stabilisierungszonen nun auch nachhaltig überwunden worden;

- im Bund-Future September-Kontrakt ist der Konsolidierungsbereich noch immer intakt, wir rechnen jedoch auch hier mit einer baldigen Überwindung dieser oberen Begrenzung / Widerstandshürde; achten Sie hierzu bitte auf die Kursniveaus um 113.26 / 113.34.

(USD / YEN)

- achten Sie bitte auf die Kursentwicklung des USD gegen YEN; der übergeordnete Trendverlauf, gültig seit Mai diesen Jahres, bleibt abwärts ausgerichtet; in der jüngsten, viertägigen Reaktion, welche in der Spitze an die obere Trendbegrenzungslinie heranreichte, sahen wir am letzten Mittwoch, im Anschluss an das Reaktionshoch, erneute Abgaben, was zu einem ausgeprägten Docht führte; per Donnerstag setzte sich der Abschwung weiter fort und neutralisierte bisher den gesamten gestrigen Candle; somit bleiben wir vorerst dabei und verweisen auf den intakten sekundären Abwärtstrend;

- dennoch, markttechnisch wird sowohl ein Rückgang der Markttechnik, als auch der Schwungkraft signalisiert, was die Wahrscheinlichkeit steigen lässt, dass sich das Wechselkursverhältnis USD / YEN zwischen 107 und 109.50 stabilisiert; sollten strategische Short-Positionen im USD gegen YEN bestehen, halten wir es für sinnvoll, diese per angepassten Stop-Kurs engmaschiger abzusichern. ^ DAX

Widerstände: 4094 (O), 4156 / 4175 (u); Unterstützungen: 4040 / 4029 (u), 3916 (O), 3856 (u), 3808 (u)°

Aktuelle Korrekturpotentiale, bezogen auf den jüngsten Aufwärtsimpuls im ^ DAX INDEX:

4030 / 4021 Minimumkorrektur 4001 Normalkorrektur 3980 / 3972 Maximumkorrektur°

Der Handelstag am Mittwoch ließ bis 17:30 Uhr noch erwarten, dass wir hier möglicherweise eine Impulsumkehr und damit den Beginn einer Reaktion sehen werden. Im FDAX (Future auf den DAX) bahnte sich ein negatives Überlappungsmuster an. In letzter Konsequenz kam es jedoch nicht zu dieser Musterbildung, diese wurde um einen FDAX-Punkt auf der Unterseite verfehlt.

Somit liegt nun folgende technische Ausgangslage im DAX vor:

- der seit Mai gültige sekundäre Aufwärtstrend ist unverändert intakt; mit Überwindung der oberen Begrenzungslinie der jüngst ausgebildeten Konsolidierungszone, wurde seine Gültigkeit im Sinne der Definition wieder aufgenommen;

- einen orientativen, möglichen Widerstand erwarten wir um 4094, eine ernstzunehmende Hürde sollte der Bereich um 4156 / 4175 sein; dieses Kursniveau stellt die obere Begrenzung der seit Jahresbeginn auf Wochenbasis ausgewiesenen Konsolidierungszone mit Untergrenze bei 3692 dar;

- der Sekundärtrend bleibt im Sinne der Dow Theorie solange gültig, wie sein jüngstes Reaktionstief (aktuell bei 3916) nicht unterschritten wird; unter charttechnischen Gesichtspunkten orientieren wir uns an der unteren Trendbegrenzungslinie (aktuell bei 3973) und aus markttechnischer Sicht legen wir zur Trenddefinition eine Kombination aus trendfolgenden Indikatoren zu Grunde, welche zur Zeit noch immer ein long-set-up ausweisen; erste konkrete Warnhinweise zum Trendbestand bekommen wir, wenn die errechnete Maximumkorrektur, bezogen auf den jüngsten Aufwärtsimpuls, unterschritten wird (liegt aktuell bei 3980 / 3972).

ERWARTUNGSHALTUNG

Wir rechnen mit einer weiteren Fortsetzung des Kursanstiegs und halten es, mit Blick auf die aktuelle technische Marktverfassung und die derzeitige technische Ausgangslage im DAX selbst für sehr wahrscheinlich, dass wir die obere Begrenzung im Bereich um 4156 / 4175 in überschaubarer Zeit, vielleicht schneller als alle erwarten, erreichen. In der Konsequenz bleiben wir tendenziell auch strategisch long.

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