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Chart-Kolumne: Öl-Preis zwingt Aktien-Indizes erneut in die Knie

Wichtigste technische Entwicklungen vom letzten Donnerstag im Überblick:

Wichtigste technische Entwicklungen vom letzten Donnerstag im Überblick:

Aktien-Indizes

- technisch überaus kritisch ist die Entwicklung in den US-Aktien-Indizes zu bewerten. Beide Wachstumswerte-Indizes unterschritten im Handelsverlauf vom Donnerstag, nach erneut deutlichen Kursverlusten, ihre bisher gültigen Bewegungs- und Jahrestiefs und bringen unsere (bereits eingeschränkte) optimistische Erwartungshaltung mit Blick auf eine Konsolidierung hier zu Fall.

- in den US-Standardwerte-Indizes sind die unteren Begrenzungen der seit Jahresanfang gültigen Konsolidierungszonen zwar noch immer intakt und damit die gültigen Bewegungs- und Jahrestiefs auch noch nicht unterschritten, doch sind diese in greifbarer Nähe. Im S & P 500 Index fehlen vom Tagestief am Donnerstag aus gesehen nur noch rund 4 Punkte, im Dow Jones sind es noch rund 100 Indexpunkte, bis neue Tiefs markiert werden.

- dieser Entwicklung steht ein unverändert massiv resistenter hongkonger Hang Seng Index entgegen. Im jüngsten Handelsverlauf testete er erneut die obere Begrenzung der laufenden Konsolidierungszone bei 12400 / 12424 Indexpunkten an und überstieg sie per Schlusskurs sogar leicht.

- in den europäischen Aktien-Indizes setzte sich in der abgelaufenen Handelswoche die Abgeberseite durch. Am Donnerstag sahen wir in vielen Indizes neue Wochentiefs per Schlusskurs. Die unteren Bereichsbegrenzungen der laufenden Konsolidierungszonen auf Wochenbasis sind vom aktuellen Kursniveau jedoch noch ausreichend weit entfernt.

- die höchsten relativen Stärken weisen in Europa derzeit der britische Ftse 100, sowie der französische CAC 40 auf.

Als allgemeines Fazit können wir festhalten: solange die aktuell gültigen unteren Begrenzungen der auf Wochenbasis gut ausgebildeten Konsolidierungszonen nicht unterschritten werden (das ist an Europas Börsen noch in keinem Beispiel der Fall) und solange die jüngsten Reaktionshochs der Vorwoche nicht überschritten werden, solange halten wir an der Erwartungshaltung mit Hinblick auf eine sich ausbildende Schiebezone fest. Überaus kritisch ist dagegen die Entwicklung in den US-Indizes, da in beiden Wachstumswerte-Barometer dieser Begrenzungsbruch bereits eingetreten ist. Grundsätzlich hat sich das Gesamtbild jedoch eingetrübt. Ein neuer Ansturm auf die Jahreshochs ist im laufenden Bewegungsfraktal wohl vorerst kein Thema mehr, dazu haben die Indizes im Verhältnis zum jüngsten Aufwärtsimpuls in den letzten Tagen zu viel abgegeben.

In der praktischen Konsequenz orientieren wir uns innerhalb der potentiell neuen, möglichen Schiebezonen auch weiterhin auf Trading-Aktivitäten, bei denen speziell die Bereiche nahe der Zonengrenzen (der jeweiligen, erwarteten Schiebezone) zum richtungsentgegengesetzten, spekulativen Positionsaufbau genutzt werden. Stop-Kurse platzieren wir knapp ausserhalb der Zonengrenzen. Weiterhin arbeiten wir mit kurfristig ausgerichteten Handelstaktiken auf Grundlage der Mustererkennung. Strategische Positionierungen stellen wir innerhalb der sich möglicherweise ausbildenden Schiebezone zurück.

ÖL-Preis

- einer der psychologischen "Übeltäter" bleibt der Ölpreis. Noch am Mittwoch bildete sich ein negatives Überlappungsmuster im Brent Crude Oil aus, am Folgetag markierte das Nordsee-Öl mit 43,53 Dollar ein neues 22 Jahreshoch. Widerstände lassen sich aktuell auch weiterhin nicht mehr herleiten.

- im WTI Cushing Spot wurde am Donnerstag mit 44,40 Dollar ebenfalls ein neues Hoch markiert.

- einzige markttechnische Auffälligkeit bleibt der beginnende Rückgang an Schwungkraft, dennoch ist der Aufwärtstrend intakt und wird chart- wie markttechnisch bestätigt.

Bund-Future

- auch im Bund-Future September-Kontrakt sahen wir am Donnerstag die Ausbildung eines neuen Bewegungshochs im laufenden, wiederaufgenommenen Aufwärtstrend. Mit einem Tageshoch bei 114.94 und einem Schlusskurs bei 114.85, bewegt sich der Bund-Future September-Kontrakt aktuell in einem Bereich, innerhalb dessen keine wirklich sinnvollen Widerstände mehr herleitbar sind. Nächst höhere Orientierungsmarke wäre der Bereich um 115.75.

DAX

Widerstände: 3.899 / 3.911 (ü), 4.099 (u), 4.156 / 4.175 (u); Unterstützungen: 3.749 (O), 3.710 / 3.692 (u);

Aktuelle Korrekturpotentiale, bezogen auf den jüngsten Aufwärtsimpuls im DAX Index:

3.858 / 3.850 Minimumkorrektur 3.830 Normalkorrektur 3.811 / 3.803 Maximumkorrektur

Ordnen wir die jüngste Entwicklung im DAX in das aktuelle Gesamtbild ein, ist die Ausbildung einer möglichen Schiebezone unmittelbar oberhalb der unteren Bereichsgrenze einer übergeordneten (auf Wochenbasis basierenden) Konsolidierungszone denkbar. Als "übergeordneten Rahmen" definieren wir im DAX weiterhin die Bereiche um 3.710/3.692 Indexpunkte als untere Bereichsgrenze, sowie die 4.156/4175 Indexpunkte als obere Bereichsgrenze.

Eingebettet in diese übergeordnete, seit Anfang 2004 gültige Konsolidierungszone, zeichnet sich möglicherweise die Ausbildung einer Schiebezone ab, deren Grenzen wiederum in den Bereichen um 3.710/3.692 auf der Unterseite und 3.899/3.911 auf der Oberseite verlaufen. Im Bezug auf das Gesamtbild bleibt dieser jungen, potentiellen Schiebezone jedoch ein nüchterner Geschmack, da sich auf Wochenbasis die Markttechnik deutlich zu verschlechtern beginnt und das Risiko steigt, dass uns der DAX aus der gesamten Konsolidierungszone nach unten hin wegbricht. Wir gehen davon aus, dass im Falle eines Bruches der 3.700 erneut mit einem Dynamikanstieg zu rechnen ist.

Kritisch ist hierbei, dass unterhalb der 3.700 kaum noch mit nennenswerten Unterstützungen im Sinne ihrer Definition gerechnet werden kann. Wir unterstellen, dass unterhalb der 3.700 keine wirklichen Positionsschieflagen mehr existieren und dass in einem solchen Entwicklungsfalle durchaus mit verstärkten Abgaben von Seiten der institutionellen Seite gerechnet werden könnte / sollte. In der Konsequenz konzentrieren wir uns auf kleine, spekulative Positionierungen und stellen strategische Ausrichtungen zurück.

In der Konsequenz verfahren wir im deutschen Aktienmarkt wie folgt:

(1) im DAX konzentrieren wir uns auf den Bereich zwischen 3.760 auf der Unterseite und 3.913/3.925 auf der Oberseite.

(2) dieser Bereich gilt für uns als die potentielle Schiebezone innerhalb derer wir nur spekulativ aktiv werden und jede strategische Position zurückstellen.

(3) zunächst definieren wir den Bereich um 3.890/3.925 als potentielles Verkaufsniveau für spekulative Positionierungen, sowie den Bereich um 3.790/3.760 als potenzielle Kaufebene, ebenfalls nur für spekulative Positionen. Die Stop-Kurse platzieren wir jeweils in den Bereichen um 3.935 auf der Oberseite bzw. 3.750 auf der Unterseite.

(4) innerhalb der möglichen Schiebezone stehen Tagesmuster im Mittelpunkt unserer Handlungsaktivitäten.

Die auf dieser Seite enthaltenen Angaben stellen keine Anlageberatung dar. Alle Meinungsaussagen geben die aktuelle Einschätzung des Verfassers wieder, die nicht notwendigerweise der Meinung der S-T entspricht. Alle Meinungen können ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Angemessenheit der auf dieser Seite enthaltenen Angaben oder Einschätzungen wird keine Gewähr übernommen.

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