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Chart-Kolumne: Steigender Ölpreis und dynamisch fallende Aktienmärkte

Wichtigste Technische Entwicklungen VOM Letzten Donnerstag IM Überblick:

Wichtigste Technische Entwicklungen VOM Letzten Donnerstag IM Überblick:

(ÖL-Preis)

- Die unser Ansicht nach wohl wichtigste Entwicklung an den Märkten war der erneut kräftige Kursanstieg des Öl-Preises. Der Preis der Sorte Brent Crude Oil erreichte am letzten Donnerstag mit einem Hoch bei 39.42 Dollar sein Mehrjahreshoch von Mai (39.46 Dollar) und Juni (39.50 Dollar) und steht praktisch vor einem Sprung in den "widerstandsfreien Raum". Markttechnisch bleibt die Divergenz zwischen Kursentwicklung und Schwungkraft zwar bestehen, d.h. wir unterstellen weiterhin eine vergleichsweise nachlassende Kraft innerhalb des Kursanstieges, dennoch ist ein neues Hoch im Kursverlauf nicht unwahrscheinlich (wir wiesen auf diesen Sachverhalt auf Grund des noch immer intakten Aufwärtstrends seit Anfang Juli hin).

- Eine ähnliche Tendenz sehen wir in der Preisentwicklung des WTI Cushing Spot. Auch hier ist das Mehrjahreshoch bei 42.33 Dollar in greifbarer Nähe, wobei wir eine identische markttechnische Konstellation vorliegen haben: eine negative Divergenz zwischen Preisentwicklung und Schwungkraft.

- In der Konsequenz müssen wir die Preisentwicklung des Öls dennoch weiterhin als Risikofaktor für die Aktienseite im Auge behalten.

(US-Dollar)

- Nach dem Aufwärtsimpuls vom Dienstag / Mittwoch, tritt die US-Währung weitestgehend auf der Stelle. Dennoch ist eine Zunahme der Schwungkraft im Kursverlauf messbar, was eine Fortsetzung des Aufwärtsimpulses begünstigen würde.

- Sehen wir uns den Kursverlauf Dollar / YEN an, schob sich der Dollar bereits am Mittwoch an die obere Begrenzung der noch laufenden Konsolidierungszone bei 109.71 / 110.04 YEN heran (wir wiesen bereits darauf hin). Innerhalb dieser "Grenzzone" bewegt sich die US-Währung auch zum Wochenende hin weiter, mit der Chance, aus dieser Konsolidierungszone nach oben hin auszubrechen. Nächst höherer Widerstand- und Zielbereich wäre die 111.46 YEN-Marke.

- Im Wechselkursverhältnis Euroo / Dollar wirkt die augenblicklich positive Tendenz des Dollar ebenfalls durch. Hier rutscht der Euroo seiner unteren Begrenzungslinie des charttechnisch noch immer intakten sekundären Aufwärtstrends entgegen, die am Donnerstag in etwa im Bereich um 1.2178 Dollar verläuft (potentielles Kursziel).

(Aktien-Indizes)

- Nachdem es am Mittwoch in den meisten der von uns beurteilten international wichtigen Indizes nur zu einer Minimumkorrektur auf der Oberseite kam und wir unterstellten, dass sich somit nach Abschluss der Korrektur mit einer Trefferquote von über 60 Prozent neue Bewegungstiefs einstellen könnten / sollten, stellten sich diese Entwicklungen am Folgetag (Donnerstag) in den meisten Indizes tatsächlich ein.

- Der Future des Euroostoxx 50, der italienische MIB 30, der spanische Ibex 35, sowie die vier beurteilten US-Aktien-Indizes Dow Jones, S & P 500 Index und beide Nasdaq´s rutschten innerhalb ihrer noch gültigen, übergeordneten Abwärtstrends auf neue Tiefpunkte. DAX, Ftse 100 und CAC 40 verfehlten (bisher) ihre Tiefs nur knapp.

- Interessant ist hierbei jedoch die Kursentwicklung in den USA vom letzten Donnerstag. Sowohl in den Standardwerte-Indizes, als auch in den Wachstumswerte-Indizes, sahen wir am Donnerstag nach 17:30 Uhr unserer Zeit einen Impulswechsel, der (trotz steigendem Öl-Preis) ein neues Tageshoch markierte und Kursmuster hinterließ, die stabilisierenden Charakter tragen.

ALS Fazit Halten WIR Fest:

(1) grundsätzlich liegen uns in den meisten Aktien-Indizes noch immer intakte Abwärtstrends vor. Diese werden auf Tagesbasis sowohl chart- wie auch markttechnisch bestätigt.

(2) die Tatsache, dass die jüngste Reaktion von ihrem Ausmaß her nur dem minimalen Korrekturpotential entsprach und in den meisten Fällen die erwarteten neuen Bewegungstiefs in den Aktien-Indizes auch tatsächlich eintraten, zeugt von einer unverändert hohen Bewegungsdynamik, die somit noch immer ein hohes Risiko verbrieft, weiter fallende Kurse zu sehen.

(3) dennoch, die Kursentwicklung in den USA vom letzten Donnerstag, signalisiert im kurzfristigen Zeitfenster eine plötzliche und rasche Zunahme der Schwungkraft auf der Oberseite. Dieser Sachverhalt fällt mit der Tatsache zusammen, dass sich diese Indizes (besonders die beiden Wachstumswerte-Indizes) nahe ihrer unteren Begrenzungen befinden, welche durch die (auch hier) bestehende Konsolidierungszone auf Wochenbasis markiert wird.

(4) obwohl sich die technischen Argumente für weiter fallende Kurse auf der einen Seite und einer sich möglicherweise entfaltenden Stabilisierung auf der anderen Seite weitestgehend die Waage halten, sollte ein Umgang mit möglichen Short-Positionen ab hier und jetzt überaus vorsichtig und umsichtig erfolgen. Eher suchen wir jetzt nach Kursmustern, welche uns möglicherweise den Einstieg auf der Long-Seite erlauben. Stop- und Zielkurs sind natürlich zwingend.

(5) achten Sie bitte auch auf die Entwicklung in den beiden beurteilten asiatischen Aktien-Indizes: der japanische Nikkei 225 markierte ein neues Bewegungstief im jüngsten Trendverlauf und testet die Unterstützungsebene, welche wir um 11251 definiert hatten (wahrscheinlich jedoch einen "Schnaps" tiefer liegt) immer wieder an. Im Gegensatz dazu der hongkonger HSI. Den dritten Tag in Folge schiebt sich dieser Index am oberen Rand der vorliegenden, seitwärts ausgerichteten Konsolidierungszone entlang (um 12660 Indexpunkte und leicht höher).

^ DAX

Widerstände: 3899 (u), 4099 (u), 4156 / 4175 (u); Unterstützungen: 3785 (u), 3710 (u)

Aktuelle Korrekturpotentiale, bezogen auf den jüngsten Abwärtsimpuls im DAX Index:

3891 / 3906 Minimumkorrektur 3944 Normalkorrektur 3981 / 3996 Maximumkorrektur°

Im Tief rutschte der DAX im Kursverlauf vom letzten Donnerstag bis auf 3796 Indexpunkte ab, um ein neues Bewegungstief markieren zu können (und damit dem statistischen Regelwerk zu folgen), fehlen noch 12 Indexpunkte.

Für sich genommen, bleibt es auf der Unterseite zwar kritisch, die Argumente hierfür stimmen mit denen im allgemeinen Teil des Marktkommentars überein, dennoch können wir auch für den DAX den (zumindest per Donnerstag gesehenen) Wechselimpuls in den US-Indizes nicht ignorieren.

In der Konsequenz müssen wir hier und jetzt auch eine beginnende Stabilisierung im Kursverlauf des DAX zumindest mit der gleichen Wahrscheinlichkeit betrachten, wie eine Fortsetzung des Abschwungs begründbar ist.

Im Fdax bildete sich per Donnerstag ein Kreisel-Muster aus, welches durchaus Stabilisierungsindikationen liefert. Beachten Sie hierbei bitte auch, dass die Rückkäufe am Donnerstag Abend auf einem Niveau erfolgten, auf dem wir bereits am Dienstag Käufe sahen (welche die erste nennenswerte Reaktion im Abwärtstrend einleiteten).

Ordnen wir die letzte Kursentwicklung in das Gesamtbild ein, sind für uns hier und jetzt folgende Aspekte von Interesse:

- im DAX-Index orientieren wir uns an der 3785 auf der Unterseite und an der 3899 auf der Oberseite;

- kommt es tatsächlich zu einer Stabilisierung des Kursverlaufes, sollte sich eine Basis, möglicherweise sogar eine potentielle klassische Umkehrformation zwischen beiden genannten Chartmarken ereignen.

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