Chartanalyse
Die Nokia-Aktie bildet einen breiten Boden aus

Der Boden ist gefunden. Nicht nur einmal, sondern gleich drei- und vierfach. Er ist also tragfähig. Immer wenn die Nokia-Aktie auf ein Niveau zwischen 22,50 und 25,50 Euro fällt, gibt es mehr Käufer als Verkäufer, so dass der Kurs wieder steigt. Je häufiger die Aktie an diesem Bereich abprallt, desto größer wird die Zuversicht, dass das Risiko für eine neuerliche Talfahrt begrenzt ist. Doch die Signale für ein nachhaltiges Anspringen der Aktie fehlen.

DÜSSELDORF. Ebenso wie die Wettbewerber konnte sich auch der weltgrößte Handy-Hersteller Nokia nicht der Krise in der High-Tech-Branche entziehen. Seit dem Hoch von 65,20 Euro im Mai 2000 verlor der Aktienkurs rund 65 %. Der bislang tiefste Kurs wurde im Februar 2001 erreicht. In der Folgezeit sprang der Kurs immer wieder an, um anschließend genauso schnell wieder zurückzufallen. Allerdings wurde das Tief von 22,55 Euro nicht mehr erreicht. Im Bereich zwischen 22,55 und 26 Euro hat sich seit Februar eine Unterstützungszone gebildet. Anleger gewannen so die Zuversicht, dass das Abwärtspotenzial begrenzt ist. "Im Gegensatz zu vielen anderen Tech-Werten hat Nokia schon einen soliden Boden ausgebildet. Das zeigt sich darin, dass sich Nokia trotz der jüngsten Schwäche bei Netzanbietern, die der britische Telekom-Zulieferer Marconi auslöste, über der kritischen Marke hält", meint Holger Struck von M.M.Warburg. Der Techniker sieht die weitere Entwicklung optimistisch. "Nach unten ist das Risiko sehr begrenzt. Nach oben sollte es erst einmal in Richtung 30 Euro gehen."

Allerdings fehlen nach Meinung der meisten technischen Analysten die Voraussetzungen für eine nachhaltige Trendwende. Zu schlecht sind die fundamentalen Daten, zu negativ ist die charttechnische Situation bei vielen Wettbewerbern. Roger Vogt von der Deutschen Bank sieht zwar bei Nokia Signale für eine Bodenbildung, allerdings überwiegt aus seiner Sicht ein übergeordneter Abwärtstrend. "Insgesamt betrachtet ist die Dynamik nach unten ist nach wie vor sehr hoch. Deshalb halte ich einen Durchbruch nach unten für möglich", skizziert Vogt ein negatives Bild. Schon einmal hatte sich nämlich bei Nokia ein Boden angedeutet. Dieser lag bei 34 Euro und ergab sich aus den Tiefstständen im April/Mai 2001. Doch die Gewinnwarnung Nokias im Juni zerstörte die Hoffnung.

Charttechnisch war der Boden bei 34 Euro allerdings wenig aussagekräftig. Nach heftigen Kursrückgängen, wie sie auch Nokia erlebt hat, bildet sich ein tragfähiger Boden kaum in einigen Wochen, sondern eher in mehreren Monaten. Deshalb sind jetzt die Chancen größer, dass Nokia einen Halt findet.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%