Chartanalyse – Eine nachhaltige Trendwende nach oben ist nicht zu erwarten
Kurzfristig hat der Dow-Jones-Index Aufwärtspotenzial

Der Dow-Jones-Index tendiert seit rund zwei Jahren in einer Spanne zwischen 9 600 und 11 400 Punkten seitwärts. Damit scheint die technische Situation des weltweit bekanntesten Aktienbarometers langweilig zu sein.

FRANKFURT/M. Doch weit gefehlt: Ausgeprägte Seitwärtsphasen, die sich durch ihre Trendlosigkeit auszeichnen, sind klare Tradingmärkte, in denen also kurzfristig gute Kursgewinne möglich sind.

Der aktuelle Dow Jones-Chart

Aktuell befindet sich der Dow Jones in seiner zyklischen Schwankungsbreite eher am unteren Ende, was auch der Stochastikindikator ausweist. Dieser gehört zur Familie der Momentumindikatoren, die gerade in Tradingmärkten sehr gut die oberen und unteren Extrempunkte wiedergeben. Der Indikator signalisiert ein mittelfristiges Kaufsignal. Charttechnisch sitzt der Dow exakt an seinem kurzfristigen Abwärtstrend bei 10 600 Punkten fest. Erst wenn dieser Bereich gebrochen ist, steht der Markt vor einer Rally, die in den nächsten Wochen bis an die obere Begrenzung der Tradingrange von 11 400 bis 11 600 Punkten führen kann. Die wichtigen Trading- und Trendindikatoren auf Tagesbasis haben bereits Kaufsignale gegeben, so dass der Ausbruch spätestens in der nächsten Woche vollzogen werden sollte.

Was in diesem Szenario aber nicht passieren darf, ist ein nachhaltiger Bruch der Unterstützung von 10 200 Punkten. Sollte das der Fall sein - wovon wir nicht ausgehen -, wird der Markt die untere Begrenzung bei 9 600 Punkten testen. Unterstützung bekommt der Markt über die verbesserte Marktbreite. Die Advance/Decline Line, die die Anzahl der gestiegenen zu den gefallenen Aktienkursen wiedergibt, hat bereits im Oktober des letzten Jahres nach oben gedreht.

Trotz der kurzfristig positiven Aussichten gehen wir nicht davon aus, dass der Dow in den nächsten Monaten nachhaltig nach oben ausbricht. Im Gegenteil: Vor allem für den Herbst sehen wir schwere Zeiten heranbrechen. Die mittelfristigen Stimmungsindikatoren für den US Markt sind nach wie vor zu optimistisch, um von einer Trendwende auszugehen. Sollte der Dow unter den für die langfristige Betrachtung wichtigen 200-Wochen-Durchschnitt (derzeit 9 900 Punkte) fallen, ist eine negative Übertreibung des Marktes bis in das nächste Frühjahr zu erwarten.

Der Autor Michael Riesner ist technischer Analyst bei der DG Bank in Frankfurt.

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