Chartanalyse – Index ist nach Bildung eines Bodens nach unten gut abgesichert
Dax hat Spielraum nach oben

Für viele Charttechniker hat der Deutsche Aktienindex wieder gute Chancen, den langfristigen Abwärtstrend nach oben zu durchbrechen – bis zur nächsten Widerstandsmarke bei 6 400 Punkten.

DÜSSELDORF. In einem sind sich Charttechniker einig: Der Deutsche Aktienindex (Dax) ist in einer engen Spanne gefangen. Schon seit Wochen pendelt das wichtigste deutsche Börsenbarometer zwischen 6 200 und knapp 6 100 Punkten. "In der engen Trading-Box werden die Anleger jetzt eingelullt", bringt der technischer Analyst von der Commerzbank, Achim Matzke, die Stimmung auf einen Nenner. Typische Kennzeichen dieser Langeweile: Das Handelsvolumen nimmt ab. Und jeder Ausbruchsversuch nach oben oder unten scheitert - egal wie gut oder wie schlecht die Nachrichten der Unternehmen oder die Vorgaben aus den USA sind.

Doch diese scheinbar triste Ausgangslage wird sich nach Einschätzung der meisten Analysten schon bald zum positiven wenden. Matzke: "Die Chance, dass der Dax nach oben ausbricht, ist groß. Einzelne Aktien wie etwa die von Thyssen-Krupp liefern bereits sehr gute Kaufsignale." Auch sein Kollege Klaus Tafferner von Concord Effekten sieht eine "sehr hohe Wahrscheinlichkeit" für einen Ausbruch nach oben. "Erstaunlich ist, dass es der Dax bislang trotz sehr guter Vorgaben des amerikanischen Dow-Jones-Index noch nicht geschafft hat." So brach der Dow bereits aus seinem langfristigen Abwärtstrend nach oben aus und legte dabei in den vergangenen Wochen fast 2 000 Punkte zu. Das bekannteste Börsenbarometer der Welt notiert nur ein paar Prozent unter seinem Allzeithoch vom Januar vergangenen Jahres (11 723 Zähler). Tafferner gibt sich zuversichtlich, dass nun auch der Dax bald seinen längeren Abwärtstrend verlässt. Dieser liegt bei gut 6 400 Punkten und ergibt sich aus den Hochpunkten seit Beginn der Abwärtsbewegung im März 2000.

Kurzfristig muss ein Widerstand bei 6 230 Punkten überwunden werden

Zunächst gilt es allerdings, den kurzfristigen Widerstand im Bereich von 6 230 Punkten zu brechen, sind sich die Analysten einig. An dieser Marke habe sich der Dax in den vergangenen Wochen praktisch "fest gebissen". "Ein Test ist schon in dieser Woche wahrscheinlich. Wenn dem Dax der Ausbruch gelingt, wird es ihn an die 6 400er Marke führen", ist Analyst Matthias Forner von der Landesbank Baden-Württemberg optimistisch gestimmt: "In einer dynamischen Aufwärtsbewegung kann der Dax dann mittelfristig auf 6 800 Punkte steigen." Diese Marke ergebe sich aus den Hochpunkten seit Dezember vergangenen Jahres.

Nach unten sehen die meisten Analysten den Dax gut abgesichert. Der Grund: In den vergangenen Monaten bildete sich charttechnisch ein solider Boden in Form einer umgekehrten Kopf-Schulter-Formation heraus. Und diese häufige Form der Bodenbildung erwies sich in der Vergangenheit als recht zuverlässig. Dennoch: Nicht alle Analysten teilen den Optimismus für den Dax. "Das Umfeld sieht nicht gut aus: Hohe Öl- und Goldpreise sprechen ebenso wenig für Aktien wie die Daten der Unternehmen. Auf von der Seite ist keine Unterstützung zu erwarten", meint etwa Reinhard Berben von Sal. Oppenheim. Berben sieht den Index weiter in der derzeitigen Spanne gefangen. "Schwierig wird es, wenn der massiv überbewertete Dow-Jones-Index unter 9 000 Punkte fallen wird - was ich erwarte. Dann kann ich auch keinen höheren Dax prognostizieren", meint Berben. Er rät Anlegern deshalb, festere Kurse zum Ausstieg zu nutzen.

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