Chartkommentar
Abwärtstrend beim Dax ist intakt

Die jüngste Aufwärtsbewegung an den Börsen ist liquiditätsbedingt. Konjunkturelle Hoffnungsschimmer sind nicht zu erkennen. Im Deutschen Aktienindex (Dax) ist der im März 2000 begonnene Abwärtstrendkanal noch intakt. Zudem zeigen die technischen Indikatoren, dass der Markt überkauft ist. Daher besteht die Gefahr einer ausgeprägten Abwärtsreaktion - spätestens ab Januar, wenn sich bis dahin keine konjunkturellen Lichtblicke erkennen lassen.

DARMSTADT. Der Börse sagt man nach, dass sie konjunkturelle Entwicklungen vorwegnimmt. Das ist häufig der Fall, aber oft hat sie sich geirrt. So sind zum Beispiel von Herbst 1997 bis Mitte 1998 die Aktienkurse kräftig gestiegen, obwohl der Ifo-Konjunkturindikator zeigte, dass sich die Konjunktur abschwächt. Die Folge war, dass die Börse drastisch nach unten korrigierte.

Gesunde Aufwärtsentwicklungen gab es immer dann, wenn diese durch ein steigendes Ifo-Konjunkturbarometer untermauert wurden. Beispiele sind die Entwicklungen von Herbst 1992 bis Januar 1994, die Jahre 1996 und 1997 und zuletzt 1999 bis 2000. Überschießende Entwicklungen wurden korrigiert. Das Gleiche gilt für vorweggenommene Entwicklungen, die später durch konjunkturelle Entwicklungen nicht untermauert wurden.

Derzeit fällt das Ifo-Geschäftsklima dramatisch. Inzwischen ist der niedrigste Wert seit acht Jahren erreicht. Deshalb ist zu fragen, ob die gestiegenen Aktienkurse eine Entwicklung vorwegnehmen, die möglicherweise gar nicht eintritt. Hoffnungsvoll stimmt, dass die derzeitigen Daten des Ifo-Konjunkturbarometers bereits auf einem sehr niedrigen Niveau sind.

Die Aufwärtsentwicklung der Aktienkurse ist hauptsächlich liquiditätsbedingt. Insbesondere institutionelle Investoren wollen nicht zum Jahresende keine hohen liquiden Mittel ausweisen. Daher dürfte in diesem Jahr das "Window-Dressing" zum Jahresende besonders stark ausfallen. Die Kurse dürften demnach vorerst weiter steigen.

Statistisch gesehen sind zwar die Monate Januar bis April günstig für Aktien. Das ist aber nicht immer der Fall, besonders wenn Aktien in den Monaten zuvor sehr stark gestiegen sind - wie in diesem Jahr. Daher ist es sehr wahrscheinlich, dass spätestens im Januar eine stärkere Gegenbewegung nach unten einsetzt, wenn das "Window-Dressing" vorbei ist und sich die Fondsmanager neu orientieren.

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