Chartkommentar: Aktien seit Wochen im Rückwärtsgang
Biotech: Qualitätstitel wie Amgen trotzen dem Trend

Das Biotechnologie-Schwergewicht Amgen hält sich auch in schlechten Börsenzeiten gut. Der US-amerikanische Wert befindet sich charttechnisch seit Jahren in einem intakten und steilen Aufwärtstrend. Vieles spricht dafür, dass bald neue Höchstkurse erreicht werden.

DARMSTADT. In den letzten Monate entwickelten sich insbesondere Biotechnologieaktien in den Vereinigten Staaten sehr positiv. Der Biotechnologieindex an der US-High-Tech-Börse Nasdaq stieg um über 35 Prozent seit dem Tief Ende Mai.

Allerdings ist der Index nun seit Anfang Juli um über 15 Prozent gefallen und hat damit einen guten Teil seiner vorherigen Gewinne wieder abgegeben. Es erhöht sich nun die Gefahr der Ausbildung einer doppelten Spitze und damit einer mittelfristigen Umkehr der Kurse.

In solchen unsicheren Zeiten ist es immer ratsam die "Spreu" vom "Weizen" zu trennen. Welche Werte haben sich in der Vergangenheit überproportional entwickelt und welche Aktien gelten als "Marktführer"? Zu letzterem zählt eine Aktie wie Amgen (Applied Molecular Genetics).

Stabiler Aufwärtstrend

Amgen ist einer der ältesten Biotechnologiewerte in den USA. Bereits 1980 in Oaks (Kalifornien) gegründet bezeichnet sich die Firma als das größte unabhängige Biotechnologieunternehmen der Welt. Auf der Basis von Molekularbiologie entwickelt Amgen Produkte wie Epogen. Dieses Produkt stimuliert das Wachstum von roten Blutkörpern und kann damit unter anderem Dialysepatienten helfen. Allerdings ist Epo auch im Bereich des Leistungssports zu zweifelhaftem Ruhm gekommen.

Die Aktie von Amgen befindet sich seit 1998 in einem stabilen und recht steilen Aufwärtstrend. Dieser wurde bereits mehrfach getestet. Betrachtet man zu diesem Aufwärtstrend die beiden Parallelen, so sieht man sehr schön, wie Amgen immer wieder an der mittleren Begrenzung abgeprallt ist. Auch jetzt war dies wieder der Fall, als Amgen ein Allzeithoch im Tagesverlauf des 24. Juli bei 80,44 US-Dollar erreichte.

Nach Erreichen dieser wichtigen Marke drehte der Kurs sofort nach unten ab. Hierdurch erhöhte sich die Gefahr der Ausbildung einer Doppelspitze. Diese wäre aber erst vollendet worden, wenn der Kurs unter 60 Dollar gefallen wäre. Da dies nicht eingetreten ist, kann man den Aufwärtstrend als intakt ansehen.

Es sollte nun beobachtet werden, ob es Amgen im Zuge einer allgemeinen Markterholung gelingt, über 80 Dollar zu steigen. Dann wären sofort Kurse zumindest bis zu der Begrenzung bei derzeit etwa 83 bis 85 Dollar zu erwarten. Umgekehrt könnte ein Kursrutsch unter 60 Dollar schnell Kurse von 50 Dollar ermöglichen, da dort die nächste signifikante Unterstützung verläuft.

Es ist wahrscheinlich, das der Kurs weiter ansteigt, da die Höchstkurse von Amgen immer auch mit hohen Momentumswerten verbunden waren. Zieht man den Verlauf der oberen Parallele als Kursziel heran, so sind Kurse von um die 100 Dollar auf Sicht von ein bis zwei Jahren realistisch.

Eine Aktie wie Amgen ist ein gutes Beispiel dafür, dass es selbst in schlechten Börsenzeiten Werte gibt, die sich gegen den Trend entwickeln, oder zumindest nicht fallen. Insbesondere für langfristig orientierte Investoren stellt dieser Titel eine interessante Anlagealternative dar.

Daniela Lohmann ist Expertin für technische Analyse im Team des Hoppenstedt-Charts.

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