Chartkommentar: Bei US-Aktien kurzfristige Gewinne möglich

Chartkommentar
Bei US-Aktien kurzfristige Gewinne möglich

Seit Monaten bewegt sich der marktbreite amerikanische Index S&P 500 unter großen Schwankungen seitwärts. Dies deutet langfristig auf eine Fortsetzung des Abwärtstrends hin. Kurzfristig gibt es jedoch gute Chancen für eine Erholung.

FRANKFURT/M. Zyklen spielen im Wirtschafts- und Finanzleben eine wichtige Rolle. Akkumulationsphasen werden in zeitlich relativ stabilen Zeiträumen von Kontraktionsphasen abgelöst. Gerade der amerikanische Aktienmarkt besitzt unter anderem über den Vier-Jahres-Zyklus, der als Präsidentschaftszyklus bezeichnet wird, einen stabilen Verlauf. In diesem Zyklus werden alle vier Jahre wichtige und oft markante Tiefpunkt vollzogen, aus denen in der Regel auch stärkere Aufwärtsbewegung entstehen.

Nach dem Oktobertief von 1998 hat der S&P 500 mit rund 770 Punkten im Oktober 2002 erneut einen wichtigen Tiefpunkt durchschritten. Auffällig ist aber, dass der Index seither unter hoher Volatilität seitwärts läuft. Seitwärtsbewegungen stellen charttechnisch betrachtet ein trendbestätigendes Konsolidierungsmuster dar. Deshalb stellt sich die Frage, ob bereits in diesem Jahr ein weiteres Abrutschen des S&P befürchtet werden muss.

Der Monatschart, der die zum Teil hohen Tages- und Wochenschwankungen relativiert, verdeutlicht die Seitwärtsbewegung. Hervorzuheben ist, dass der Index unverändert in einem langfristig intakten Abwärtstrend verläuft, dessen obere Trendbegrenzung bei 980 Punkten liegt. Gerade bei der Betrachtung dieses Trends ist anzumerken, dass die negative Steigungsrate bei rund 180 Punkten im Jahr liegt, so dass dieser Ende 2003 bereits bei knapp 860 Punkten steht.

Bricht der S&P 500 unter den im vergangenen Jahr ausgebildeten charttechnischen Boden bei rund 800 Punkten durch, entstehen neue Verkaufssignale, die sehr negativ zu bewerten wären. Über den intakten langfristigen Abwärtstrend ergeben sich für diesen Fall Kursziele, die noch im zweiten Halbjahr auf ein Niveau von 700 Punkte hindeuten.

Die weitaus positivere Variante ist der Ausbruch über ein Niveau von 940 bis 960 Punkten, wo zur Jahresmitte der langfristige Abwärtstrend verlaufen sollte. Trotz der geopolitischen Unsicherheiten sprechen technische Fakten für ein bevorstehendes positives zweites Quartal. Der Pessimismus ist kurzfristig relativ hoch und wichtige technischer Indikatoren deuten an, dass wenigstens ein Test des beschriebenen Ausbruchsniveaus im zweiten Quartal anstehen wird. Gelingt der Ausbruch, wäre dass gleichbedeutend mit einer Unterbrechung des seit März 2000 anhaltenden Bärenmarktes.

Michael Riesner ist Technischer Analyst der DZ Bank in Frankfurt am Main.

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