Chartkommentar: Boden zeichnet sich ab
Euro hat wieder bessere Chancen

Kurzzeitig schaffte der Euro am Freitag die Hürde von 0,8850 $. Sollte in den nächsten Tagen diese Marke dauerhaft überwunden werden, dann hat der Euro den kurzfristigen Abwärtstrend überwunden.

DARMSTADT. Danach bestehen gute Chancen für einen raschen weiteren Anstieg der Gemeinschaftswährung: zunächst bis 0,905 $ und dann weiter bis 0,93 $. Bei einem Überwinden dieser Widerstände ist der Weg sogar bis zur Parität frei.

Seit 1995 bewegt sich der Euro innerhalb eines breiten Abwärtstrendkanals, wenn man ihn auf DM/Dollar-Basis rückwärts rechnet. Die obere Trendlinie dieses Kanals liegt derzeit knapp über der Parität. Nach dem steilen Rückgang von Herbst 1998 bis Oktober 2000 wurde im Herbst 2000 die untere Trendlinie des langfristigen Kanals berührt. Eine untere Schulter-Kopf-Schulter-Formation hatte sich ausgebildet. Das war das Signal für eine erfolgreiche Bodenbildung. Prompt folgte ein steiler Anstieg bis zum Beginn des Jahres 2001. Die seit Herbst 1998 bestehende steile Abwärtstrendlinie wurde Ende 2000 nach oben durchbrochen. Die seit Oktober 1999 existierende steilere Trendlinie wurde im Sommer vorigen Jahres nach oben durchbrochen, nachdem sich zuvor im Juni und Juli ein Doppel-Tief ausgebildet hatte, was zu einem weiteren steilen Anstieg mit dem Durchbruch durch den mittelfristigen Abwärtstrend führte. Seit September vorigen Jahres lässt sich ein Abwärtstrendkanal einzeichnen, dessen untere Trendlinie im Januar berührt wurde. Mit dem folgenden Tief von Anfang März hat sich ein Doppel-Tief ausgebildet. Die Unterstützungslinie, die sich aus dem Tief vom November und den Tiefpunkten vom April vorigen Jahres ableiten lässt, ist im Januar nach unten durchbrochen worden und damit nun zur Widerstandslinie geworden. Sie wurde aber jetzt nach oben durchbrochen.

Sollte die obere Trendlinie des kurzfristigen Abwärtstrendkanals ebenfalls nach oben durchbrochen werden, so bestehen gute Chancen für eine schnelle weitere Aufwärtsbewegung. Diese Trendlinie verläuft derzeit bei 0,885 $. Ein Ausbruch über diese Linie ist durchaus denkbar, denn der Markt ist derzeit nicht überkauft. Der nächste Widerstand liegt bei gut 0,905 $ und ergibt sich aus dem Hoch vom Dezember 2001. Die übernächste Widerstandslinie liegt bei 0,93 $.

Aus dem Tief vom Oktober 2000 und dem vom Juli vorigen Jahres lässt sich ein breites Doppeltief ableiten. Damit kann ein Aufwärtstrend eingezeichnet werden, dessen untere Trendlinie durch das Tief im Januar nicht mehr erreicht wurde. Das ist positiv, so dass nun ein etwas steilerer Aufwärtstrend eingezeichnet werden kann. Auch das ist positiv für den Euro zu werten.

Dr. Hans-Dieter Schulz ist Experte für technische Analyse und Mitherausgeber der Hoppenstedt-Charts.

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