Chartkommentar – Chance für die Ausbildung einer unteren Umkehrformation
Nikkei vor der Entscheidung

Der japanische Aktienindex ist wieder an seinem Tief aus dem Jahr 1998 angekommen. Nach einer elfjährigen Seitwärtsbewegung mit extremen Schwankungen besteht zum ersten Mal eine Chance für eine Bodenbildung beim Nikkei-Index.

HB DÜSSELDORF. Der japanische Aktienindex ist wieder an seinem Tief aus dem Jahr 1998 angekommen. Nach einer elfjährigen Seitwärtsbewegung mit extremen Schwankungen besteht zum ersten Mal eine Chance für eine Bodenbildung beim Nikkei-Index. Allerdings sollten Anleger ab warten, ob die Unterstützung bei gut 13 000 Punkte hält.

Im Januar 1990 endete die Euphorie an der Tokioter Börse. Zunächst fiel der Nikkei von knapp 40 000 Zähler um gut 50 %, anschließend sackte er weiter bis auf 14 000 Punkte im Jahr 1992. Diese Unterstützung hielt bis zum Januar 1998. Sie wurde 1992, 1995 und 1998 getestet.

In diesen Jahren bewegte sich der Index in einer Spanne zwischen 14 000 und knapp 23 000 Zähler. 1998 wurde die Unterstützungslinie nach unten durchbrochen. Im Oktober fiel der Index bis auf 12 880 Punkte. An diesem Bereich ist der Index derzeit wieder angelangt. Da diese Linie schon im Aufschwung von 1985 zu einer Stagnation der Aufwärtsbewegung geführt hatte, ist zu fragen, ob die Kurse an dieser Marke drehen und sich ein neuer Kursaufschwung ergeben könnte.

Nach einem Aufschwung im Jahr 1999 um 60 % fiel der Index im vorigen Jahr um 40 % und hatte damit den Gewinn des Vorjahres wieder abgegeben. Auf der derzeitigen Unterstützung hat sich ein dreifaches Tief ausgebildet, was man als eine untere Schulter-Kopf-Schulter-Formation interpretieren könnte. Der Markt ist überverkauft, wie mittelfristige Marktindikatoren zeigen.

Sollte die Unterstützung bei 13 000 Punkten nicht halten, wäre ein Kursrückgang bis auf die nächsten Unterstützungen bei 11 300, 10  000 oder 7 000 Punkten denkbar. Japans Aktienmarkt bedarf einer panikartigen Ausverkaufsstimmung, um die lange Seitwärtsbewegung beenden und anschließend wieder nachhaltig steigen zu können. Der drastische Kursverfall im Dezember 2000 war verbunden mit steigenden Umsätzen. Dies ist ein Indiz für einen Ausverkauf. Doch erst ein deutlicher Ausbruch aus dem Abwärtstrend würde Sicherheit für einen Einstieg verleihen.

Dr. Hans-Dieter Schulz ist Experte für technische Analyse und Mitherausgeber der Hoppenstedt-Charts.

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