Chartkommentar
Dem Dow Jones droht eine Talfahrt

Ein fallender Einkaufsmanager-Index war in der Vergangenheit oft ein Hinweis auf eine bevor stehende Rezession und auf rasant einbrechende Kurse. Auch diesmal droht dem Dow-Jones-Index eine Talfahrt. Hilfe könnte eine deutliche Ausweitung der Geldmenge bringen. Die US-Notenbank reagiert bereits.

DARMSTADT. Die derzeit heiß diskutierte Frage ist, ob die amerikanische Wirtschaft in eine Rezession driftet. US-Notenbankchef Alan Greenspan hat allen Grund für diese Befürchtung, wie der "Einkaufsmanager-Index" zeigt. Dieser wichtige Frühindikator basiert auf einer monatlichen Umfrage amerikanischer Einkaufsmanager.



Die Einkaufsmanager sitzen an der für den Konjunkturkreislauf wichtigen Nahtstelle zwischen künftigem Angebot und künftiger Nachfrage. Sie schätzen unter anderem das Nachfrageverhalten der Konsumenten ein. Der NAPM-Index ist so konzipiert, dass Werte über 50 eine Ausdehnung der Wirtschaft signalisieren. Werte unter 50 deuten auf eine konjunkturelle Kontraktion, im Extremfall auf eine Rezession hin.



Der zuletzt veröffentlichte Februarwert zeigte mit 41,9 eine minimale Erholung gegenüber 41,2 im Januar. Er liegt somit immer noch unter der kritischen 50er-Marke. Dies und die deutliche Abnahme seit Mitte 2000 deutet auf eine beginnende Rezession in den USA hin. Eine gute Korrelation ergibt sich zwischen dem Einkaufsmanager-Index und dem Aktienkursniveau. Einer Trendwende und einem heftigen Einbruch des Indexes der Einkaufsmanager folgte mit zwei Ausnahmen ein Einbruch an der Börse - zum Teil mit zeitlichen Verzögerungen von bis zu sechs Monaten.



Ausweitung der Geldmenge nötig



Für die Einschätzung des gegenwärtigen Aktienmarkts ergibt sich: Ein deutlicher Einbruch wie in den Jahren 1970, 1973/74, 1981/82, 1987, 1990 und 1998 ist wahrscheinlich. Dies wird im Dow-Jones-Index untermauert durch den im Oktober 2000 erfolgten Bruch des Aufwärtstrends seit 1995. Charttechnisch ist der Weg geebnet für Notierungen bis an die tiefer liegende 15-jährige Aufwärtstrendlinie bei etwa 7 500 Punkten.



Ein solcher Einbruch kann verhindert oder zumindest gelindert werden. Denn in der Vergangenheit gab es Fälle, in denen es trotz eines Einbruchs des Einkaufsmanager-Indexes nicht zu einer Talfahrt am Aktienmarkt kam. Aktuell wäre eine Ausweitung der Geldmenge nötig. Dass eine solche Politik derzeit durch die Fed betrieben wird, zeigt die aggressive Ausweitung der Geldmenge M 3. Der Nachteil einer solchen Geldpolitik besteht darin, dass die Inflation zunimmt - Aktienanlagen werden real weniger wert. Die Dollarschulden würden entwertet, was die amerikanische Staatskasse entlasten würde.



Erst wenn der Einkaufsmanager-Index kräftig nach oben dreht, wird sich vorhersagen lassen, wie tief und für wie lange die amerikanische Wirtschaft in die Rezession rutscht. Bislang bewegt sich der Frühindikator aber nicht in die gewünschte Richtung.

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