Chartkommentar – Die Flagge ist ein gutes Zeichen
RWE steht vor dem technischen Ausbruch

Die RWE-Aktie befindet sich seit September in einem Aufwärtstrend, kurzfristig aber in einer Konsolidierung. Die Kurse haben leicht nachgegeben. Doch charttechnisch hat sich eine "Flagge" herausgebildet. Diese weist mit recht hoher Zuverlässigkeit auf einen Ausbruch nach oben hin. Dieser könnte bereits gestern eingeleitet worden sein. Die RWE-Aktie gehörte in einem schwachen Markttrend zu den Gewinnern im Deutschen Aktienindex (Dax).

FRANKFURT/M. Im Frühjahr 2000 hat RWE ein Tief im Bereich von 31 Euro markiert. In der Folge bildete die Aktie gegen den schwachen Gesamtmarkt einen stabilen Aufwärtstrend aus und befestigte sich gegen Jahresende 2000 bis auf über 50 Euro. RWE profitierte von Umschichtungen zu Gunsten defensiver Titel. Lediglich in den letzten Wochen hat sich das Bild etwas gewandelt. Ist die derzeitige "Underperformance" - also die schlechtere Entwicklung gegenüber dem Gesamtmarkt - nur eine technische Reaktion in einem intakten langfristigen Aufwärtstrend, oder handelt es sich dabei um eine Trendumkehr?

Seit fast sieben Wochen hat sich eine typische Konsolidierungsformation herausgebildet. Diese verläuft in Form einer Flagge und hat im Sinne der technischen Analyse einen Trend bestätigenden Charakter. Der Kurs geht kurzzeitig zurück, ehe sich die Aufwärtsbewegung vom September-Tief fortsetzt. Die Schwankungsbreite (Volatilität) hat sich mit der fortlaufenden Konsolidierung stark ermäßigt. Im Umkehrschluss kann davon ausgegangen werden, dass die Aktie in den nächsten Wochen vor einer dynamischen Ausbruchbewegung nach oben stehen wird. Die Ausbruchsmarke liegt mit der oberen Trendbegrenzung bei rund 44 Euro - also auf dem Niveau des gestrigen Kurses. Mehrere markante Widerstände liegen zudem bei 45 Euro. Die kurz- und mittelfristigen Indikatoren unterstützen mit ihrer positiven Konstellation die zu erwartende Bewegung. Gelingt der Ausbruch, liegt das mittelfristige Kursziel im Bereich von 49 Euro. Kurzfristige Unterstützung hat die Aktie mit der unteren Trendbegrenzung der Flaggenformation bei 41,50 Euro. Diese dient als Stoppmarke für unvorhergesehene Marktszenarien, wie sie beispielsweise im September mit den Terrorangriffen in den USA vorgekommen sind.

Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass als weiterer Defensiv-Wert die Eon-Aktie in den letzten Tagen aus einer gleich gelagerten technischen Situation nach oben ausgebrochen ist und damit als Signalgeber für die RWE gelten sollte. Gerade nach der extremen Outperformance der Hightech-Werte bietet sich jetzt der Tausch in technisch aussichtsreiche Defensivwerte an, um so eine eventuelle Korrektur der Wachstumstitel zu überstehen.

Michael Riesner ist technischer Analyst bei der DG Bank in Frankfurt.

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