Chartkommentar – Dynamik nimmt ab
Nasdaq ist nach unten gut gesichert

Die US Technologie Börse Nasdaq 100 konnte sich in den letzten drei Monaten stabilisieren. Der Index für die größten High-Tech-Titel befindet sich in einer strategisch bedeutenden Korrekturphase nach oben, bezogen auf die kräftigen Verluste der Vormonate. Auffallend ist jedoch die zuletzt stark zurück gehende Bewegungsdynamik.

FRANKFURT/M. Der Ausmaß des Rückgangs ist mittlerweile stärker als bei den vorangegangenen Korrekturen innerhalb der starken Abwärtsphase. Dies legt den Schluss nahe, dass die Marktphase fallender Kurse mit hoher Wahrscheinlichkeit ihr Ende gefunden hat und die aktuelle Stabilisierungsphase nachhaltig ist.

Doch auch andere Indikatoren weisen auf eine Stabilisierung des Nasdaq-100-Index hin. Nach unten scheint eine gute Absicherung zu bestehen. So bestätigen die Oszillatoren einen Rückgang an abwärts gerichtetem Bewegungsmomentum. Können wir zumindest mittelfristig, auf Basis des Wochencharts, eine nachhaltige Stabilisierung unterstellen, so liefert uns auch der Tageschart des Nasdaq 100 interessante Indikationen.

Kursverluste bis auf ein Niveau von 1 600 Zählern denkbar

Vor gut fünf Handelswochen ging der tertiäre Aufwärtstrend in eine Seitwärtsbewegung über. Diese hatte die Ausbildung einer eng begrenzten Schiebezone zur Folge. Die aktuellen Begrenzungen liegen derzeit bei 1 984 bis 2 071 Punkten (obere Begrenzung) und nach unten bei 1 754 Zählern. Sollte die untere Begrenzung unterschritten werden, ist mit weiteren, kurzfristigen Kursverlusten zu rechnen. Diese können den Index dann bis in den Bereich von 1 600 Punkten führen.

Kommt es dagegen zu einer Überwindung der oberen Begrenzung sollte sich der aufwärts ausgerichtete Bewegungsimpuls, der bereits im April den Kursverlauf dominierte, weiter fortsetzen. In diesem Fall beträgt das mittelfristige Kurspotenzial 2 300 bis 2 400 Punkte. Doch generell gilt zu bedenken, dass die mittelfristige Bewegungsdynamik niedrig ist. Deshalb birgt ein Ausbruch aus der Schiebezone ein hohes Rückschlagspotenzial.

Aktienkäufe, die sich charttechnisch bei einem Überwinden der oberen Bereichsbegrenzung empfehlen, sollten vor diesem Hintergrund durch enge Stoppkurse abgesichert werden. In Anbetracht der derzeit noch niedrigen Bewegungsdynamik sollte auch das Risiko eines "false break" nicht unterschätzt werden - dass Ausbrüche keine dynamischen Anschlussbewegungen zur Folge haben.

Uwe Wagner ist technischer Analyst bei der Deutschen Bank.

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