Chartkommentar – Korrektur im Abwärtstrend gibt kurzfristiges Einstiegssignal
Trendwende in den USA eröffnet Aufwärtspotenzial

Trotz schlechter Unternehmensmeldungen aus den USA deutet die Markttechnik zumindest kurzfristig auf steigende Kurse. Gleichzeitig vollendeten Dow und Nasdaq untere Trendwendeformationen.

DARMSTADT. Diese bieten mutigen Anlegern trotz der bestehenden Unsicherheitsfaktoren ein Kaufsignal. Dabei gilt jedoch die Devise: "Schnell rein und schnell wieder raus." Denn der übergeordnete Abwärtstrend bleibt erhalten. Obwohl die größeren US-Aktien unter fundamentalen Kriterien noch immer teuer bewertet sind, spricht die Charttechnik auf Sicht der nächsten Wochen sowohl bei den 30 Dow-Werten als auch bei den im Nasdaq Composite gelisteten High-Tech-Werten für steigende Kurse - mit der entsprechenden Signalwirkung für die internationalen Aktienmärkte.

Der Dow Jones erreichte seinen Höchststand am 14. Januar 2000 mit 11 750 Punkten. Anschließend pendelte er seitwärts, bis sich ab Mai 2001 ein Abwärtstrend herauskristallisierte. Die Trendlinie ergibt sich durch Verbinden der Hochpunkte bei 11 350 und 10 700 Punkten im März 2002. Etwas tiefer - bei derzeit knapp 10 000 Punkten - verläuft eine kurzfristige Trendlinie, die die Hochpunkte im März und Mai dieses Jahres verbindet. Damit erscheint die 10 000-Punkte-Marke für die US-Blue-Chips noch einmal erreichbar: Der Dow vollendete zuletzt eine Dreieck-Formation, die sich aus dem kurzfristigen Aufwärtstrend seit Mitte Juli und einer Widerstandszone im Bereich unterhalb von 8800 Punkten herleitet. Eine solche Konstellation ist bullish zu werten und macht weitere Kursgewinne wahrscheinlich.

Auch die Technologieaktien im Nasdaq haben aus technischer Sicht Aufwärtspotenzial. Mitte des Monats durchbrachen sie ihren Abwärtstrendkanal bei 1280 Zählern nach oben und arbeiteten sich rasch über die schmale Widerstandszone um 1350 Zähler vor. Das nächste Kursziel liegt knapp 10 % höher bei 1540 Punkten. Hier verläuft die im September 2000 begonnene Abwärtstrendlinie, die bisher die Kursentwicklung dominierte.

Gestützt wird die kurzfristig bullishe Einschätzung in den USA von klassischen Marktindikatoren, wie beispielsweise der nach einer unteren Trendwende steigenden Advance-Decline (A/D-)Linie. Diese fasst die Tagesbewegungen aller Aktien zusammen, ohne dabei ihre Marktkapitalisierung zu berücksichtigen. Jede im Tagesverlauf gestiegene Aktie erhöht den A/D-Wert um einen Zähler, jede gefallene Aktie vermindert ihn um einen Punkt. Wenn die A/D-Linie mit den in den Indizes vertretenen Aktienschwergewichten steigt, dann liegt eine "gesunde?" Aufwärtsbewegung vor, weil sie auf einer breiten Basis beruht.

Dr. Hans-Dieter Schulz ist Experte für technische Analyse und Mitherausgeber der Hoppenstedt-Charts, Lutz Mathes sein Mitarbeiter.

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