Chartkommentar - Kurzfristiger Anstieg bis in die Zone zwischen 3 000/3 200 Punkte möglich
Nasdaq gibt Ausbruchssignal für Technologiemärkte

Seit knapp fünf Monaten befindet sich der amerikanische Technologiewerteindex Nasdaq in einem scharfen Abwärtstrend. Bis zum Tief von Anfang Januar 2001 hat sich der Index halbiert. Seitdem erfolgte eine Erholung, die per Schlusskurs von Donnerstag den Abwärtstrend durchbrach.

DARMSTADT. Bis zum Tief von Anfang Januar 2001 hat sich der Nasdaq-Index halbiert. Seitdem gab es eine Erholung, die per Schlusskurs von Donnerstag den Abwärtstrend durchbrach. Sollte sich dieser Ausbruch in den kommenden Handelstagen - wie schon am Freitag - bestätigen, ist ein kurzfristiger Anstieg bis in die Zone zwischen 3 000 und 3 200 Punkten möglich.

Seit seinem Allzeithoch im März 2000 bei 5 000 Punkten hat der für die weltweiten Technologiemärkte wegweisende Nasdaq-Composite-Index mehr als die Hälfte seines Wertes eingebüßt. Nach dem Einbruch im Frühjahr, der einem engen Doppel-Hoch folgte, führte ein Erholungsversuch im Spätsommer zu einer weiteren oberen Umkehrformation, einem breit angelegten Doppel-Hoch bei 4 250 Punkten.

Wie im Chart zu erkennen ist, hat der Index am Donnerstag deutlich über dem Abwärtstrend geschlossen. Drei weitere Details lassen eine weitere Erholung erwarten. Der Index hat zum Tageshöchstkurs geschlossen. Die im Tagesverlauf seit Monaten üblichen Gegenimpulse von den Futures-Märkten blieben aus. Schließlich hat der Index erstmals seit vier Monaten seinen 50-tägigen gleitenden Durchschnitt wieder sogar per Schlusskurs nach oben durchstoßen. Die wichtige Unterstützungs/Widerstandsmarke bei etwa 2 750 Punkten ist überschritten. Wenn sich diese Punkte in den nächsten Tagen bestätigen, wenn man also von einem signifikanten Ausbruch aus dem Abwärtstrend und einer signifikanten Überwindung der Marke bei 2 750 Punkten sprechen kann, wäre dies charttechnisch ein Kaufsignal.

Der Nasdaq Index könnte zunächst bis zur Marke von 3 000 Punkten laufen. Bei 3 200 liegt eine weitere starke Widerstandslinie. Schließlich verläuft eine Abwärtstrendlinie, gebildet aus den Hochpunkten von März und September, im Augenblick bei etwa 3 600 Punkten, sowie ein Widerstand bei 3 450 Punkten. Auch das Sentiment hat sich verändert. Auf schlechte Nachrichten reagiert der Markt nicht mehr mit drastischen Abschlägen wie in den vergangenen vier Monaten. Sollte sich dieses Reaktionsmuster in den folgenden Tagen bestätigen, so kann zumindest für die nächsten Wochen mit einer Erholung gerechnet werden.

Ein noch nicht ganz so helles Bild zeichnet der deutsche Nemax, der immerhin aus seinem sehr kurzfristigen Abwärtstrend seit November ausgebrochen ist. Bei der psychologischen Marke von 3 000 Punkten liegt ein schwerer Kreuzwiderstand gebildet aus dem Abwärtstrend seit September und einer Widerstandslinie aus dem November 2000. Hier verläuft auch der tägige gleitende Durchschnitt. Erst wenn der Nemax deutlich über 3 000 Zählern aus dem Handel geht, kann man in der gleichen Weise ein charttechnisches Kaufsignal erkennen wie im Nasdaq. Wegen der starken Abhängigkeit von Amerika könnte eine Nasdaq-Rally zu einem Durchbruch beim Nemax führen und hier eine vergleichsweise stärkere Bear-Market-Rally zur Folge haben.

Dennoch bleibt der mittelfristige Ausblick eingetrübt. Wenn in den USA im April Gewinnwarnungen für ein schwaches erstes Quartal veröffentlicht werden, dürfte dies bei dann etwas erholten Kursen wieder zur Folge haben.

Der Autor, Dr. Hans-Dieter Schulz ist Experte für technische Analyse und Mitherausgeber der Hoppenstedt-Charts.

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