Chartkommentar – Langfristig ist der Abwärtstrend intakt
Kurzfristig überwiegen die Chancen im Nemax

Langfristig sind die Perspektiven für den Nemax 50 negativ. Mittelfristig auf Sicht von sechs bis zwölf Monaten wird sich das Börsensegment nach der langen Talfahrt aber erst einmal erholen. Gemessen am derzeitigen Stand ist mehr als eine Verdopplung auf 1 800 bis 2 000 Punkte möglich.

HB/ FRANKFURT/M. Dieses Kursziel ist eher konservativ angesetzt. Das Rückschlagspotenzial liegt bei 800 Punkte. Widerstandszonen auf dem Weg nach oben sind die Bereich um 1 000, 1 150 und 1 320 Punkte. Sollte der Markt allerdings wieder unter das jüngst erreichte Tief von 757 Punkten fallen, dürfte es auf dem weiteren Weg nach unten kein Halten geben. Dann sind Kurse von unter 500 Punkten möglich.

Die Historie des Neuen Marktes ist weitgehend beispiellos. Auch bei intensiver Suche wird man kaum einen Index finden, der es geschafft hätte, sich binnen zwei Jahren erst zu verzehnfachen, um dann in den nachfolgenden 18 Monaten auf ein Fünfzehntel der Höchstkurse zurückzufallen. Wird sich diese Achterbahnfahrt der Sonderklasse fortsetzen?

Drei Beobachtungen sind charttechnisch wichtig:
1. Die gesamte Talfahrt seit März 2000 gliedert sich in die im Chart sichtbaren fünf Teilabschnitte (Elliott-Wellen 1-2-3-4-5). Daraus ergeben sich zwei wesentliche Schlussfolgerungen: Der Nemax 50 befindet sich trotz der dramatischen Kursverluste weiterhin in einem langfristigen Bärenmarkt. Jeder Anstiegsbewegung wird deshalb nur der Charakter einer "Bären-Rally" zugestanden werden können. Mit neuen Tiefstständen (unter 643 Punkte) muss schon im nächsten Jahr gerechnet werden.

Auf der anderen Seite steht die gute Nachricht: Jede gegen den Haupttrend gerichtete Bewegung wird entsprechend der Elliott-Wellen-Regeln mindestens aus den drei Abschnitten A-B-C (siehe Chart) bestehen. Wenigstens diese zweite Anstiegsbewegung - C - fehlt bislang noch und steht damit bevor.

2. Mit Hilfe charttechnischer Instrumente, wie Fibonacci-Retracements, kann die mögliche Reichweite der Erholungen geschätzt werden. Im Normalfall gewinnt ein Markt im Rahmen einer signifikanten Erholung selbst im schlimmsten Bärenmarkt ein Viertel (23,6 %) bis ein Drittel (38,2 %) des verloren gegangenen Terrains zurück. Für den Nemax 50 ergibt das ein Kursziel von 2 770 bis 4 100 Punkte.

3. Die heftige Anstiegsbewegung nach den Zahlen des US-Netzwerkgiganten Cisco Systems führte zu hochwertigen Kaufsignalen. Diese erfahren dann eine zusätzliche Bestätigung, wenn der Nemax 50 rasch über 900 Punkte schließt. Derzeit notiert das Börsenbarometer bei gut 880 Punkten.

Wieland Staud ist technischer Analyst und Geschäftsführer der Staud Research GmbH.

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